Fahrberichte Volkswagen

VW Touareg Final Edition im Test: Lohnt sich das Luxus-SUV noch?

Der VW Touareg der dritten Generation verabschiedet sich mit der Final Edition. Seit 2018 hat uns das große SUV auf zahlreichen Fahrten begleitet – unter anderem in Marokko, Österreich und Island. Nun endet die aktuelle Generation. Doch was zeichnet die Final Edition aus, lohnt sich der Touareg 2026 noch und kann der deutlich modernere VW Tayron eine Alternative sein? Außerdem geht es um die wichtigsten Punkte, auf die man beim Kauf eines gebrauchten Touareg III achten sollte.


VW Touareg III: Seit 2018 ein besonderer Volkswagen

Die dritte Generation des VW Touareg kam 2018 auf den Markt und wurde unter anderem mit Allradlenkung und Luftfederung angeboten. Anfang 2023 folgte das Facelift. Dieses erkennt man vor allem an den Scheinwerfern mit drei Lichtmodulen und IQ.LIGHT. Dazu kam das beleuchtete Volkswagen-Logo. Ansonsten fielen die Änderungen vergleichsweise überschaubar aus.

Was bietet die Final Edition?

Bei der Final Edition hätte man sich aus unserer Sicht einen etwas würdigeren Abschied gewünscht. Die Änderungen gegenüber den normalen Modellen fallen überschaubar aus. Das hier gezeigte Fahrzeug ist in Tamarindenbraun lackiert und steht auf 21-Zoll-Rädern. Gerade bei den Felgen fällt die persönliche Bewertung allerdings kritisch aus. Die Gestaltung gefällt nicht besonders und es gäbe aus unserer Sicht schönere Möglichkeiten, den Touareg zu konfigurieren. Zu den speziellen Merkmalen gehören eine gelaserte Final-Edition-Kennzeichnung, entsprechende Einstiegsleisten sowie weitere Details im Innenraum. Auch das Dashboard trägt eine hinterleuchtete Final-Edition-Kennzeichnung. Besonders schön ist die Prägung im Innenraum. Eine spezielle Animation im Cockpit gibt es dagegen nicht. Die Final Edition ist außerdem keine eigenständige Ausstattungslinie, sondern für verschiedene Ausstattungen erhältlich. Das hier gezeigte Fahrzeug ist mit dem 286 PS starken V6 TDI ausgestattet und kostet mit zahlreichen Extras rund 120.000 Euro. Unter anderem sind das Black-Style-Paket und das Lederpaket Varenna an Bord.

Gebrauchter VW Touareg III: Darauf sollte man achten

Wer einen gebrauchten Touareg der dritten Generation sucht, sollte sich die Ausstattung genau ansehen. Das Cockpit ist inzwischen etwas in die Jahre gekommen. Der Touareg wurde im Prinzip seit 2018 technisch nicht mehr grundlegend weiterentwickelt und besitzt deshalb weiterhin viele klassische Bedienelemente. Besonders wichtig ist das Infotainment. Das große Innovision Cockpit mit 15-Zoll-Bildschirm gehört für uns klar zu den empfehlenswerten Ausstattungen. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt finden sich auch Fahrzeuge mit dem kleineren Infotainment-System. Wer einen Touareg kauft, sollte möglichst das große System nehmen, weil es einen wesentlichen Teil des besonderen Charakters ausmacht. Beim Facelift wurden unter anderem Darstellungen, Schriftarten und einige Funktionen aktualisiert. Gleichzeitig zeigen sich die Grenzen der älteren Plattform. Aktuelle Assistenzsysteme wie im Tayron gibt es im Touareg nicht. Auch bei Apple CarPlay kann es Schwächen bei der Konnektivität geben. Das Head-up-Display wirkt heute ebenfalls nicht mehr zeitgemäß. Es ist vergleichsweise klein und kann mit modernen Augmented-Reality-Systemen aktueller Volkswagen-Modelle nicht mithalten.

Hochwertiges Cockpit bleibt eine Stärke

Trotz dieser Schwächen besitzt der Touareg Eigenschaften, die der Tayron nicht annähernd erreicht. Echtes Leder, eine breite Mittelkonsole, hochwertige Materialien und echtes Holz vermitteln weiterhin ein deutlich luxuriöseres Gefühl. Gerade bei vielen kleinen Details ist die Wertigkeit spürbar. Dazu gehören beispielsweise die geteilte Sonnenblende oder die aufwendig gestalteten Bedienelemente der Lüftungsdüsen. Auch das Dynaudio-Soundsystem gehört zu den Ausstattungsmerkmalen, die den Touareg besonders machen. Seit dem Facelift ist außerdem wieder ein Lenkrad mit physischen Tasten vorhanden, was die Bedienung angenehm macht.

Assistenzsysteme und Nachtsicht

Beim Thema Assistenzsysteme kann der Touareg seine ältere Plattform nicht vollständig verbergen. Zwar gibt es einen Travel Assist, dieser arbeitet aber nicht auf dem Niveau der neuesten Volkswagen-Modelle. Besonders bei der Erkennung von Verkehrszeichen gab es beim Touareg seit Beginn Probleme. Eine große Besonderheit bleibt dagegen das Lichtsystem. Der Touareg war 2018 der erste Volkswagen mit IQ.LIGHT und zahlreichen einzelnen Lichtmodulen. Außerdem war eine Nachtsichtunterstützung erhältlich. Damit konnten Personen und Tiere bei Dunkelheit erkannt und gezielt angeblitzt werden. Ein derart aufwendiges System findet sich bei Volkswagen heute kaum noch. Auch das ferngesteuerte Parken war bereits vor dem Facelift möglich und lässt sich weiterhin per App nutzen.

V6 TDI mit 286 PS: Der Touareg kann mehr

Im Test fährt der Touareg mit dem 286 PS starken V6 TDI. Dieser Motor passt aus unserer Sicht sehr gut zum großen SUV. Den gleichen Motor gab es auch mit 230 PS. Darüber hinaus waren im Laufe der Modellgeschichte unter anderem ein Plug-in-Hybrid als Touareg R und für kurze Zeit der V8 TDI erhältlich. Insgesamt wurden seit Anfang der 2000er-Jahre rund 1,3 bis 1,4 Millionen Touareg verkauft. Der V8 TDI war nach unserer Empfindung etwas spaßiger als der V6 TDI. Der 286-PS-Diesel ist bei normaler Fahrweise allerdings ebenfalls mit einem Verbrauch um etwa 10 Liter unterwegs. Das könnte zwar besser sein, am Motor wurde in dieser Hinsicht aber nicht mehr grundlegend etwas verändert.

Touareg oder Tayron?

Der Vergleich mit dem VW Tayron ist interessant. Beim Tayron ist aktuell bei rund 194 PS im 2.0 TDI Schluss, während der Touareg mit seinem V6 TDI deutlich mehr Leistung bietet. Ein wesentlicher Unterschied liegt außerdem beim Allradantrieb. Der Touareg verfügt über einen permanenten Allradantrieb. Beim modernen Tayron mit Allrad wird die Hinterachse dagegen situativ zugeschaltet. Im normalen Alltag dürfte der Unterschied kaum auffallen. Wer jedoch regelmäßig in winterlichen Regionen unterwegs ist, kann den permanenten Allradantrieb des Touareg zu schätzen wissen. Auch bei der Anhängelast spielt der Touareg seine Größe aus. Je nach Ausführung kann er bis zu rund 3,5 Tonnen ziehen. Der Tayron liegt hier deutlich darunter.

 

Luftfederung und Fahrkomfort

Eine weitere Ausstattung, die den Touareg besonders macht, ist die Luftfederung. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt werden Fahrzeuge ohne Luftfederung, Wankstabilisierung oder Allradlenkung teilweise deutlich günstiger angeboten. Aus unserer Sicht machen gerade diese Komponenten den Touareg aber aus. Die Luftfederung fährt ausgesprochen komfortabel und bügelt Unebenheiten sehr gut weg. Gerade auf der Autobahn ist der Touareg angenehm ruhig und sehr gut gedämmt. Dazu kommt die praktische Allradlenkung, die vor allem beim Rangieren auf engen Parkplätzen hilft. Der Tayron ist ähnlich groß und teilweise sogar etwas größer, kommt aber ohne Allradlenkung aus.

Fahrgefühl und Automatik

Der V6 TDI ist mit einer Achtgang-Automatik als Wandlergetriebe kombiniert. Das Getriebe ist auf das hohe Drehmoment und das Ziehen schwerer Anhänger ausgelegt. Beim Anfahren gibt es allerdings manchmal eine kurze Gedenksekunde. Der Tayron arbeitet mit einem DSG und fühlt sich dadurch moderner und spontaner an. Auch die Antriebe wirken insgesamt frischer. Trotzdem hat der V6 TDI des Touareg seinen eigenen Reiz. Gerade das gesamte Fahrgefühl ist etwas Besonderes. Auf der Autobahn fährt der Touareg deutlich ruhiger und komfortabler als der Tayron.

Was der Tayron besser kann

Der Tayron hat gegenüber dem Touareg vor allem beim Platzangebot Vorteile. Er bietet mehr Raum und wirkt durch seine modernere Konstruktion praktischer. Wer möglichst viel Platz und aktuelle Technik sucht, bekommt mit dem Tayron deshalb eine interessante Alternative. Beim Luxus bleibt der Touareg dagegen klar überlegen. Materialien, Verarbeitung und zahlreiche kleine Details vermitteln ein Niveau, das der Tayron nicht erreicht. Auch spezielle Fähigkeiten wie die bei früheren Tests bewältigten Wassertiefen von bis zu einem Meter gehören zu den Stärken des Touareg.

Lohnt sich die Final Edition?

Die Final Edition bringt aus unserer Sicht keinen wirklich nennenswerten Mehrwert. Sie bietet einen attraktiven Touareg Facelift und spezielle Kennzeichnungen, aber die Unterschiede zu den normalen Ausstattungen fallen gering aus. Für einen würdigeren Abschied hätte es durchaus mehr exklusive Details geben dürfen. Der Touareg selbst kann sich 2026 allerdings weiterhin lohnen – insbesondere für spezielle Einsatzzwecke. Wer regelmäßig schwere Anhänger zieht oder besonders viel Luxus und Komfort möchte, findet im Touareg weiterhin ein Fahrzeug mit besonderen Eigenschaften. Die Final Edition startete bei 74.000 Euro. Das hier getestete Fahrzeug kostet aufgrund seiner umfangreichen Ausstattung rund 120.000 Euro.

Was kommt nach dem Touareg?

Volkswagen hatte zunächst angekündigt, dass die Final Edition bis Ende März 2026 bestellbar sein sollte. Zum Zeitpunkt des Tests war das Sondermodell allerdings weiterhin im Konfigurator zu finden, obwohl es gleichzeitig als ausverkauft kommuniziert wurde. Spannend ist vor allem die Zukunft des Namens Touareg. Volkswagen spricht vom Ende des Touareg mit Verbrennungsmotor. Gleichzeitig gibt es Hinweise darauf, dass der Name nicht endgültig verschwinden muss. Eine elektrische Neuauflage wäre deshalb denkbar. Welche Plattform dafür zum Einsatz kommen könnte, bleibt offen. Im Video werden verschiedene Möglichkeiten diskutiert, wobei eine Lösung auf der PPE-Plattform als besonders plausibel eingeschätzt wird.

Fazit zum VW Touareg Final Edition Test

Der VW Touareg verabschiedet sich mit einer Final Edition, die ihrem Namen zwar gerecht wird, aus unserer Sicht aber etwas zu wenig Besonderheiten bietet. Für einen würdigeren Abschied hätte es mehr exklusive Details geben dürfen. Der Touareg selbst bleibt jedoch ein außergewöhnliches SUV. Die Kombination aus V6 TDI, permanentem Allradantrieb, Luftfederung, Allradlenkung, hoher Anhängelast und dem hochwertigen Innenraum macht ihn auch 2026 interessant. Wer diese Eigenschaften benötigt oder großen Wert auf Luxus legt, findet im Tayron keinen vollwertigen Ersatz. Der Tayron ist dafür moderner, praktischer und beim Platzangebot überlegen. Auch die Assistenzsysteme und Antriebe wirken aktueller. Wer dagegen das besondere Fahrgefühl, die hohe Wertigkeit und die Fähigkeiten des großen Touareg sucht, sollte sich weiterhin mit dem Touareg III beschäftigen – gerade auch als Gebrauchtwagen.Die Final Edition ist damit weniger ein großer technischer Abschluss als vielmehr das Ende einer besonderen Touareg-Generation. Ob und wann der Name als elektrischer Touareg zurückkehrt, bleibt abzuwarten.

YouTube-Video:

Dieser Text ist auf der Basis unseres YouTube Videos mit einer automatischen Transkription entstanden.

Über den Autor

Matthias Luft

Autor Matthias Luft faszinieren effiziente Motoren, moderne Designs und die neusten Fahrerassistenzsysteme.

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