Kurz gefahren: Volvo S60 T5 mit 8-Gang Geartronic

volvo s60 power blue

Eine spritzige, schwedische Abwechslung zu den sonst meist auf motoreport.de getesteten Selbstzündern war der brandneue T5 Benziner mit 245 PS in Verbindung mit dem neuen 8-Gang Geartronic Automatikgetriebe im Volvo S60!

Nach dem T6 mit ganzen 306 PS ist der T5 der zweitstärkste Benziner Volvos neuer Generation der Drive-E Motorenfamilie. Der Dritte im Bunde ist der 181 PS starke 2 Liter Diesel namens D4. Alle Motoren basieren – unabhängig von der Kraftstoffart – auf einem gemeinsamen Motorblock. Während Volvo beim T5, T6, im neuen D4 und in bei den kleineren Triebwerken konsequentes Downsizing im Bereich der Vierzylinder betreibt, existiert der D4 auch noch als Fünfzylinder-Variante bei den Allradmodellen. Erst vor einigen Wochen hatte ich über den Vorgänger-D4 mit ehemals 163 PS im XC60 berichtet.

Der Volvo S60 in Power Blau-Metallic

Der Volvo S60 T5 Summum in Power Blau-Metallic mit 18-Zoll Felgen namens „Titania“

Der T5 steht dem Volvo S60 sehr gut. Im Rahmen ausgiebiger Winter-Testfahrten vom Chiemsee bis nach Berchtesgaden über kurvige Landstraßen waren wir zuvor einen XC60 D4 gefahren – umso größer war natürlich der Kontrast beim Fahrgefühl – in Sachen Interieur gibt es bei der Anordnung und den Instrumenten nämlich nur geringe Abweichungen zu anderen Volvo Modellen. Nur 6,3 Sekunden braucht der S60 mit dem 2 Liter Turbo-Direkteinspritzer T5 bis Tempo 100 – das maximale Drehmoment von 350 Nm steht im Bereich von 1.500 bis 4.800 U/min bereit. Die Spitzengeschwindigkeit ist mit 230 km/h angegeben.

volvo interieur geartronic

Der S60 fühlt sich in Kurven recht sportlich an, die Lenkunterstützung stimmt, sie kann auch in drei Modi variiert werden. (150 EUR) Das Fahrgefühl ist insgesamt von Komfort dominiert. Das adaptive Fahrwerk (1.250 EUR) lässt eine Einstellung der Stoßdämpfer in drei Stufen zu, hier sollte man allerdings keine gewaltigen Unterschiede beim Fahrverhalten erwarten. Gut punkten kann die neue 8-Gang Automatik, die von Aisin Warner produziert wird: Sie wechselt die Gänge schnell und nahezu ohne Zugkraftunterbrechung. Die 6-Gang Automatik im kürzlich getesteten Volvo XC60 D4 geriet dagegen in dynamischen Situationen eher mal ins Schwitzen und wurde etwa bei schnellen bergauf-Etappen hastig beim Gangwechsel. Auch, wenn man es fast meinen möchte, handelt es sich bei der 8-Gang Geartronic übrigens nicht um ein Doppelkupplungs- sondern ein (richtig gutes) Wandlergetriebe. Acht Fahrstufen kommen nicht nur dem Fahrspaß zugute, da immer der passende Gang zur Verfügung steht. Auch in Sachen Effizienz macht es sich durchaus bemerkbar: Den S60 brachten wir trotz recht flotter Fahrweise nur über Landstraßen nicht über 8,5 Liter im Verbrauch, auch auf der Langstrecke kann hier im 8.Gang ordentlich gespart werden. Zu meiner Freude, unter anderem wegen der Handschalter-lastigen deutschen Käufer, ist die Geartronic im T5 und T6  Serie – nur beim D4 muss sie dazukonfiguriert werden.

Beim ebenfalls gefahrenen XC60 mit dem neuen D4 mit 181 PS und 8-Gang Automatik fiel zumindest laut Bordcomputer auf, dass dieser tatsächlich merklich weniger schluckt als der 10 Tage lang im Dezember erfahrene schwächere Vorgänger D4 mit nur 6 Fahrstufen.

volvo s60 front power blau 2014

Infotainment: Sensus Connect Pro

Das Interieur und Cockpit des S60 ist, wie das aller aktuellen Volvos, genau mein Ding. Es sieht nicht nur super aus, sondern umgibt den Fahrer außerdem sehr angenehm. Da die Mittelkonsole zumindest für meinen Geschmack ein paar Knöpfe zu viel hat, dauert es bei der ersten Volvo-Fahrt vielleicht ein, zwei Minuten, bis man mit der Bedienung des Infotainmentsystems vertraut ist, dann lohnt es sich aber: Das Sensus Connect Pro mit 7-Zoll Display hat es in sich und überzeugt dennoch durch eine logische, weitestgehend einfache Menüführung. Nicht nur sämtliche Fahrassistenzsysteme werden einzeln und unmissverständlich darüber eingestellt, wie der Name schon sagt geht das System mittels SIM-Karte, die sich in einem Slot links im Handschuhfach befindet, auch online. (Wahlweise auch über die Internetverbindung eines Mobiltelefons). Es gibt einen Internetbrowser (funktioniert nur im Stillstand) und eine separate App „Local Search“ für die Dinge, die eben oft nicht im Offline-Verzeichnis eines Navigationssystems gefunden werden. Der Preis des Sensus Conect Pro liegt in Verbindung mit dem Business Paket und den absolut empfehlenswerten „Premium Sound“ Lautsprechern bei 1.150 EUR.

volvo sensus connect

Besonders gut gefallen hat mir die Webradio App „TuneIn“, die von iOS bekannt sein dürfte. Sie gewährt Zugang zu etlichen (internationalen) Online-Radio Sendern und ermöglicht es, überall den Lieblingssender zu hören. Auf der Hand liegt, dass man auf Langstrecken einen Datentarif mit möglichst hohem Volumen haben sollte. Obwohl im Testfahrzeug „nur“ über das O2-Netz gestreamt wurde, war ich beeindruckt, wie lange TuneIn auch bei schwachem Edge-Empfang in den Alpen funktionierte. Praktisch: Die Liste der Radiosender, aus der man während der Fahrt auswählt, kann aus FM, DAB oder Onlinesendern bestehen. Ein Switchen zwischen den Empfangsmodi ist nicht nötig.

Wie in vielen anderen Modellen bietet Volvo auch im S60 fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme an. Detaillierte Infos hierzu finden sich ebenfalls im Fahrbericht zum Volvo XC60 D4.

Mehr technische Details zu Volvos neuen Drive-E Motoren gibt es bei passion:driving.

Volvo S 60 T5 Summum Geartronic

Leistung/Drehmoment: 180 kW (245 PS) / 350 Nm
Motor: R4, vorn quer, 1 Turbo, 1.969 cm3
Getriebe: 8-Stufen Automatikgetriebe Geatronic
0-100 km/h: 6,3 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 230 km/h
Leergewicht: 1664 Kg
Verbrauch angegeben: 6,0 Liter / 100 Km (Kombiniert)

Kofferraumvolumen: 380 L
Lackierung: Power Blau-Metallic
Grundpreis: 43.830 EUR (T5 Summum)
Testwagenpreis: 59.730 EUR
Sonderausstattung (Auszug): Fahrassistenzpaket Pro, Business Paket, Rückfahrkamera, Lenkradheizung, Xenium Paket, Licht- und Audiopaket.

 

Text: Matthias Luft, Fotos: Matthias Luft, Volvo

6 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Achso: ja, es gibt auch den D4 Fünfzylinder mit 2,4 Litern. Das ist der alte überarbeitet, den gibt es noch bei den Allradmodellen, weil es für den 2-Liter-Block und dessen Getriebe noch keinen Allrad gibt. Aber der eigentliche Drive-E-Diesel ist der 2-Liter-Vierzylinder – auch mit 181 PS.

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