Fahrberichte Škoda

Skoda Enyaq Test: Modelljahr 2027 mit neuen Technik-Features

Neue Technik für Enyaq und Elroq

Mit dem Modelljahr 2027 bringt Skoda für Enyaq und Elroq zahlreiche neue Technik-Features. Im Praxistest schauen wir uns vor allem die Neuerungen bei Infotainment, Ladeplanung, Assistenzsystemen, Digital Key und weiteren Details an. Dafür steht uns bei Motor Nützel in Bamberg ein Skoda Enyaq RS als Geschäftswagen zur Verfügung. Einige der neuen Funktionen sind dabei bereits im Alltag ausprobierbar, andere sollen erst später freigeschaltet werden.


Frunk und neue Details außen

Eine der sichtbaren Neuerungen ist der Frunk. Der zusätzliche Stauraum fasst 21 Liter und ist mit Styropor ausgekleidet. Ein Ladekabel lässt sich dort unterbringen und der Bereich ist nach oben geschlossen. Damit bleibt der Inhalt auch bei Wind und Wetter geschützt. Eine vergleichsweise einfache Lösung, die den zusätzlichen Stauraum sinnvoll nutzbar macht. Neu sind auch die Gasdruckdämpfer für die Frunk-Haube, die beim Modelljahr 2027 serienmäßig dazugehören. Auch bei der Beleuchtung gibt es eine kleine, aber interessante Neuerung. Neben Tagfahrlicht und Abblendlicht gibt es eine Zwischenstufe. Erkennt das Fahrzeug schlechte Witterung oder Dunkelheit, aber noch keine vollständige Dunkelheit, werden bei aktiviertem Tagfahrlicht auf Automatik zusätzlich die Heckleuchten eingeschaltet. Erst danach folgt das Abblendlicht.

Qi2-Laden mit 25 Watt

Im Innenraum gehört das neue induktive Laden zu den interessanteren Technik-Features. Das System unterstützt Qi2 mit bis zu 25 Watt und wird während des Ladevorgangs aktiv gekühlt. Für passende Smartphones ist das praktisch, allerdings gibt es auch einen Nachteil. Ein schweres Smartphone kann beispielsweise mit einer günstigen Hülle auf der Ladefläche verrutschen. Wer ein älteres iPhone oder ein anderes Smartphone ohne passende MagSafe- beziehungsweise Qi-Unterstützung besitzt, kann den neuen Ladeplatz möglicherweise nicht nutzen. Die USB-C-Anschlüsse vorne und hinten bleiben allerdings erhalten und bieten weiterhin ausreichend Leistung.

Digital Key kommt später

Eine weitere angekündigte Neuerung ist der Digital Key. Aktuell funktioniert dieser im getesteten Fahrzeug allerdings noch nicht. Skoda und Volkswagen wollen die Funktion zu einem späteren Zeitpunkt per Over-the-Air-Update freischalten. Vorgesehen ist, das Fahrzeug zunächst über die MyŠkoda App zu koppeln. Daraus soll sich langfristig ein vollwertiger digitaler Schlüssel erstellen lassen, der über UWB auch die Annäherung an das Fahrzeug erkennen und es entsprechend aufschließen kann. Der Funktionsumfang soll außerdem langfristig das Starten des Fahrzeugs ermöglichen. Im Test ist deshalb zunächst das neue Menü für den digitalen Schlüssel zu sehen. Wann die Funktion tatsächlich freigeschaltet wird, bleibt abzuwarten. Genau das ist aus unserer Sicht etwas schade, denn bei einem neu vorgestellten Technik-Feature wäre eine sofortige Nutzung natürlich wünschenswert.

Neues Infotainment mit Android-Basis

Eine der Hauptneuerungen des Modelljahres 2027 ist das überarbeitete Infotainment-System. Skoda spricht dabei von einem Android-basierten System. Es handelt sich allerdings nicht um Android Automotive wie beispielsweise bei Volvo, sondern weiterhin um ein von Volkswagen entwickeltes System auf Android-Basis. Apple CarPlay und Android Auto lassen sich weiterhin nutzen. Gleichzeitig können Apps direkt im Fahrzeug installiert werden. Damit ist beispielsweise auch Spotify nativ nutzbar. Die Oberfläche bietet außerdem neue Menüpunkte und mehr Möglichkeiten zur Individualisierung. Favoriten und Shortcuts lassen sich für häufig benötigte Funktionen nutzen. Auch das Control Center wurde überarbeitet. Insgesamt fällt das neue System zunächst durch die größere Zahl an Icons auf. Nach kurzer Eingewöhnung kommt man laut Test aber gut zurecht und die Bedienung wirkt gegenüber der bisherigen Version verbessert.

Neue Routenplanung für Elektroautos

Besonders interessant ist die überarbeitete Routenplanung. Im Test wird eine Strecke von Bamberg nach Berlin geplant. Dabei zeigt sich, dass die Ladeplanung deutlich mehr Einstellungsmöglichkeiten bietet. So lässt sich beispielsweise festlegen, welche Ladeleistung mindestens vorhanden sein soll. Auch Ladeanbieter können gefiltert und priorisiert werden. Wer beispielsweise nur bestimmte Anbieter nutzen möchte oder einzelne Anbieter vermeiden will, kann die Auswahl entsprechend anpassen. Zusätzlich lassen sich nur aktuell verfügbare Ladepunkte anzeigen. Auch die Aufenthaltsdauer am Ladepunkt lässt sich verändern. Wer nicht nur kurz laden, sondern beispielsweise eine längere Pause einlegen möchte, kann die Ladezeit entsprechend anpassen. Zusätzlich werden Informationen zur Ladestation und zum Umfeld angezeigt, etwa ob es dort Möglichkeiten zum Essen gibt. Favoriten sollen außerdem zwischen Fahrzeug und App synchronisiert werden. Die Routenplanung soll damit auch über die Škoda App nutzbar werden. Zum Zeitpunkt des Tests war diese Funktion in der verwendeten App allerdings noch nicht verfügbar.

Travel Assist mit neuen Funktionen

Auch der Travel Assist wurde weiterentwickelt. Die Neuerungen betreffen sowohl die Software als auch teilweise die Hardware und Sensorik. Der Travel Assist 2.0 soll das Fahren insbesondere im Stadtverkehr weiter vereinfachen. Im Test funktioniert die Spurzentrierung auch auf Straßen mit kaum vorhandenen Spurmarkierungen gut. Das Fahrzeug hält die Spur und fährt geschmeidig. Neu beziehungsweise verbessert sind auch Details beim Anfahren an Ampeln. Der Enyaq erkennt rote Ampeln und kann selbstständig anhalten. Auch bei Abbiegerampeln erkennt das System, wohin gefahren werden soll. Beim Test des Anfahrens nach einer Grünphase reagiert das System allerdings nicht sofort, sodass manuell per Resume-Taste eingegriffen wird. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass das Fahrzeug sehr nah an der Ampel stand.

AR-Head-up-Display und neue Anzeigen

Das optionale Augmented-Reality-Head-up-Display bleibt ebenfalls an Bord. Die grundsätzlichen Funktionen ändern sich nicht grundlegend, allerdings gibt es neue Grafiken und Animationen. Damit wird die Darstellung gegenüber den bisherigen Versionen erweitert. Auch kleine Details wurden angepasst. So wirkt das Blinkergeräusch im Test neu und der Warnton für Geschwindigkeitsbegrenzungen ist leiser geworden. Gerade solche kleinen Veränderungen fallen im Alltag auf und zeigen, dass Skoda nicht nur an den großen Funktionen gearbeitet hat.

Weitere Assistenzsysteme und Driver Monitoring

Neu ist außerdem ein Nothaltassistent. Dieser soll im Rahmen des Travel Assist unter bestimmten Bedingungen bis auf die rechte Spur wechseln können. Zusätzlich befindet sich im Bereich des Innenspiegels eine Kamera für das Driver Monitoring. Sie beobachtet den Fahrer und ermöglicht eine verbesserte Überwachung der Aufmerksamkeit. Die entsprechende Technik ist inzwischen aufgrund von EU-Vorgaben bei neuen Fahrzeugen weit verbreitet.

One-Pedal-Driving und Rückfahrkamera

Beim Thema One-Pedal-Driving setzt Skoda auf eine starke Rekuperation. Dafür muss der Enyaq im Modus B gefahren werden. Über die Schaltwippen lässt sich die Stärke der Rekuperation einstellen. In der stärksten Einstellung kann das Fahrzeug bis zum Stillstand verzögern und damit ein Fahrgefühl erzeugen, das dem One-Pedal-Driving nahekommt. Auch beim Einparken gibt es neue Darstellungen. Die Abstandsfarben können sich in mehreren Stufen bis hin zu Rot verändern. Die 360-Grad-Kamera bietet zudem einen sogenannten Transparent View. Dabei wird das Fahrzeug in der Darstellung scheinbar durchsichtig. Vier Kameras liefern die dafür notwendigen Bilder und setzen sie zu einer gemeinsamen Darstellung zusammen. Die eigentliche Kamera-Hardware wird dabei als nicht grundlegend neu beschrieben. Die zusätzlichen Funktionen machen das System trotzdem deutlich interessanter. Auch ein Waschanlagenmodus gehört zu den verfügbaren Darstellungen.

LFP-Batterien und Stromversorgung

Die 60er-Modelle von Enyaq und Elroq sind wieder bestellbar und kommen mit LFP-Batterien. Außerdem können die Fahrzeuge Strom für externe Geräte bereitstellen. Mit einem passenden Entladeadapter für rund 150 Euro lassen sich Geräte über eine Schuko-Steckdose mit bis zu 3.600 Watt betreiben. Das reicht laut Test für entsprechend leistungsstarke Geräte. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, je nach Ausstattung beziehungsweise Sonderausstattung eine Schuko-Steckdose im Kofferraum zu bekommen. Im getesteten Fahrzeug war diese allerdings nicht vorhanden.

Fazit zum Skoda Enyaq Modelljahr 2027

Das Modelljahr 2027 bringt beim Skoda Enyaq vor allem zahlreiche technische Verbesserungen. Viele davon sind keine komplett neuen Grundfunktionen, sondern Detailverbesserungen, die im Alltag einen Unterschied machen können. Besonders die neue Ladeplanung mit ihren umfangreichen Filter- und Einstellungsmöglichkeiten, das überarbeitete Infotainment, die Weiterentwicklung des Travel Assist und die neuen Kamera- und Head-up-Display-Darstellungen fallen im Praxistest auf. Nicht alles ist zum Zeitpunkt des Tests bereits verfügbar. Das gilt insbesondere für den Digital Key und teilweise für die neuen Funktionen der Škoda App. Gerade deshalb bleibt interessant, wie sich die angekündigten Funktionen nach den entsprechenden Freischaltungen im Alltag schlagen.

Weitere ausführliche Fahrberichte zu den neuen Skoda-Modellen sollen folgen.

YouTube-Video:

 

Dieser Text ist auf der Basis unseres YouTube Videos mit einer automatischen Transkription entstanden.

Über den Autor

Matthias Luft

Autor Matthias Luft faszinieren effiziente Motoren, moderne Designs und die neusten Fahrerassistenzsysteme.

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