Bosch: Fußgänger-Ausweichassistent bis 2018

bosch ausweichassistent

Im Mai haben wir bereits den Ausweichassistent von Bosch vorgestellt, der z.B. das Auffahren auf ein Stauende verhindern soll. Etwas komplexer ist das Ausweichen vor Fußgängern: Hier sind vor allem aufwändige Software-Lösungen gefragt, denn schließlich muss berechnet werden, wohin sich der Fußgänger in den nächsten Sekunden bewegen wird. Bosch plant das System 2018 in Serie zu bringen.

Geforscht wird am Fußgänger-Ausweichassistenten im neuen Forschungscampus Renningen. Wie schon beim bekannten Ausweichassistent muss der Fahrer (z.B. auf eine Warnung) reagieren. Beginnt er zu bremsen oder auszuweichen, optimiert das System das Manöver. Initiiert der Fahrer eine Lenkbewegung weg vom Fußgänger, berechnet das System in Sekundenschnelle eine Ausweichroute, die etwa von einem automatischen Eingriff in die Servolenkung durchgeführt wird. Ein so präzises Abschätzen und Lenken in Stresssituationen gelingt der Software in aller Regel deutlich besser als dem Fahrer. „Reagiert der Fahrer mindestens eine halbe Sekunde vor der Kollision, kann das Assistenzsystem unseren Untersuchungen zufolge 60 Prozent der Zusammenstöße verhindern“, so Dr. Lutz Bürkle von der zentralen Forschung und Vorausentwicklung bei Bosch.

bosch ausweichassistent

Zentrales Bestandteil des Systems ist wieder eine Stereokamera, mit deren Daten gegenüber einer Monokamera auch aus 3D-Darstellungen Abstände und Ausweichrouten berechnet werden können. So etwa der vermutliche Laufweg des Fußgängers und drohender Gegenverkehr, der eine Ausweichroute stören könnte. Ein Kernstück stellt hierbei die Softwarekompetenz für die Interpretation der Kameradaten dar, die ständig erweitert wird. Auch in Hinblick auf das hochautomatisierte Fahren auf Autobahnen (geschätzt ab 2020) ist diese exakte Erfassung und Verarbeitung von Umgebungsdaten um das Fahrzeug entscheidend.

Sowohl der Notbrems- als auch Ausweichassistent für den Fußgängerschutz entstehen im Zuge des öffentlich geförderten Verbundprojekts „UR:BAN“. 31 Partner aus der Automobil- und Zulieferindustrie sowie von Universitäten haben sich für das Ziel der Entwicklung von Fahrerassistenz- und Verkehrsmanagementsysteme für das städtische Umfeld zusammengeschlossen. Weltweit arbeitet Bosch mit rund 250 Universitäten und Forschungsinstituten zusammen.

Fotos: Bosch

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