Fahrbericht: Peugeot 308 SW HDi130 EAT8 im Test

2015 waren wir alles andere als zufrieden mit dem Peugeot 308: Die manuelle Schaltung war hakelig, Fahrerassistenz-Systeme waren nur einem unzureichenden Maß vorhanden. Jetzt sind wir den 308 in der Kombiversion nochmal gefahren und waren richtig begeistert: Der 130 PS Diesel macht in Verbindung mit der neuen 8-Gang Automatik richtig Spaß, auch die ACC und der Lenkassistent funktionieren nun korrekt und sogar richtig harmonisch.

Manuell, EAT6 oder EAT8 & der sparsame HDi 130
Man hätte es nicht erwartet, aber das Highlight am kompakten Peugeot Kombi ist aus unserer Sicht der Antrieb. Die 130 PS des 1.5 Liter BlueHDi haben uns allzeit völlig genügt, was auch das EAT8 möglich macht. Während die 6-Gang Schaltung sicher die schlechteste Wahl ist und das ehemalige EAT6 zwar schon besser war, als manuell zu schalten, ist das EAT8 nun wirklich gut gelungen. Die zwei zusätzlichen Gänge helfen nicht nur beim Diesel-Sparen, sie ermöglichen auch geschmeidige Kurven- und Landstraßen-Fahrten, bei denen das EAT8 stressfrei schaltet und immer den richtigen Gang zur Hand hat. Die 130 PS reichen dank der hohen Spreizung der Gänge also locker aus, um den ca. 1.4 Tonnen Schweren 308 SW in 9,4 Sekunden auf Tempo 100 zu bringen. Auch auf der Autobahn braucht man nicht wirklich lange, um im 3-stelligen Geschwindigkeitsbereich fix zu beschleunigen. Ein weiteres Highlight ist der überraschend niedrige Verbrauch des HDi 130. Obwohl wir zu großen Teilen schnell auf der Langstrecke unterwegs waren, lag unser Verbrauch im Schnitt nie über 6 Litern. Bei moderaten Fahrten waren 4,8 Liter kein Problem. Peugeot gibt 3,9 Liter an.

Endlich „richtige“ Assistenzsysteme
Wir hatten bei unserem Testwagen das Driver Assist und das Safety Paket für insg. 950 € an Bord. Hier gibt es nun endlich eine richtige ACC, die bis 180 km/h funktioniert. Bisher hatte Peugeots „ACC“ nicht aktiv bremsen können, sondern hat nur die Motorbremse genutzt. Die adaptive Geschwindigkeitsregelung funktioniert nun aber sehr zuverlässig, fehlerfrei und ohne unsaftes Abbremsen. In Verbindung mit dem EAT8 funktioniert sie im Stauverkehr auch bis 0 km/h, sie lässt den Wagen dann allerdings nicht selbst wieder anfahren. Optional gibt es auch einen aktiven Spurhalteassistenten, der genug Lenkkraft aufwenden kann, um den 308 in der Spur zu halten, wenn der Fahrer abzudriften droht. Er unterstützt nicht derart permanent wie der Lane Assist von VW, trotzdem ist er aber gut gelungen und stört mit seiner Arbeitsweise nie – wir haben ihn zumindest nie genervt abschalten müssen.

Lediglich das i-Cockpit passt zumindest für uns nicht
Mit dem Peugeots Cockpit können wir uns dagegen einfach nicht anfreunden. Egal wir ich mit 1,82 Metern Größe sitze: Ich habe nie das – eigentlich sehr gute – Multifunktionsdisplay im Blick. Das digital-like kleine Lenkrad ist gut gelungen und eine schöne Idee, die Abstände/Proportionen zum Fahrersitz hin sind aber irgendwie unpassend. Laut unseren Kommentaren bei YouTube gibt es natürlich durchaus auch Fahrer, die mit dem Cockpit wunderbar zurecht kommen. Wie beim DS7 hat sich leider auch der Start/Stopp Knopf des Motors als extrem träge in der Reaktion erwiesen – auch das zeigen wir an dieser Stelle im Video.

Insgesamt empfehlen wir den Peugeot 308 SW vor allem wegen seines gelungenen Antriebs und der Assistenzsysteme. Selbst Vielfahrer wie Außendienstler könnten sich unserer Meinung nach den großen 2-Liter Diesel sparen. Lediglich mit dem i-Cockpit muss man zurecht kommen.

Peugeot 308 SW GT-Line BlueHDi 130 EAT8

Leistung/Drehmoment 96 kW (130 PS) / 300 Nm
Getriebe8-Gang Automatik
AntriebFront
0-100 km/h9,4 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit206 km/h
Leergewicht1.279 - 1.510 kg
Kofferraumvolumen / Max.420 / 1.228 L
Verbrauch angegeben3,7 Liter / 100 Km
Verbrauch erfahren5-6 Liter / 100 Km
AbgasnormEuro 6d-Temp
Einstiegspreis18.950 €
Testwagenpreis35.140 €

1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Denke dass mit dem i-Cockpit ist nicht nur dein Problem, aber es dürfte spezifisch für Menschen mit längeren Beinen oder mehr Körpergrösse gelten. Ich habe mit meinen 1.75m relativ kurze Beine und komme mit dem i-Cockpit nach ein wenig Umgewöhnung prima klar, was aber für mich klar daran liegt, dass ich mit dem Lenkrad auf jeder Sitzeinstellung so weit runter kann, wie ich das brauche um die Instrumente sehen zu können, was aber eben daran liegt, dass meine Beine mir dabei nicht in den Weg kommen und ich nicht anstosse. Für kleinere Fahrer funktioniert es also prima und ich finde es so sogar besser als die klassische Ausrichtung durchs Lenkrad, für grössere Fahrer müsste man aber wohl über eine Andersgestalltung der Instrumente oder ein Headup-Display nachdenken.

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