Mit dem Seat Leon ST Cupra 280 durch Katalonien

seat leon st cupra 2015 dynamic grey

Im Gegensatz zu den meisten deutschen Flughafen-Parkhäusern stehen in Barcelona nicht nur Oberklasselimos aneinandergereiht. Ein Seat Leon ST Cupra, dazu noch neu und frisch gewaschen, sticht da besonders heraus. Das findet auch Emilio, der uns den Testwagen für ausgiebige Testfahrten durch Katalonien aus dem nur wenige Kilometer entfernten Seat Stammsitz in Martorell gebracht hat. Wie viel Spaß ein Kombi mit 280 PS und Frontantrieb macht, haben wir sowohl in der Metropole als auch dem großartigen Hinterland erfahren.

seat leon st cupra 280 2015

Infotainment: Alles an Bord trotz kompaktem Design
Beim Einsteigen im dunklen Parkhaus gibt das Interieur klar zu erkennen: Emilio ist im Cupra Modus angereist. In diesem sportlichsten Drivemode werden die Türen von einem LED Band rot statt weiß beleuchtet. Zu unserem Hotel auf der anderen Seite Barcelonas müssen wir einmal über die Hauptverkehrsstraßen, die am späten Nachmittag gut gefüllt sind. Große Kreuzungen oder Kreisverkehre mit mehr als 6 Einfahrten wirken auf dem Navigationssystem Plus nicht wirklich komplex. In Großstädten werden zentrale Gebäude in einer 3D Ansicht dargestellt, was das Zurechtfinden enorm erleichtert. Bedient wird das Infotainmentsystem auch per Wischgesten, wie man es vom Smartphone kennt. Trotz des relativ kleinen Displays (das allerdings im letzten Jahr auf 6,5 Zoll gewachsen ist und hochauflösender wurde) lassen sich Buchstaben extrem gut treffen. Vom Cover-Flow über DAB Empfang bekommt man hier im Verhältnis zum VW Konzernregal humane Aufpreise jede Menge geboten. Das i-Tüpfelchen ist das Seat Sound System für 330 Euro, das durchaus mit aufpreispflichtigen Anlagen teurerer Konkurrenten mithalten kann.

Weiß mit sanftem Graustich: Der Leon ST Cupra 280 in Dynamic Grey

Weiß mit sanftem Graustich: Der Leon ST Cupra 280 in Dynamic Grey

Das schönere Weiß: Dynamic Grey
Die Modefarbe Weiß wird schnell langweilig, wenn sie zu oft durch die Gegend fährt. Seat bietet für den Leon Cupra unter anderem die Lackierung Dynamic Grey an. Eine Farbe, die seit Langem wieder richtig was her macht. Das dynamische Grau sieht bei Sonnenschein aus wie ein mattes Weiß. Erst bei bewölktem Himmel oder geparkt neben anderen weißen Lacken fällt sein ganz spezieller Graustich auf. In Verbindung mit den großen 19-Zöllern (nur bei der 280 PS Version), den roten Bremssätteln und den abgedunkelten Scheiben ist diese Farbe für knapp 600 Euro Aufpreis schon fast ein Muss und die Alterantive zum einfachen Nevada Weiß.

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280 PS auf den Vorderrädern und der Montserrat
Montserrat nennt sich nicht nur der Berg selbst, sondern auch das kleine Gebirgsmassiv, das für seine fingerförmigen Felsen im Norden Barcelonas bekannt ist. Von der Stadtmitte sind es hierher über die Autopista gerade mal 30 Minuten über langgezogene, gepflegte Autobahnkurven. Der Montserrat ist für gewöhnlich auch Ziel vieler Fahrveranstaltungen, jedoch führen die meisten kurzen Teststrecken eher drum herum als wirklich am Berg entlang. Mitte Oktober haben wir um die Mittagszeit Glück. Die meisten Touristen kommen entweder mit dem Reisebus im Kloster an oder fahren mit der Zahnradbahn auf den knapp 1.200 Meter hohen Gipfel. Die Straße BP-11 ist leer, und das einzige Touristenshuttle fährt sogar noch zum Überholen in eine Haltebucht.

seat leon st cupra 280

Kombi-Form: Keine Fahrspaßbremse
Besonders attraktiv und für den Leon ST Cupra wie gemacht ist die kurvenreiche Straße aus dem Tal des Llobegrat kommend, auf der sich das Wahrzeichen Kataloniens nach einigen zurückgelegten Höhenmetern auch dynamisch umfahren lässt. Genau für diesen Zweck gibt es den Cupra Knopf: Er stellt den Leon scharf. Das bedeutet, es wird mehr Gas angenommen, das DSG wechselt in den Sport-Modus, die Lenkung wird etwas straffer und die Geräuschkulisse ändert sich deutlich. Nun könnte man meinen, dass ein Kombi mit 280 PS, die rein über die Vorderräder abgegeben werden, genau in dieser Situation ein Problem hat. Zuviel Gewicht, zu viel verpuffende Leistung, wenn man es gerne richtig sportlich hat. Das von uns Deutschen so gerne gekaufte Stück Kombi und dessen Gewicht soll aber ein mechanisches Vorderachssperrdifferenzial ausgleichen, das auch aus dem Golf GTI Performance bekannt ist.

seat leon cupra bremssättel felgen

Entlang des Sandsteingebirges wechseln sich immer wieder Steigungen und Gefälle, kombiniert mit teils engen Kurven ab. Besonders hier gilt es in den ersten Runden aufzupassen. Kommt man zu schnell über eine Kuppe und wird von einer Kurvenfolge überrascht, sollte man dem Gegenverkehr besser fern bleiben. Trotz voller Fahrt braucht es keinen Bremsdruck bis zum ABS Eingriff, die 235/35er 19-Zöller kleben fest am Asphalt und lassen den Kombi nur mit geringem Traktionsverlust um die steilen Kurven hetzen. Am Kurvenausgang staunt man durchaus, wie sauber der Leon in den Asphalt greift. Auch gepaart mit Steigungen geht das dank des Differenzials wunderbar, das das Antriebsmoment (max. 350 Nm) einfach richtig gut auf das Rad mit mehr Traktion verteilt. Trotz einer Lenkung, die je nach Situation nahezu die perfekte Servounterstützung prarat hat, kommt beim Fahrer ein solides Feedback von der Frontachse an. Droht der Leon Schlupf zu verlieren, spürt man das sofort.

seat leon st cupra

Besonders knackig: Der Turbobenziner in Verbindung mit dem DSG
Der auf 280 PS hochgezüchtete 2.0 TSI ist nicht nur so kräftig wie die PS Zahl klingt, sondern entfaltet seine Leistung unmittelbar und extrem spritzig. Auch beim Kickdown im dreistelligen km/h Bereich ist noch ein Grinsen bei allen Passagieren garantiert: 280 PS sind besonders im Verhältnis zum geringen Gewicht des Kombis von gut 1.4 Tonnen mehr als ausreichend. Das 6-Gang DSG schaltet quasi perfekt und so gut wie unterbrechungsfrei. Handgeschaltet hat man sicherlich eine feinere physische Verbindung zum Fahrzeug, aber schneller ist nunmal das Doppelkupplungsgetriebe und mehr Spaß macht es allen, die es einmal ausprobiert haben. Untermalt wird die Fahrt von kernigem Motorsound, bei offenem Fenster gepaart mit einem potenten Turbo-Pfeifen. Sein Brummen entsteht allerdings zum Großteil synthetisch. Das ändert nichts daran, dass die Zwischengasstöße beim Runterschalten im Cupra Modus auch von außen Eindruck machen. Dank der künstlichen Soundsteuerung hört man im Comfortmodus weder von außen noch von innen etwas vom Triebwerk – immer ganz nach dem aktuellen Geschmack.

seat leon st cupra

Auomotive-Tipps Barcelona und Umgebung
Die Straßen um den Montserrat sind allesamt mehr als ansehnlich und sportlich fahrbar. Besonders die auf den Fotos zu sehende BP-11 findet sich in jedem Navi und ist am spektakulärsten. Unweit zum Flughafen El-Prat lohnt sich ein Abstecher in Richtung Sitges über die C-31, die kurvenreich an der Steilküste entlang führt. Direkt an der Straße liegt das Örtchen Garaff, dessen kleiner, ruhiger Strand auch einen Besuch wert ist.

Fahrerassistenz: Komfortabel durch den Feierabendverkehr
Nicht weniger beeindruckend als die Fahrleistungen sind die Fahrerassistenzsysteme, die Leon ST Cupra mitbringt. Hier sprechen wir immerhin schon fast von teilautonomem Fahren, das Modelle wie der aktuelle Audi A5 auch nicht besser können. Vor allem die Kombination aus adaptiver Geschwindigkeitsregelung und Lane Assist ist es, die Autobahnen so entspannt wie derzeit gesetzlich möglich macht. Ab 60 km/h wird die Fahrspur durch sanfte Lenkeingriffe aktiv gehalten, in Verbindung mit dem DSG wird jeder Stau auf der Stadtautobahn Barcelonas entspannter, da der Leon von 0-160 km/h den Abstand zu seinem Vordermann hält. Lediglich bei einem kompletten Stillstand von mehr als 2 Sekunden muss man noch selbst die Bremse treten. Verschiedene Modi ermöglichen einen sportlichen oder effizienten Fahrmodus des Abstandsradars.

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Verbrauch & mehr zum Leon Cupra
Der Verbrauch bei unserer überaus sportlichen Fahrweise lag bei etwa 9, aber immer unter 10 Litern. Fährt man im Eco-Mode und lässt sich vom spritzigen Triebwerk nicht zu unnötig heftigen Ampelstarts verführen, sind Werte knapp unter 8 Litern möglich. Weiter hat sich der Motor auch im Test des Leon Cupra 280 (Coupé) im letzten Jahr nicht drücken lassen. Besonders effizient ist man dagegen unter anderem mit dem 2.0 TDI mit 150 PS im Leon unterwegs, den wir schon 2013 im Grundmodell über die Alpen gefahren haben. Wie praktisch ein Leon Cupra als Kombi im Alltag ist, liest man am besten bei der-auto-blogger.de nach oder lässt sich die Platzverhältnisse im Video zeigen. Eine Beratung, ob es nun der ST, SC oder doch die klassische Karosserie des Cupra sein sollte gibt es ganz frisch bei Autophorie.

seat leon st cupra led

Bei ähnlich hohen PS Zahlen bringen Konzernverwandte wie der Audi S3 oder der Golf R zwar einen Allradantrieb mit, das erfrischend andere Design und die humaneren Preise findet man aber beim spanischen Pendant. Natürlich ist der ST Cupra auch ein wunderbares Kombi-Fahrzeug für den täglichen Einkauf. Wer es gerne richtig sportlich fernab des Supermarktparkplatzes  hat, kommt mit ihm aber auf keinen Fall zu kurz.

Technische Daten & Preise Seat Leon ST Cupra 280 DSG

Leistung/Drehmoment: 206 kW (280 PS) / 350 Nm
Getriebe: 6-Gang Doppelkupplungsgetriebe
Antrieb: Frontantrieb
0-100 km/h: 6 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h
Leergewicht: 1.466 kg
Verbrauch angegeben: 6,6 Liter / 100 Km (Kombiniert)

Verbrauch erfahren: 8-8,5 Liter / 100 Km (Komb.)
Farbe: Dynamic Grey
Kofferraumvolumen: 587/1.470 L
Testwagenpreis: ca. 40.040 EUR
Sonderausstattung (Auszug): Leder-Paket, Seat Sound System, Navigationssystem, Fahrerassistenzpakete I&II

Text & Fotos: Matthias Luft

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  8. Toller Artikel.
    Sind das die Standard-Felgen? Oder sind die Lackiert (Black line)? Die sehen so anthrazit aus.

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