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Bridgestone Turanza 6: Touringreifen im Kurztest

Hauptsache Reifen sind schwarz und rund? Nun, diese zugespitzte Aussage greift, wenig überraschend, zu kurz. Heute werden neue Reifenmodelle über zehntausende Kilometer erprobt um die optimale Gummimischung und Profilgestaltung zu erreichen. Nicht ohne Grund bieten viele Hersteller mittlerweile zusätzlich an ihre Fahrzeuge angepasste Spezialvarianten an. Denn ein guter Reifen kann im Zweifelsfall über (Auffahr)unfall oder rechtzeitigem Stillstand entscheiden. Für die meisten Fahrzeuge kommt dabei bei Sommerreifen ein guter Allrounder mit breitem Arbeitsbereich zum Einsatz. Wichtig: Sehr gute Trocken- und Nässehaftung, hohe Laufleistung und geringes Geräuschniveau. Genau diese Kombination will Bridgestone mit dem neuen Premium-Tourenreifen Turanza 6 anbieten. Wir hatten die Möglichkeit den neuen Turanza 6 bereits auf abgesperrter Strecke im Grenzbereich sowie auf öffentlichen Straßen zu testen.


Bridgestone Turanza 6: Bestleistung bei Nässe

Während der Entwicklung des neuen Turanza 6 legte Bridgestone besonderen Wert auf eine starke Leistung bei Nässe. Gut nachvollziehbar für Alle, die das ungute Gefühl kennen wenn Aquaplaning auftritt und die Reifen den Kontakt zur Fahrbahn verlieren. Umso eindrücklicher sind die Erfahrungen mit dem Turanza 6. Der bereitgestellte BMW 8er durchfährt selbst eine mit einigen Zentimeter geflutete Wasserspur, vergleichbar mit Spurrillen auf der Autobahn, bei Tempo 70 und starkem Beschleunigen ohne nennenswerten Traktionsverlust. Sicherlich hilft dabei auch der verbaute Allradantrieb – doch das Fahrverhalten fühlt sich sehr sicher und kontrollierbar an. In der anschließenden Ausweichgasse bestätigt sich die sehr gute Nässehaftung, die laut TÜV-Test führend im Segment sein soll. Natürlich kann man den Turanza 6 auch „überfahren“ und bei Nässe ins Untersteuern zwingen. Die Physik lässt sich nun einmal nicht austricksen. Wer das allerdings im öffentlichen Straßenverkehr schafft, sollte einmal im §3 der STVO zum Thema „angepasste Geschwindigkeit“ nachschlagen.

Unterwegs im Grenzbereich: Auch auf gefluteter Straße sorgt der Turanza 6 für ordentlich Traktion – das schafft Vertrauen.

Trotzdem hat man sich bei Bridgestone dem Thema untersteuern bei Nässe angenommen, was wir beim zweiten Testaufbau ausprobieren dürfen. Wir fahren hier einen mit Turanza 6 bestücken Audi A5 mit Frontantrieb auf nasser Straße bergab mit Tempo 50. Nun gilt es einem Hindernis bei gleichzeitiger Vollbremsung auszuweichen. Hier folgt der Audi bei regelndem ABS sauber der eingeschlagenen Linie und kommt zügig zum Stehen, auch nach mehrmaliger Wiederholung. Die Bestwertung, das EU-Reifenlabel ‚A‘ bei Nässehaftung, hat sich der Turanza 6 also wirklich verdient.

Wasserspiele, Teil 2: Bremsen und Ausweichen auf nasser Straße. Der Turanza 6 bleibt auf Kurs.

Fokus (auch) auf E-Mobilität

Doch auch weitere Eigenschaften hat Bridgestone, auch mit Blick auf die zunehmende Zahl von Hybrid- und Elektrofahrzeugen, verbessert. Denn im elektrischen Betrieb entfallen die üblichen Geräusche eines Verbrennungsmotors, Wind- und Abrollgeräusche treten dann in den Vordergrund. Hier soll der Turanza 6 bis zwei Dezibel leiser sein als der Vorgänger. Mangels direkter Vergleichsmöglichkeit lässt sich das für uns im Test nur schwer nachprüfen, allerdings dürfen wir den neuen Turanza auf einer gemütlichen Ausfahrt ausprobieren. Dazu hat Bridgestone die aktuelle E-Klasse mit Diesel-Hybrid-Antrieb mit dem Turanza besohlt, sodass auch elektrisches Fahren möglich ist. Über die Landstraßen rund um den Sachsenring sowie innerorts schlägt sich der Reifen gut, Geräusche lassen sich, auch im E-Modus, praktisch nicht ausmachen. Anzumerken ist allerdings, dass die E-Klasse von Haus aus gut gedämmt ist.

Gesteigerte Laufleistung, verringerter Rollwiderstand

Weiterhin wichtig für eine Tourenreifen ist zudem ein möglichst geringer Reifenverschleiß. Auch hier hat Bridgestone die neusten Technologien einfließen lassen und verspricht bis zu 22% mehr Laufleistung im Vergleich zum Vorgänger T005. Senken lassen sich die laufenden Kosten zudem durch Reifen mit geringem Rollwiderstand. Für Elektrofahrzeuge ist dieser Faktor besonders entscheidend, da bei gleichem Stromverbrauch größere Reichweiten erzielt werden können. Bridgestone erreicht hier teilweise die Bestwertung ‚A‘ und senkt den Rollwiderstand um bis zu 4% im Vergleich zum Vorgänger Turanza T005.

Detailaufnahme Bridgestone Turanza 6

Ein aerodynamisch optimierter Flankenschutz zählt auch beim neuen Turanza 6 zum guten Ton.

Bridgestone Turanza 6: Fazit

Ausgehend von unseren Testerfahrungen stellt der Turanza 6 ein gelungenes Produkt dar, das insbesondere im Bereich Nässehaftung zu den besten im Segment zählt. Hier sorgte der Reifen im Grenzbereich für eine gute Kontrolle.

Der Turanza 6 wird voraussichtlich ab Januar 2023 in 136 Dimensionen von 16“ bis 22“ (16“ erst ab 2024) für Pkw und SUV ausgeliefert, womit Bridgestone eine sehr große Bandbreite an Fahrzeugen abdeckt. Neu sind dabei 34 Reifendimensionen. Für die gute Qualität des Reifens spricht zudem, dass der Reifen auch von verschiedenen Herstellern als Erstausrüstung montiert wird.

Fotos: Motoreport, Bridgestone

Über den Autor

Jonas Braunersreuther

Autor Jonas Braunersreuther interessiert sich von Kindesbeinen an für sportliche Autos und Zweiräder sowie neue Entwicklungen auf dem Automobilmarkt.

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