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Audi A2 e-tron Test: Überraschend effizienter Elektro-Crossover mit ID-Technik?

Der Audi A2 e-tron sorgt schon vor seiner offiziellen Premiere für Gesprächsstoff. Der Name erinnert zwar an den legendären Audi A2, technisch handelt es sich jedoch um ein völlig neues Fahrzeug. Der kompakte Elektro-Crossover setzt auf die MEB-Plattform des Volkswagen-Konzerns und nutzt damit dieselbe technische Basis wie der VW ID.3. Audi verspricht jedoch spürbare Verbesserungen bei Aerodynamik, Effizienz und Komfort. Wir konnten den Prototypen bereits ausführlich fahren und wollten vor allem wissen: Wie sparsam ist der neue Audi A2 e-tron wirklich?


Aerodynamik steht klar im Mittelpunkt

Schon beim ersten Rundgang fällt auf, dass Audi viel Aufwand in die Aerodynamik investiert hat. Luftkanäle an der Front leiten den Fahrtwind gezielt an den Rädern vorbei, hinzu kommen aerodynamisch optimierte Felgen in 18 bis 20 Zoll sowie eine aktive Kühlerjalousie. Letztere öffnet sich nur bei Bedarf und soll den Energieverbrauch um rund 0,19 kWh auf 100 Kilometer reduzieren. Mit einem cW-Wert von 0,24 erreicht der Audi für ein kompaktes SUV einen sehr guten Wert. Zum Vergleich: Ein VW ID.3 liegt bei etwa 0,26. Zusätzlich ist der komplette Unterboden bis zum Heck verkleidet, wodurch die Luft noch sauberer unter dem Fahrzeug hindurchströmen kann.

Bekannte Technik mit gezielten Verbesserungen

Die technische Basis stammt vom Volkswagen-Konzern und ist bereits aus dem aktuellen ID.3 bekannt. Im Testwagen arbeitet der APP350-Elektromotor mit 350 Nm Drehmoment und 190 PS. Kombiniert wird er mit dem bekannten LFP-Akku, der bei Audi mit 61 kWh brutto angegeben wird. Audi hat den Antrieb jedoch an mehreren Stellen weiter optimiert. Dazu gehören unter anderem neue Siliziumkarbid-Halbleiter, dünnere Bleche im Elektromotor, ein neues Leichtlauföl sowie eine längere Getriebeübersetzung. Ziel dieser Maßnahmen ist vor allem eine nochmals bessere Effizienz. Geladen wird der Akku mit bis zu 105 kW an der Schnellladesäule beziehungsweise mit 11 kW an der Wallbox.

Mehr Audi-Gefühl als im ID.3

Obwohl die technische Basis bekannt ist, vermittelt der A2 e-tron im Innenraum einen deutlich hochwertigeren Eindruck. Das Cockpit orientiert sich an den aktuellen Audi-Modellen und soll mit der bekannten Audi-Software ausgestattet sein. Auch die Bedienung wirkt klassischer als bei Volkswagen, da weiterhin einige physische Tasten und Drehregler vorhanden sind. Hinzu kommen Ausstattungsmerkmale, die es beim ID.3 teilweise nicht gibt. Dazu zählen beispielsweise bündig integrierte Touch-Türgriffe oder eine elektrische Heckklappe. Auch bei der Geräuschdämmung legt Audi nach: Akustikverglasung an den Seitenscheiben sorgt im Test für einen spürbar ruhigeren Innenraum.

Fahrverhalten mit sportlicher Abstimmung

Unser Prototyp war offenbar mit einem Sportfahrwerk ausgestattet und wirkte etwas tiefer als vergleichbare Modelle auf MEB-Basis. Das Fahrwerk vermittelt insgesamt einen etwas strafferen Eindruck als beim VW ID.3, ohne dabei unkomfortabel zu werden. Die Beschleunigung entspricht weitgehend dem bekannten Antrieb aus dem Konzern und bewegt sich subjektiv bei rund neun Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit dürfte bei dieser Variante bei etwa 165 km/h liegen. Für leistungsstärkere Versionen mit größerem Akku sind später weitere Antriebsvarianten denkbar.

Der Verbrauch überzeugt

Der eigentliche Schwerpunkt unserer Testfahrt war jedoch die Effizienz. Auf einer rund 150 Kilometer langen Strecke mit überwiegend Landstraße sowie kurzen Autobahnabschnitten und Geschwindigkeiten zwischen 110 und 120 km/h erreichte der Audi A2 e-tron einen Durchschnittsverbrauch von lediglich 12,1 kWh pro 100 Kilometer. Selbst nach einer deutlich dynamischeren Fahrweise über weitere rund 100 Kilometer lag der Durchschnitt noch bei etwas über 14 kWh pro 100 Kilometer. Das sind sehr gute Werte für ein Fahrzeug dieser Klasse. Nach unserer Einschätzung bringen die zahlreichen Aerodynamik- und Antriebsoptimierungen gegenüber dem technisch verwandten VW ID.3 einen Vorteil von etwa 1,5 bis 2 kWh pro 100 Kilometer. Damit dürfte der Audi besonders im Stadt- und Überlandverkehr zu den effizientesten Elektrofahrzeugen seines Segments gehören.

Hohe Geschwindigkeiten bleiben die Schwäche

Trotz der gelungenen Effizienz sehen wir auch einen Kritikpunkt. Wie bereits beim VW ID.3 steigt der Verbrauch bei dauerhaft hohen Autobahngeschwindigkeiten deutlich an. Der längere Gang hilft zwar etwas, ersetzt aber kein Zweiganggetriebe, wie es beispielsweise der Mercedes CLA nutzt. Wer regelmäßig lange Strecken mit Dauervollgas fährt, wird deshalb auch beim Audi A2 e-tron mit entsprechend höheren Verbrauchswerten rechnen müssen.

Fazit

Der Audi A2 e-tron zeigt bereits als Prototyp, wie viel Potenzial in der bekannten MEB-Technik steckt. Audi übernimmt zwar den Antrieb des Volkswagen-Konzerns, verbessert ihn jedoch mit zahlreichen Detailmaßnahmen bei Aerodynamik, Software, Komfort und Geräuschdämmung. Besonders beeindruckend ist der niedrige Verbrauch, der in unserem Test selbst unter realistischen Bedingungen außergewöhnlich gut ausfiel. Wer ein effizientes Elektrofahrzeug für Alltag und Stadtverkehr sucht, dürfte hier eine interessante Alternative zum VW ID.3 finden. Bleibt am Ende vor allem die Frage nach dem Preis, denn gegenüber dem technisch verwandten Volkswagen dürfte der Audi spürbar teurer werden. Ob der Aufpreis gerechtfertigt ist, wird letztlich die Serienversion zeigen.

YouTube-Video:

 

Dieser Text ist auf der Basis unseres YouTube Videos mit einer automatischen Transkription entstanden.

Über den Autor

Matthias Luft

Autor Matthias Luft faszinieren effiziente Motoren, moderne Designs und die neusten Fahrerassistenzsysteme.

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