Fahrberichte Renault

Renault Clio 2025 E-Tech 160 Test – Sparsam, modern und überraschend erwachsen

Neues Design, klare Weiterentwicklung

Der Renault Clio geht in seine sechste Generation – und das nach inzwischen 35 Jahren Modellgeschichte. Dass Renault dem Kleinwagen erneut ein umfangreiches Update spendiert, kommt nicht von ungefähr: Der Clio ist nach wie vor das erfolgreichste Modell der Marke. Allein im vergangenen Jahr wurden über 11.000 Fahrzeuge in Deutschland neu zugelassen. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an den neuen Jahrgang.


Optisch hat sich der Clio deutlich verändert. Besonders die Front wirkt mit den weit nach hinten gezogenen Scheinwerfern deutlich expressiver als zuvor. Das Tagfahrlicht bleibt markant, das gesamte Erscheinungsbild ist kantiger und moderner. In der getesteten Esprit-Alpine-Ausstattung kommt der Clio zudem mit einem eigenständigen blauen Look, während die Techno-Variante nüchterner in Schwarz gehalten ist. Insgesamt ist der Unterschied zum Vorgänger sofort erkennbar – für manche fast schon radikal.

Auch an der Seite zeigt sich die Weiterentwicklung: Der Clio ist fast sieben Zentimeter länger geworden. Er bleibt klar ein Kleinwagen, wirkt aber nicht mehr ganz so kompakt wie früher. Gerade im Hinblick auf aktuelle Sicherheits- und Assistenzanforderungen ist dieser Schritt nachvollziehbar.

Abmessungen, Felgen und Kofferraum

Trotz der gewachsenen Länge bleibt der Clio seinem Grundkonzept treu: Er soll günstig bleiben und auch für Mietwagenflotten attraktiv sein. Gleichzeitig müssen die aktuellen NCAP- und EU-Regularien erfüllt werden. In der Esprit Alpine stehen serienmäßig 18-Zoll-Felgen, die größte und schickste Option. In der vorherigen Generation waren maximal 17 Zoll möglich. In der Basisversion gibt es weiterhin 16-Zoll-Felgen mit Radkappen.

Am Heck ist das Design komplett neu, der Clio ist hier kaum noch als solcher zu erkennen. Die Rückfahrkamera sitzt nun nicht mehr im Markenlogo, sondern darunter. Wichtig: Je nach Ausstattung ist sie im Konfigurator teils optional, teils Serie – hier sollte man genau hinschauen.

Der Kofferraum bietet laut Renault bis zu 391 Liter Volumen, abhängig von der Motorisierung. Beim Vollhybrid fällt das Volumen etwas geringer aus als beim reinen Benziner. Zwei Kabinenkoffer passen problemlos hinein. Die Ladekante ist weiterhin relativ hoch, soll aber um rund vier Zentimeter abgesenkt worden sein. Insgesamt bleibt es ein typischer Clio-Kofferraum mit alltagstauglichem Zuschnitt.

Innenraum & Bedienung: Viel Technik im Kleinwagen

Im Innenraum zeigt sich, wie stark der Clio technisch aufgeholt hat. In der Esprit Alpine fallen sofort die Sportsitze mit Alcantara-Einlagen und blauen Nähten ins Auge. Darunter positionieren sich Techno und Basis deutlich schlichter. Optional ist sogar ein Harman-Kardon-Soundsystem erhältlich – allerdings gegen Aufpreis.

Je nach Ausstattung variiert die Displaygröße, in höheren Trims gibt es ein großes digitales Kombiinstrument. Das Highlight ist jedoch das Infotainment mit vollständig integrierter Google-Navigation. Google Maps ist direkt an Bord und funktioniert schnell und zuverlässig – ein echter Pluspunkt in dieser Fahrzeugklasse. Perspektivisch soll per Over-the-Air-Update auch Google Gemini integriert werden.

Die Bedienung überzeugt insgesamt. Klimafunktionen lassen sich klassisch steuern, ohne ausschließlich auf Touch angewiesen zu sein. Der Gangwahlhebel sitzt nun oben, gestartet wird keyless mit „Ready“, da es sich um einen Vollhybrid handelt. Kritikpunkt bleibt der Schlüssel selbst, der technisch nicht mehr ganz zeitgemäß wirkt.

Fahreindruck: Full Hybrid E-Tech 160

Gefahren wird der neue Renault Clio als Full Hybrid E-Tech 160. Bisher lag die Systemleistung bei rund 142 PS, nun sind es 158 kombinierte PS, weshalb Renault ihn als 160 positioniert. Es ist aktuell der stärkste verfügbare Antrieb im Clio. Darunter gibt es weiterhin den 1,3-Liter-Benziner als Dreizylinder mit Handschaltung oder Automatik.

Der Vollhybrid arbeitet mit einer Batterie von 1,7 kWh Bruttokapazität. Elektrisches Anfahren, Rangieren und zusätzliche Unterstützung beim Beschleunigen gehören zum Alltag. Der Verbrenner steuert 172 Nm bei, der Elektromotor liefert bis zu 305 Nm. In 8,5 Sekunden beschleunigt der Clio auf 100 km/h. Er wirkt dabei spritzig, ohne sportlich sein zu wollen.

Besonders positiv fällt das geringe Gewicht von rund 1.250 Kilogramm auf. Auf kurvigen Straßen fühlt sich der Clio angenehm leicht und agil an. Die Lenkung ist direkter geworden, mit nur noch 2,2 Lenkradumdrehungen von Anschlag zu Anschlag. Das passt gut zum insgesamt wendigen Charakter.

Assistenzsysteme & Verbrauch

In der Esprit Alpine ist der Active Driver Assist an Bord. Er kombiniert adaptiven Tempomat mit aktiver Spurzentrierung. Aktiviert wird das System über die Mode-Taste am Lenkrad. Auf der Autobahn arbeitet es zuverlässig, bremst sanft und hält sauber die Spur. Eine Lenkradüberwachung ist vorhanden, die Hände müssen am Lenkrad bleiben.

Besonders gelungen ist die My-Safety-Taste. Mit einem Doppelklick lassen sich Assistenzsysteme wie der Tempolimitwarner individuell konfigurieren oder deaktivieren, ohne alles abschalten zu müssen – eine praxisnahe Lösung, die nicht selbstverständlich ist.

Beim Verbrauch überzeugt der Clio besonders. Nach rund 100 Kilometern zeigt der Bordcomputer 4,7 Liter an. Damit bestätigt sich der sehr sparsame Eindruck des Vollhybrids deutlich.

Preis & Fazit

Der neue Renault Clio 2025 startet weiterhin unter 20.000 Euro. Mit dem Full Hybrid E-Tech 160 und der Esprit-Alpine-Ausstattung klettert der Preis allerdings auf knapp 30.000 Euro. Dafür gibt es moderne Technik, sehr gute Assistenzsysteme – wenn auch nur in der höchsten Ausstattung – und einen überraschend sparsamen Hybridantrieb.

Unterm Strich wirkt der Clio erwachsener denn je. Design, Technik und Verbrauch passen gut zusammen. Wer einen effizienten, gut ausgestatteten Kleinwagen sucht und mit dem höheren Preis der Topversion leben kann, findet im neuen Clio einen überzeugenden Allrounder.

Dieser Text ist auf der Basis unseres YouTube Videos mit einer automatischen Transkription einstanden.

 

Über den Autor

Matthias Luft

Autor Matthias Luft faszinieren effiziente Motoren, moderne Designs und die neusten Fahrerassistenzsysteme.

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