Fahrberichte Mercedes-Benz Volvo

Volvo EX60 vs. Mercedes GLC Test: Technik, Bedienung und Assistenz im Vergleich

Der Volvo EX60 und der Mercedes GLC gehören zu den interessanten Elektro-SUVs in ihrem Segment. In diesem Vergleich geht es allerdings nicht primär um technische Daten oder Kofferraumgrößen, sondern um die Dinge, die im Alltag besonders wichtig sind: Bedienung, Nervfreiheit, Assistenzsysteme, Fahrwerk, Ladeverhalten und die verfügbare Technik. Beide Fahrzeuge wurden ausführlich und jeweils zweimal gefahren.


Licht und Außendesign

Beim Mercedes GLC kommt das neue Digital Light zum Einsatz. Statt der bisherigen rund 1,3 Millionen Mikrospiegel arbeitet die neue Variante mit mehr als 20.000 einzelnen Bildpunkten. Beim Volvo EX60 gibt es ein Pixel-LED-Licht mit rund 25.000 LED-Punkten. Das Volvo-System wurde zum Zeitpunkt des Vergleichs noch nicht ausführlich bei Nacht getestet. Beim GLC konnte dagegen bereits festgestellt werden, dass das Digital Light weiterhin zu den besten LED-Lichtsystemen im Segment gehört. Je nach Ausstattung gibt es beim Mercedes auch einfachere Scheinwerfer beziehungsweise die High-Performance-Scheinwerfer. Beim EX60 sind die Pixel-LED-Scheinwerfer in der getesteten Ultra-Ausstattung dabei. Beim später kommenden Basismodell kann die Ausstattung abweichen. Auch beim Design gehen beide Hersteller sehr unterschiedliche Wege. Der Volvo EX60 wirkt minimalistisch, skandinavisch und zurückhaltend und erinnert optisch noch an den früheren XC60. Der GLC wirkt von der Seite ebenfalls klassisch, trägt an der Front aber deutlich dicker auf. Zahlreiche LEDs sorgen für Animationen. Persönlich gefällt im Vergleich der zurückhaltendere Volvo besser, während der Mercedes an der Front aus Sicht des Testers etwas überladen wirkt.

Alltag und Nervfreiheit

Bei der Alltagstauglichkeit können beide Fahrzeuge überzeugen. Der Mercedes GLC setzt auf klassische Türgriffe, während der Volvo EX60 elektronische Türgriffe mit einem Button verwendet. Besonders interessant ist beim Volvo der Digital Key. Der EX60 lässt sich bereits mit einem Wallet Key aufschließen. Beim Mercedes ist diese Möglichkeit zum Zeitpunkt des Vergleichs noch nicht verfügbar. Das ist für den Tester ein Argument zugunsten des Volvo. Beim Kofferraum liegen die Fahrzeuge relativ nah beieinander: Der EX60 bietet 523 Liter, der GLC 570 Liter. Der Mercedes hat durch die Luftfederung zudem einen Vorteil beim Beladen. Eine Luftfederung gibt es beim Volvo EX60 nicht. Dafür ist der verfügbare Platz im unteren Bereich beim Volvo etwas besser gelöst.

Panoramadach und Parksytseme

Beide Fahrzeuge können mit einem PDLC-Dach ausgestattet werden. Mercedes bietet mit dem Sky Controller mehr Möglichkeiten und kann neben der Schattierung auch unterschiedliche Motive darstellen. Das Ganze wird zudem animiert. Beim Volvo EX60 kann das Glas ebenfalls abgedunkelt werden, allerdings ohne die zusätzlichen Motive des Mercedes. Bei den Parksysten liegt der Mercedes ebenfalls leicht vorne. Parkplätze werden auch bei schlechter eingezeichneten Parklücken anhand der Kamerabilder erkannt. Der Volvo bietet ebenfalls eine sehr gute grafische Darstellung, allerdings konnten im Test fortschrittliche Parkmanöver nicht zuverlässig durchgeführt werden.

Infotainment und Bedienung

Im Innenraum könnten die Unterschiede kaum deutlicher sein. Der Volvo EX60 setzt auf ein minimalistisches Konzept mit einem 15-Zoll-Touchscreen. Das System wirkt aufgeräumt und lässt sich angenehm bedienen. Im Vergleich zu früheren Elektro-Volvo-Modellen wie dem EX30 ist die Bedienung deutlich weiterentwickelt. Teilweise sind die Icons allerdings etwas klein. Mercedes setzt beim GLC mit dem Hyperscreen deutlich stärker auf große Displays und eine auffällige Darstellung. Anfangs wirkte das System im Studio noch übertrieben, nach zwei ausführlichen Fahrten konnte der Tester den großen Bildschirm jedoch schätzen lernen. Mercedes bietet insgesamt mehr Funktionen, während der Volvo übersichtlicher wirkt. Bei der Bedienung ist deshalb auch eine Frage des persönlichen Geschmacks entscheidend.

Auch bei der Performance der Systeme gibt es kaum große Unterschiede. Beide Fahrzeuge arbeiten schnell und flüssig. Apple CarPlay kann zwar auch einmal kurz hängen, insgesamt ist die Performance aber deutlich besser als beispielsweise bei einem VW ID.3 aus dem Jahr 2019. Beim Mercedes gibt es je nach Ausstattung zudem einen Beifahrerbildschirm, auf dem beispielsweise Spotify genutzt werden kann.

Sprachsteuerung und KI

Bei der Software gehen Volvo und Mercedes unterschiedliche Wege. Volvo setzt auf Google und nutzt Android Automotive. Besonders interessant ist Gemini Live, das mittlerweile auch auf Deutsch zur Verfügung steht. Damit kann der Fahrer mit einer KI sprechen und Fragen stellen. Auch die Sprachsteuerung von Mercedes ist inzwischen sehr gut und verfügt über KI-Integration. Beide Systeme können fortschrittliche Fragen beantworten. Allerdings gibt es weiterhin Grenzen. Beispielsweise konnten weder der Volvo noch der Mercedes im Test die genaue Netto-Batteriekapazität beantworten und verwiesen stattdessen auf das Handbuch.

Fahrwerk und Komfort

Ein deutlicher Unterschied zeigt sich beim Fahrwerk. Der getestete Mercedes GLC kostet rund 94.000 Euro und verfügt unter anderem über Hinterachslenkung und Airmatic-Luftfederung. Dadurch ist der GLC im Vergleich mit dem EX60 besonders leise und komfortabel. Das Fahrgefühl wird als extrem weich und beinahe wie auf einem Stück Butter beschrieben. Auch bei höheren Geschwindigkeiten bis 180 beziehungsweise maximal 210 km/h bleibt der GLC sehr angenehm.

Der Volvo EX60 verfügt dagegen nicht über eine Luftfederung. Volvo setzt auf schaltbare Dämpfer und die 4C-Federung. Diese Abstimmung kommt nach Einschätzung des Testers einer Luftfederung nahe, erreicht aber nicht ganz deren butterweiches Fahrgefühl. Der EX60 liegt damit zwischen dem komfortableren GLC und dem sportlicher abgestimmten BMW iX3.

Assistenzsysteme

Bei den Assistenzsystemen unterscheiden sich Mercedes GLC und Volvo EX60 deutlich. Mercedes bietet insgesamt mehr Möglichkeiten. Der GLC kann mit aktivem Lenkassistenten bis zu seiner Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h fahren. Beim Volvo EX60 ist der Pilot Assist nach dem Stand des getesteten Fahrzeugs serienmäßig verfügbar. Die Geschwindigkeit kann bis 180 km/h eingestellt werden, aktiv gelenkt wird allerdings nur bis 150 km/h.

Ein weiterer Vorteil des Mercedes ist die Übernahme von Verkehrsschildern als Geschwindigkeit. Das funktioniert beim Volvo EX60 nach den Erfahrungen aus dem Test noch nicht. Auch weitergehendes automatisiertes Fahren im Stadtverkehr, wie es bei Mercedes perspektivisch möglich sein könnte, ist beim Volvo noch nicht in Sicht. Gleichzeitig funktioniert der aktive Lenkassistent des Volvo im normalen Einsatz laut Test nahezu genauso gut.

Laden mit 800 Volt

Beide Fahrzeuge verfügen über ein 800-Volt-System und können sehr schnell laden. Der Volvo EX60 kommt laut Test auf bis zu 400 kW, während der Mercedes GLC je nach Variante etwa 320 bis 340 kW erreichen kann. Im konkreten Ladevorgang lag die Leistung beim GLC wegen des bereits zu rund 76 Prozent geladenen Akkus bei 132 kW. Interessant wird es bei älteren beziehungsweise langsameren 400-Volt-Ladesäulen. Während der Volvo EX60 dank DC/DC-Booster weiterhin deutlich über 300 kW laden kann, ist der Mercedes GLC dort auf 100 kW begrenzt. Für die Batteriegröße des Mercedes ist das aus Sicht des Testers schade. Insgesamt funktioniert das Laden bei beiden Fahrzeugen aber sehr gut. Auch Autocharge funktioniert beim Mercedes im Test problemlos. Zu Hause können beide Fahrzeuge mit 22 kW laden, wobei dies beim EX60 laut Test für die P10-Variante gilt.

Preis und Ausstattung

Am Ende fällt die Entscheidung trotz der technischen Vorteile des Mercedes zugunsten des Volvo EX60 aus. Der entscheidende Punkt ist der Preis. Die beiden Testwagen lagen rund 16.000 Euro auseinander. Der Mercedes bringt dafür allerdings auch deutlich mehr Ausstattung mit, darunter das aufwendigere Infotainment, die Hinterachslenkung und die Airmatic-Luftfederung.

Der Volvo hat wiederum den Vorteil, dass bereits in der Basis mehr Ausstattung enthalten ist. Dazu gehört beispielsweise der Pilot Assist. Während sich beim Mercedes im Konfigurator weiterhin zahlreiche zusätzliche Optionen auswählen lassen, beschränkt sich der Volvo in der Ultra-Ausstattung auf vergleichsweise wenige zusätzliche Haken.

Fazit: Volvo EX60 oder Mercedes GLC?

Beide Fahrzeuge sind im Alltag nervfrei und gut zu bedienen. Der Mercedes GLC bietet mehr technische Möglichkeiten, ein besonders komfortables Fahrwerk, mehr Funktionen beim Assistenzsystem und insgesamt ein sehr überzeugendes Gesamtpaket. Auch die Bedienung des zunächst sehr auffälligen Hyperscreens konnte nach mehreren Fahrten überzeugen.

Der Volvo EX60 punktet dagegen mit seinem minimalistischen Konzept, dem funktionierenden Digital Key, einer guten Bedienung, umfangreicher Serienausstattung und vor allem mit dem besseren Preis-Leistungs-Verhältnis. Für den Tester wäre deshalb trotz der vielen technischen Vorteile des Mercedes der Volvo EX60 die bevorzugte Wahl. Der GLC wäre eigentlich das Wunschauto, ist in dieser Konfiguration aber schlicht zu teuer. Genau deshalb fällt das Preis-Leistungs-Verhältnis zugunsten des Volvo EX60 aus.

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Dieser Text ist auf der Basis unseres YouTube Videos mit einer automatischen Transkription entstanden.

Über den Autor

Matthias Luft

Autor Matthias Luft faszinieren effiziente Motoren, moderne Designs und die neusten Fahrerassistenzsysteme.

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