Mit der neuen elektrischen Mercedes C-Klasse bringt Mercedes nicht nur eine neue Elektro-Limousine auf den Markt, sondern auch eine überarbeitete Generation der Assistenzsysteme. Im Mittelpunkt stehen dabei die verschiedenen MB Drive Assist-Pakete, neue Funktionen, die künftig per Software freigeschaltet werden sollen, sowie eine hohe Effizienz auf der Autobahn. Wir haben uns den Mercedes C 400 4MATIC genauer angesehen und zeigen, worauf man bei der Konfiguration achten sollte.
Welche Assistenzsysteme sind serienmäßig?
Der Testwagen kommt auf einen Gesamtpreis von rund 94.000 Euro und ist entsprechend umfangreich ausgestattet. Bereits in der Serienausstattung gehört die Distronic zum Fahrzeug. Das aktive Abstandsregelsystem ist damit immer an Bord – sowohl bei der elektrischen C-Klasse als auch beim neuen CLA und dem CLA Shooting Brake. Darüber hinaus bietet Mercedes verschiedene Assistenzpakete an. Die wichtigste Ausbaustufe ist aktuell der MB Drive Assist. Hier kommt zum aktiven Spurhalteassistenten zusätzlich ein aktiver Lenkassistent hinzu. Das Fahrzeug hält damit nicht nur die Spur, sondern positioniert sich aktiv mittig innerhalb der Fahrbahn. Gerade auf Landstraßen funktioniert dieses System im Test ausgesprochen souverän und zählt aktuell zu den besten Level-2-Systemen. Ebenfalls Bestandteil des Pakets ist der Spurwechselassistent. Dieser unterstützt beim Wechsel auf der Autobahn und arbeitet insgesamt zuverlässig. Je nach Verkehrssituation muss der Fahrer den Spurwechsel jedoch weiterhin selbst bestätigen.

MB Drive Assist Pro soll künftig noch mehr können
Interessant wird es mit dem angekündigten MB Drive Assist Pro. Dieses Paket ist derzeit noch nicht konfigurierbar, soll künftig aber zusätzliche Sensoren und Kameras mitbringen. Damit möchte Mercedes künftig Level 2+ ermöglichen. Geplant ist eine Point-to-Point-Navigation im Stadtverkehr, bei der das Fahrzeug den Fahrer deutlich stärker unterstützt. Nach aktueller Planung soll diese Funktion voraussichtlich erst mit einem späteren Softwarestand verfügbar werden. Wer heute bereits das passende Assistenzpaket bestellt, könnte später von diesen zusätzlichen Funktionen profitieren. Ob sich das lohnt, hängt letztlich vom persönlichen Nutzungsprofil ab.
Notbremsassistent überzeugt auf der Teststrecke
Auf einer abgesperrten Teststrecke demonstriert Mercedes verschiedene Gefahrensituationen. Dazu gehören plötzlich kreuzende Motorräder, Kinder am Fahrbahnrand oder eine unerwartet auf die Straße tretende Person. Dabei zeigt sich, dass der Bremsassistent zuverlässig arbeitet. Das Fahrzeug erkennt die Hindernisse frühzeitig, leitet starke Bremsungen ein und strafft im Ernstfall sogar die Sicherheitsgurte. Selbst bei anspruchsvollen Szenarien bleibt ausreichend Sicherheitsabstand bestehen. Auch die Erkennung eines Stauendes funktioniert mittlerweile deutlich sanfter als noch vor einigen Jahren. Während frühere Systeme teilweise sehr abrupt reagiert haben oder in günstigeren Fahrzeugen gar nicht eingriffen, bremst die neue elektrische C-Klasse kontrolliert und komfortabel ab.

Neue Ampelerkennung in Vorbereitung
Mercedes arbeitet außerdem an einer Ampelerkennung. Im Testfahrzeug ist diese Funktion bereits als Vorschau zu sehen, gehört derzeit jedoch noch nicht zum Serienumfang. Das System erkennt rote und grüne Ampeln und soll künftig auch das automatische Weiterfahren unterstützen. Vermutet wird, dass diese Funktion später Bestandteil des MB Drive Assist Pro wird. Auch eine Warnung vor Stoppschildern erscheint denkbar. Im Vergleich zu Herstellern wie BMW oder dem Volkswagen-Konzern kommt Mercedes mit dieser Funktion zwar später auf den Markt, erweitert damit aber das eigene Assistenzangebot deutlich.
Parkassistent und Hands-on-Erkennung
Beim Parken bietet Mercedes verschiedene Ausstattungsvarianten an. Wer die vollständige 360-Grad-Rundumsicht inklusive Fahrzeugprojektion nutzen möchte, benötigt den erweiterten Park Assist 360. Besonders positiv fällt außerdem die Hands-on-Erkennung auf. Anders als bei vielen anderen Herstellern genügt es bereits, zwei oder drei Finger locker am Lenkrad zu lassen. Das System erkennt dies zuverlässig, ohne dass ständig spürbare Lenkbewegungen notwendig sind. Gerade auf langen Autobahnfahrten sorgt das für ein entspanntes Fahrerlebnis.

Verbrauch und Zweiganggetriebe
Auch beim Antrieb setzt Mercedes auf eine interessante Lösung. Die Elektroplattform verfügt an der Hinterachse über ein Zweiganggetriebe. Der erste Gang ist kurz übersetzt und sorgt für kräftige Beschleunigung. Der zweite Gang ist speziell für höhere Geschwindigkeiten ausgelegt und reduziert die Drehzahl des Elektromotors. Dadurch sinkt insbesondere auf der Autobahn der Energieverbrauch. Während der Testfahrt wurden auf 108 Kilometern weniger als 20 kWh pro 100 Kilometer erreicht. Der neue CLA fällt zwar noch etwas sparsamer aus, allerdings ist die elektrische C-Klasse schwerer und in dieser Version als C 400 4MATIC mit zwei Elektromotoren unterwegs.
Hyperscreen und Bedienung
Auch beim Infotainment setzt Mercedes auf moderne Technik. Der große Hyperscreen bietet zahlreiche Funktionen und setzt vollständig auf Touchbedienung. Trotz der Vielzahl an Möglichkeiten wirkt die Bedienung übersichtlich. Große Symbole und logisch aufgebaute Menüs erleichtern den Alltag. Das neue Betriebssystem erlaubt zudem eine individuelle Anordnung der Funktionen, wodurch häufig genutzte Anwendungen schnell erreichbar sind. Positiv fällt ebenfalls auf, dass wichtige Informationen wie Navigation oder Tempolimits jederzeit gut sichtbar bleiben. Auch die neuen Walzen am Lenkrad erleichtern die Bedienung während der Fahrt.

Fazit
Die neue elektrische Mercedes C-Klasse überzeugt vor allem mit ihren modernen Assistenzsystemen, einer hohen Effizienz und einem sehr komfortablen Fahrverhalten. Besonders das aktive Lenksystem, die ausgezeichnete Hands-on-Erkennung sowie der souverän arbeitende Bremsassistent hinterlassen einen starken Eindruck. Spannend bleibt, welche zusätzlichen Funktionen Mercedes künftig über den MB Drive Assist Pro freischalten wird. Wer bereits heute Wert auf modernste Assistenzsysteme legt, sollte die verschiedenen Ausstattungspakete bei der Konfiguration genau vergleichen.
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