Volkswagen hat den ID.3 überarbeitet und schickt den ID.3 Neo mit einigen spannenden Neuerungen ins Rennen. Im Mittelpunkt stehen der neue APP350-Elektromotor, ein komplett überarbeitetes Infotainment-System sowie der Connected Travel Assist. Nachdem wir den VW ID.3 Neo knapp 1.000 Kilometer im Alltag bewegt haben, fällt das Fazit differenzierter aus als nach den ersten Eindrücken. Manche Neuerungen überzeugen sofort, an anderer Stelle gibt es aber weiterhin Verbesserungsbedarf.
Dezente Designänderungen und wichtiger Konfigurationstipp
Optisch bleibt der VW ID.3 Neo seiner bisherigen Linie treu. Die Front wurde leicht überarbeitet und wirkt durch die neue Gestaltung etwas moderner. Große Unterschiede gibt es allerdings nicht. Wer den ID.3 bestellt, sollte bei der Konfiguration genau hinschauen. Das durchgehende Leuchtband an der Front gibt es nur in Verbindung mit der Ausstattungslinie Style. Ebenso bleibt das IQ.LIGHT-Matrixlicht dieser Ausstattung vorbehalten. Unser Testwagen steht auf den optionalen 20-Zoll-Zwickau-Felgen, serienmäßig sind in dieser Variante ansonsten 19-Zoll-Räder erhältlich. Am Heck bleibt das bekannte Design erhalten, ein beleuchtetes Volkswagen-Logo gibt es weiterhin nicht.

Neues Cockpit überzeugt im Alltag
Deutlich mehr getan hat sich im Innenraum. Das neue Infotainment mit knapp 13 Zoll Bildschirmdiagonale wirkt moderner und übersichtlicher als bisher. Menüs sind sinnvoller aufgebaut, Fahrdaten und Assistenzsysteme lassen sich schneller erreichen und auch die Suchfunktion erleichtert die Bedienung deutlich. Besonders positiv fällt auf, dass Volkswagen wieder stärker auf klassische Tasten setzt. Nach längerer Nutzung zeigt sich, dass sich Lautstärke und weitere Funktionen damit deutlich angenehmer bedienen lassen als ausschließlich über Touchflächen. Auch die Materialanmutung macht einen guten Eindruck. Optional stehen unter anderem ErgoActive-Sitze mit Massagefunktion, ein Harman-Kardon-Soundsystem sowie ein Panorama-Glasdach zur Verfügung. Letzteres würden wir allerdings aufgrund des höheren Energiebedarfs der Klimaanlage nicht unbedingt empfehlen.
Software deutlich besser, aber noch nicht perfekt
Ein großer Kritikpunkt früherer ID-Modelle war die Software. Hier hat Volkswagen enorme Fortschritte gemacht. Das neue System arbeitet insgesamt schnell und logisch, dennoch traten während unseres Tests vereinzelt kleinere Softwarefehler auf. Teilweise gab es kurze Überlagerungen im Display oder Verbindungsprobleme mit der Volkswagen-App. Da unser Testwagen noch sehr früh produziert wurde, besteht die Möglichkeit, dass diese Probleme per Software-Update noch behoben werden. Insgesamt hinterlässt das System inzwischen aber einen deutlich besseren Eindruck als noch vor einigen Jahren. Weniger überzeugend ist aktuell der Digital Key. Obwohl der ID.3 Neo grundsätzlich dafür vorbereitet ist, ließ sich die Funktion während unseres Tests noch nicht nutzen. Laut Volkswagen soll sie später per Update nachgereicht werden.
APP350: Der neue Elektromotor arbeitet effizient
Im Mittelpunkt des Facelifts steht der neue APP350-Elektromotor. Alle aktuellen ID.3 Neo erhalten diesen neuen Antrieb an der Hinterachse. Unser Testwagen fährt mit dem mittleren 58-kWh-Akku, der gegenüber der großen Batterie rund 7.000 Euro Preisvorteil bietet. Im Alltag zeigt sich der Motor angenehm leise und bietet mit rund acht Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 km/h vollkommen ausreichende Fahrleistungen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt weiterhin bei 160 km/h. Beim Verbrauch arbeitet der neue Motor etwas effizienter als der bisherige APP310. Bei entspannter Fahrweise konnten wir rund 16 kWh pro 100 Kilometer erzielen. Damit verbessert sich der Verbrauch zwar leicht, ein riesiger Sprung bleibt jedoch aus. Vor allem bei dauerhaft hohen Autobahngeschwindigkeiten steigt der Energiebedarf weiterhin deutlich an.

One-Pedal-Driving jetzt deutlich flexibler
Eine weitere Neuerung ist das individuell einstellbare One-Pedal-Driving. Fahrer können selbst entscheiden, wie stark das Fahrzeug beim Loslassen des Fahrpedals rekuperieren soll. Wer lieber klassisch fährt, kann weiterhin sanft ausrollen und über das Bremspedal rekuperieren. Die neue Einstellung erweitert die Möglichkeiten, ohne den Fahrer zu einer bestimmten Fahrweise zu zwingen.
Connected Travel Assist gehört zu den Highlights
Besonders positiv überrascht der neue Connected Travel Assist. Im Alltag arbeitet das System äußerst ruhig und zuverlässig. Tempolimits werden passend übernommen, Kurven fährt das Fahrzeug sauber nach und auch bei längeren Autobahnfahrten wirkt das Assistenzsystem deutlich ausgereifter als bisher. Zusätzlich unterstützt der ID.3 Neo jetzt Funktionen wie die Ampelerkennung inklusive Reaktion auf rote Ampeln sowie weitere cloudbasierte Assistenzfunktionen. Gerade auf langen Strecken sorgt das für ein entspanntes Fahrerlebnis. Allerdings hat diese Technik ihren Preis. Das entsprechende Assistenzpaket kostet rund 2.300 Euro, beinhaltet dafür aber auch das Augmented-Reality-Head-up-Display.
Praktische Neuerung: Strom aus dem Fahrzeug
Neu ist außerdem die Möglichkeit, über einen optionalen Entladeadapter Strom aus der Hochvoltbatterie bereitzustellen. Bis zu 3,6 kW Leistung stehen dabei über eine normale Schuko-Steckdose zur Verfügung. Damit lassen sich beispielsweise elektrische Werkzeuge, Grills oder andere Geräte problemlos betreiben. Diese Funktion fehlte Volkswagen bislang und erweitert die Alltagstauglichkeit des ID.3 spürbar.
Fazit
Der VW ID.3 Neo entwickelt sich weiter in die richtige Richtung. Das neue Cockpit, die deutlich verbesserte Software und vor allem der Connected Travel Assist zählen zu den größten Fortschritten. Auch der neue APP350-Motor arbeitet etwas effizienter und angenehm leise. Ganz ohne Kritik bleibt der ID.3 Neo dennoch nicht. Der Digital Key steht derzeit noch nicht zur Verfügung, kleinere Softwarefehler treten vereinzelt weiterhin auf und der Verbrauch bei hohen Autobahngeschwindigkeiten könnte niedriger ausfallen. Insgesamt hinterlässt der VW ID.3 Neo nach knapp 1.000 Kilometern jedoch einen deutlich reiferen Eindruck als seine Vorgänger und gehört aktuell zu den interessantesten Elektro-Kompaktwagen aus dem Volkswagen-Konzern.
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Dieser Text ist auf der Basis unseres YouTube Videos mit einer automatischen Transkription entstanden.

