Im Fokus: Fahrerassistenz des neuen Volvo XC90

volvo xc90 tachoeinheit

Liest man die Volvo Fahrberichte auf Motoreport, dürfte in Sachen Fahrerassistenz auffallen: Volvo ist mit den technischen Helferlein und Komfortfunktionen weit vorne dabei. Bei der ersten Probefahrt mit dem neuen XC90 D5 AWD haben wir schon mal einen Blick auf die wichtigsten, im XC90 hinzugekommenen Funktionen werfen können.

Digitaler Tacho & Headup Display
Zunächst wäre da einmal, wenn man es denn zur Fahrerassistenz zählen mag, der nun voll digitale Tacho. Schließlich braucht im Jahr 2015 niemand mehr analoge Zeiger. Vorallem aber kann man je nach Geschmack aus mehreren Styles sein Lieblingdesign auswählen: Es gibt futuristische, übersichtliche, sportliche und für die Ewiggestrigen auch ein etwas altmodisches Design. Direkte Sonneneinstrahlung, also z.B. von hinten durch die Seitenscheibe der Fahrertür, steckt das Display recht gut weg, wenn auch nicht ganz so souverän wie die neuen Displays von Audi oder VW. Headup-Displays sind bekannter Weise gerade bei kurzen Testfahrten sehr schwer zu fotografieren, deshalb nur so viel: Es können Fahrdaten und/oder Navigationsanweisungen ins Sichtfeld des Fahrers projeziert werden. Hier stimmen sowohl die Kräftigen Farben als auch die größe der Symbole und Schriften perfekt.

volvo xc90 tacho

Intellisafe-Assistenz (ACC, Stauafolgessistent,…)
Volvos „Sicherheits-ABC“, das alle Abkürzungen und Begriffe der Systeme erklärt, ist ganze 17 Seiten lang. Im neu begründeten „Intellisafe-Assistenten“ sind mehrere Funktionen zusammengefasst. Zunächst die bekannte adaptive Cruise Control, die durch eine adaptive Anpassung der Geschwindigkeit den Abstand zum Vordermann hält. Das funktioniert von 0 bis 200 km/h. (Skoda, Seat und teilweise VW bieten die Funktion derzeit nur bis 160 km/h an). Da auch im neuen XC90 zusammen mit dem Radar nur eine Mono- und keine Stereokamera arbeitet, sind komplexere Manöver wie das Verhindern des Rechtsüberholens nicht möglich. Die ACC selbst bietet aber wie gewohnt absolut fix, komfortabel und fehlerfrei. Neu hinzugekommen ist im XC90 der „Stau-Assistent Stop & Go mit Lenkassistent“. Volvo beschreibt ihn folgendermaßen:

„Der Stau-Assistent Stop & Go inklusive Lenkassistent ermöglicht teilautonomes Fahren. Durch die automatische Steuerung von Gaspedal, Bremsen und erstmalig auch Lenkung hält das Fahrzeug bei Staugeschwindigkeiten bis 50 km/h einen sicheren Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug und wird automatisch in der richtigen Fahrspur gehalten. Kamera- und Radareinheit überwachen die Position des  Fahrzeugs im Verhältnis zu den sichtbaren Fahrbahnmarkierungen und dem vorausfahrenden Fahrzeug. Hinzu kommt ein leichter Lenkeingriff, wenn das Fahrzeug zu nah an eine Fahrbahnmarkierung  herankommt, ohne dass der Blinker gesetzt wird.“

Da wir bei unserer ersten, 3-stündigen Testfahrt „leider“ in keinen Stau geraten sind, konnten wir gerade den Stau-Assistenten nicht testen. Deshalb bleibt besonders die Frage offen, ob mit „teilautonomem Fahren“ tatsächlich eine Führung des Fahrzeugs durch den Stau gemeint. Einerseits ist vom Halten in der richtigen Fahrspur die Rede, andererseites erwähnt man einen „nur leichten Lenkeingriff“. Die Orientierung am vorausfahrenden Fahrzeug und den Fahrbahmarkierungen dürfte aber für eine weitgehend automatische Führung wie etwa ind er E-Klasse sprechen. Gut durchdacht hat man die Steuerung: Zwischen der „normalen“ ACC und dem Staufolgeassistent schaltet man nicht über den Touchscreen, sondern direkt mit dem Multifunktionslenkrad um. Dargestellt wird das aktuell aktive System unten links im Tacho (siehe Titelbild).

Der Kreuzungsbremsassistent stoppt den XC90, wenn er in den kreuzenden Verkrehr zu geraten droht.

Der Kreuzungsbremsassistent stoppt den XC90, wenn er in den kreuzenden Verkehr zu geraten droht.

City-Safety
Volvos Sicherheitspaket für die Stadt geht weit über teils etablierte Lösungen mit günstigen Laser-Sensoren hinaus. Eine Kollision mit dem vorausfahrenden Fahrzeug kann bis zu einer Geschwindigkeits-Differenz von 50 km/h verhindert werden. Es werden sowohl Fahrzeuge, Fahrradfahrer als auch Fußgänger und Hindernisse erkannt.
Der Kreuzungsbrems-Assistent bremst das Fahrzeug außerdem automatisch ab, wenn der Fahrer beim Linksabbiegen in den Gegenverkehr zu steuern droht.

Der Toter-Winkel-Warner BLIS befindet sich nun direkt im Außenspiegel statt innen

Toter-Winkel-Warner BLIS: Jetzt direkt im Außenspiegel statt an der Innenseite der Vordertüren

LED-Scheinwerfer mit intelligentem Fernlicht-Assistenten
Im XC90 sind Halogen-Scheinwerfer serienmäßig an Bord. Auf Wunsch werden aber Hightech-LED Scheinwerfer geliefert. Bereits 2013 überzeugte der intelligente Fernlichtassistent zusammen mit dem BiXenon Scheinwefern im XC60: Es besteht sozusagen die Möglichkeit, dauerhaft mit Fernlicht zu fahren. Über Spiegel in den Scheinwerfern wird entgegenkommender Verkehr einfach mit einem unbeleuchteten Viereck „ausgeblendet“. Ganz ähnlich funktioniert es auch mit den LED-Scheinwerfern. Die Leuchtweite ist zwar mit Xenon-Scheinwerfern vergleichbar, allerdings wirkt es weniger bläulich, ist angenehmer für die Augen und kann noch exakter zum Ausblenden von Gegenverkehr gesteurt werden.

volvo xc90 LEDKamera und Radar serienmäßig
Auch wenn sogar die Einsteigspreise für den neuen XC90 stolz sind, gibt es aber einige bei der Konkurrenz aktuell häufig aufpreisplfichtige Systeme bereits serienmäßig. Darunter unter anderem die Verkehrszeichenerkennung, der Kreuzungs-Bremsassistent, die Bergab- und Berganfahrhilfe, die Roll-Over-Protection und das Seitenaufpfall-Schutzsystem. In jedem XC90 sind damit also serienmäßig Radar- und Kamerasensoren an Bord. Radar und Kamera wurden zudem von Delphi Entwickelt und befinden sich in der sog. „RACam Eineheit“ an am oberen Bereich der Frontscheibe. Insbesondere der Radarsensor, der aktuell bei nahezu allen Fahrzeugen in den Kühlergrill integriert ist, ist damit vor im Winter häufig auftretender Vereisung geschützt.

Fotos: Motoreport, Volvo.

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: Am 21. Juni 2015 gefunden … | wABss

  2. … das einzige was wirklich interessiert, nämlich ob das Volevo Navi endlich die dynamische Routenführung / Staumfahrung in den Griff bekommen hat und welcher Dienst dafür verwendte wird, darüber schweigt sich der Bericht aus :-(

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