Fahrberichte Kia

Test: Kia ProCeed GT Line 1.4 T-GDI mit 140 PS

Kias ProCeed ist für unseren Geschmack aktuell das mit Abstand ästhetischste Modell der Koreaner. Trotz eines spürbaren Aufpreises von 10.000 € würden wir ihn dem Sportswagon vorziehen. Schließlich bietet er in der Coupéform nahezu genauso viel Ladevolumen. Pünktlich zum Marktstart konnten wir den ProCeed in der GT Line als 1.4 T-GDI ausführlich testen.


Sportsitze in der GT Line sind absolut gelungen
Zumindest für Fahrer und Beifahrer unterscheidet sich die Sitzposition von Ceed oder Ceed Sportswagon so gut wie gar nicht. Auch die Übersicht nach vorne und zur Seite ist top. Der Blick nach hinten ist, typisch für einen Shooting Brake, deutlich eingeschränkt. Das ist für Spurwechsel auf der Autobahn gewöhnungsbedürftig, zum Einparken schwierig. Eine Rückfahrkamera ist aber in der GT Line und auch beim GT schon serienmäßig an Bord. Wie es sich auf der Rückbank sitzt, zeigen wir im Detail im Video. Die Sportsitze in der GT Line sind jeweils zur Hälfte in Kunstleder und Velours bezogen. Sie bieten einen absolut guten Seitenhalt. Noch straffer sitzt es sich in den GT-Sitzen, die auch optional in der GT Line zu haben sind.

ProCeed und Ceed Sportswagon mit fast identischem Laderaum
In Sachen Kofferraumvolumen gilt aus unserer Sicht: Der ProCeed schluckt im normalen Zustand knapp 600 Liter. Beim Ceed Kombi sind es auch nur gut 25 Liter mehr. Natürlich lässt sich der ProCeed mit seiner Shooting Brake Form etwas umständlicher beladen. In beiden lässt sich kein wirklich großer Schrank oder gar ein ganzer Haushalt umziehen. Hier kommt man also ohnehin nicht um eine Sprinter Miete herum. Deshalb wäre für uns ganz klar der ProCeed mit seiner mehr als gelungenen Silhouette der Favorit. Das LED-Bank am Heck kommt übrigens serienmäßig, es leuchtet auch tagsüber, wenn nur das Tagfahrlicht aktiviert ist.

Die GT Line unterscheidet sich optisch eher geringfügig vom ProCeed GT. Am Kühlergrill fehlen die roten Linien, das GT Emblem und die roten Akzente inmitten der Wabenstruktur des Kühlers. Die GT Line kommt serienmäßig mit 17-Zoll Felgen (statt 18 Zoll beim GT). Die Seitenschweller in Hochglanz, ebenso die Blenden der Seitenspiegel und die Chromeinfassung der Seitenscheiben sind immer Serie. Weniger sexy sind die Fake-Auspuff-Blenden auf beidseitig. Unsere Lackierung Infra Red Metallic kostet 590 €.

Steht der 1.4 T-GDI mit 140 PS & DCT dem ProCeed?
Am besten passt zur dynamischen Optik des ProCeed natürlich die GT-Version mit dem nur dort verfügbaren 1.6 T-GDI mit 204 PS. Trotzdem hat uns interessiert, wie sich der 1.4 Turbobenziner mit 140 PS, 240 Nm Drehmoment und 7-Gang Doppelkupplungsgetriebe DCT im Shooting Brake macht. In unserer Ausstattung wiegt der ProCeed schließlich nur etwas mehr als 1.4 Tonnen. Wir konnten den ProCeed mehr als dynamisch durch etliche Serpentinen des Montserrat Gebirges nördlich von Barcelona bewegen. Gerade an starken Steigungen muss man beim 1.4er Benziner schon mal etwas aufs Gas gehen. Permanentes Vollgas war aber trotz freier Strecke nie nötig, um ordentlich um die Berge zu sprinten. Auf 100 km/h beschleunigt der 1.4 T-GDI übrigens in 9,2 Sekunden. (1.6 T-GDI: 7,6 Sekunden). Ohne die manuelle Schaltung gefahren zu sein empfehlen wir das rund 2.000 € teurere DCT: Es schaltet (mittlerweile) einfach richtig knackig und gut und steht Volkswagens DSG nur noch in wenigen Punkten nach.

Kia ProCeed GT Line in Infra Red Metallic mit (optionalen) 18-Zoll Felgen

Fahrwerk des ProCeed GT Line: Nur hinten straffer
Das Fahrwerk des ProCeed GT Line unterscheidet sich vom dem des „normalen“ Ceed und auch vom dem des ProCeed GT. In unsere GT Line befinden sich um 22% straffere Federn und um 3% steifere Stabilisatoren – allerdings nur an der Hinterachse. Die Vorderachse bleibt eine „Komfort Achse“. Bei sportlichen Fahrten lernt man die gute Straßenlage schnell zu schätzen. Serienmäßig liegen beide Trimlines außerdem 10 mm näher am Boden. Beim Herausbeschleunigen aus Kurven verpufft nicht viel Leistung an der Vorderachse, insgesamt lässt sich der ProCeed GT Line extrem gut und wankfrei durch Kurven scheuchen.

Man spürt den Unterschied zum Komfortfahrwerk also durchaus, allerdings ist das Fahrwerk der GT Line bei weitem nicht so sportlich, satt und hart wie beim eigentlichen GT. Wer öfters mit der Familie & auf der Langstrecke unterwegs ist, dem empfehlen wir in jedem Fall die GT Line. Sie ist der perfekte Kompromiss aus etwas Sportlichkeit und viel Komfort. Das Fahrwerk des GT ist zwar nicht knüppelhart, allerdings befindet sich das Sportfahrwerk an beiden Achsen, die Federn sind hier z.B. um 44% straffer als beim Serien-Ceed. Das könnte bisherigen Kia-Komfortfahrern schon etwas zu hart sein.

Der ProCeed GT bringt einige sinnvolle Ausstattungsmerkmale mit, die es bei der GT Line nur aufpreispflichtig gibt. So z.B. die 40:20:40 teilbare Rückbank, die Öffnung der Heckklappe per Fußgeste, oder das teilautonome Einparken. Dazu noch eine Klappenauspuffanlage, noch straffere Sportsitze und natürlich 60 PS mehr. Trotzdem liegt er preislich nur knapp 4.000 € über der GT Line. Hier gilt es also zu konfigurieren, auf was man Wert legt. Der 1.4 T-GDI oder der 1.6 CRDi Diesel mit 136 PS sind nur in der GT Line verfügbar. Assistenzsysteme wie die adaptive Geschwindigkeitsregelung, ein aktiver Stauassistent oder ein Toter-Winkel-Warner sind aber bei beiden Ausstattungsvarianten Serie.

Kia ProCeed GT Line 1.4 T-GDI DCT

Leistung/Drehmoment103 kW (140 PS) / 242 Nm
Getriebe:7-Gang DCT
Antrieb:Frontantrieb
0-100 km/h:9,4 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit205 km/h
Leergewichtca. 1.400 kg
Verbrauch angegeben5,7 Liter / 100 Km
AbgasnormEuro 6d-Temp
Kofferraumvolumen594 / 1.545 L
Basispreis 1.4 T-GDIab 27.690 €
Unser Testwagen konfiguriertDatenblatt PDF

Tipp: Bei diesem Modell lohnt sich der Vergleich der Leasing-Preise bei Vehiculum!

Über den Autor

Matthias Luft

Autor Matthias Luft faszinieren effiziente Motoren, moderne Designs und die neusten Fahrerassistenzsysteme.
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