Eröffnung des neuen VW Crafter Werks in Września

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Volkswagens neuestes Werk  in Września/Polen entstand in nur 23 Monaten Bauzeit. Ab sofort wird hier der neue Crafter gebaut. Momentan befindet sich das Werk noch in der Startphase, bald sollen 100.000 Crafter pro Jahr vom Band rollen. Volkswagen schafft 3.000 neue Arbeitsplätze in Września und zahlreiche weitere bei den 45 Zulieferern aus Polen.

Modernstes Werk seiner Art in Europa
Das neue Crafter Werk in Września gehört mit einem bestehenden Werk zu Volkswagen Poznan. Hier wird bereits seit 2003 der Caddy und Derivate des T(ransporters) gefertigt. Das am 24.10.2016 eröffnete Werk gilt als Europas modernster Fabrikneubau seiner Art.  Bei der ersten Werksführung kurz nach der Eröffnung fallen neben den großzügigen Gängen zwischen den einzelnen Produktionsstraßen auch die zahlreichen Roboter auf: 437 Stück ersetzen im Werk quasi alle schweren körperlichen Arbeiten und sorgt zudem für hohe Sicherheitsstandards und einen niedrigen Energieverbrauch.

Bei der ersten Werksführung am Eröffnungstag laufen die Bänder auf Sparflamme: Viele Maschinen(straßen) werden erst noch eingestellt, viele Dinge bei einem komplett neuen Werk dieser Größe noch optimiert – auch wenn der erste Prototyp schon vor 10 Monaten fertig war. Zahlreiche Labels an Maschinen weißen sowohl auf deutsche als auch internationale Zulieferer Hin. Von Siemens stammen beispielsweise die orangen Transportgestelle, die den entstehenden Crafter von Station zu Station bewegen. Zudem ist Września das einzige Werk im VW Konzern, in dem neben der klassischen Längs-Führung der Crafter auch in quer ausgerichtet gefertigt wird – was viel Platz in den Hallen spart.  Im Karosseriebau sorgen neuste Laser-Schweißtechnologien für eine exakte Verbindung von Karossiere und Dach. 36 Roboter lackieren den Crafter nach Kundenwunsch vollautomatisch. Für den Lackierprozess benötigen sie weniger Lack und Energie als bei herkömmlichen Verfahren.

Volkswagen als Größe in der polnischen Wirtschaft
Das Crafter Werk liegt etwa 50 Kilometer östlich von Poznan/Posten weitestgehend in Alleinlage. Drumherum hat bereits spontan ein Container-Hostel eröffnet und etliche Grundstücke werden zum Kauf angepriesen. Hier dürften sich in Kürze zahlreiche Zulieferer und sicherlich auch Wohnflächen ansiedeln. Die Frabrik füllt die Fläche von 300 Fußbalfeldern und sieht aufgrund der Lage in der Topografie aus der Ferne aus als handele es sich hierbei um die eigentliche Stadt Września  – auch wenn Volskwagen Werke wie Wolfsburg oder Bratislava deutlich größer sind. Volkswagen ist laut Dr. Eckhard Scholz, Vorsitzender des Markenvorstands Volkswagen Nutzfahrzeuge, stolz darauf, die polnische Wirtschaft weiterhin in einem nicht unwesentlichen Maß aktiv mitgestalten zu dürfen. Zur Eröffnungsgala des Werks waren rund 1.000 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Belegschaft, Konzern und Gewerkschaften geladen.

Fakten Volkswagen Werk Września
Innerhalb kurzer Zeit will man im 800 Millionen Euro teuren Werk 3.000 Mitarbeiter im Dreischichtbetrieb beschäftigen. Für den Bau des 300 Fußballfeldern großen Werks wurden innerhalb von 23 Monaten 4.000 Befestigungspfähle 24 Stunden am Tag 16 Meter tief in den Boden gerammt und 50.000 Lkw-Ladungen Erdboden bewegt. 100.000 Crafter jährlich oder 17 pro Stunde sollen vom Band laufen.

Zur Holding Volkswagen Truck & Bus gehört neben Volkswagen Nutzfahrzeuge mittlerweile auch Scania und MAN. Der zum Crafter baugleiche MAN TGE wird in naher Zukunft ebenfalls in Września gebaut und lastet damit das Werk stärker aus und bringt MAN nun auch ein leichtes Nutzfahrzeug. Allen Crafter sollen ab 2017 (wie bei MAN und Scania) übrigens auch für die VW-eigene Software „RIO“ vorbeireitet sein, ein Informations- und Anwendungssystem speziell für Transportgewerbe.

Weltpremiere des neuen Crafter im September 2016

Weltpremiere des neuen Crafter im September 2016

Neuer Crafter: Mehr Komfort und Fahrerassistenz
Der Crafter wurde nicht nur kürzlich zum „Van of the Year 2017“ gewählt, sondern bringt gegenüber dem Vorgängermodell etliche Neuerungen mit. Alle seine 69 Derivate (verschiedenen Höhen, Längen und Bauformen) werden im selben Werk gefertigt. Zahlreiche Gadgets wie Ablagen an ganz bestimmten Stellen gehen auf Kundenwünsche zurück, die Volkswagen Nutzfahrzeuge in die Entwicklung mit einfließen ließ. Im harten Arbeitsalltag spart die neue, schnellere Schiebetür nun etwa 3 Sekunden pro Schließvorgang und es sind für den täglichen Langsteckenverkehr wesentlich bequemere Schwingsitze mit AGR-Siegel („Aktion gesunder Rücken“) und sogar Massagefunktion verfügbar.
Eines der wichtigsten Elemente, gerade für die Long-Haul Fahrer, sind die hinzugekommenen Assistenzsysteme. Während sich der Assistenztechnik im Crafter bisher auf einen Tempomat beschränkte, sind nun nahezu alle Systeme verfügbar, die im letzten Jahr auch in der Pkw Sparte, z.B. im Touran oder kleinen Bruder VW T6 Einzug gehalten haben. Dazu gehört eine adaptive Geschwindigkeitsregelung, ein Toter-Winkel-Warner, Aktiver Spurhalteassistent oder eine erweiterte Park-Distance Control. Ab 2017 soll der Crafter auch mit Allradantrieb verfügbar sein.

Fotos: Motoreport / VW (Luftaufnahme)

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