Sport-Kombi Honda Accord 2.2 i-DTEC Type S

honda accord tourer type s

Der Accord ist der sportlich gezeichnete Business Kombi aus dem Hause Honda und seit 2011 auch mit einem 180 PS starken Dieselmotor verfügbar. Ich war mit dem Accord Type S 2.2 i-DTEC 2 Wochen lang unterwegs!

Dynamische Optik trotz Tourer-Form

Die Formen des Accord sind von scharfen Kanten dominiert, die dem Wagen eine Menge Dynamik verleihen. In der Type-S Ausführung gibt es außerdem ein paar mehr optische Aufwertungen. Am meisten hat mir am Exterieur eindeutig die nach hinten flach zulaufende Fensterfront (Privacy Glass ist ein Muss) und die 18 Zoll Alufelgen gefallen. Durch ihre Größe und Auffälligkeit fällt das Ausmaß des Tourers viel weniger auf, alles wirkt etwas sportlicher. Insgesamt finde ich die aktuelle schwarz/silberne Felgenkollektion Hondas extrem schick, wie auch schon beim Insight letzten Herbst. Wo das Heck und vor allem die Heckleuchten ihr Aussehen früherer Jahre nicht wirklich verlieren konnten, ist die Front dagegen, genau wie die Scheinwerfer, sehr flach gezeichnet. Mein Testwagen war in „Forged Silver Metallic“ lackiert, sicherlich nicht jedermanns Farbe, die Chromelemente am Kühlergrill und um die Fensterfront passen aber gut dazu. Aus einigen Metern Entfernung erinnerte mich der Accord Tourer von der Seite von den groben Formen her etwas an den Opel Insignia Kombi, der große Unterschied und auch optische Vorteil des Accord sind aber seine wesentlich schärferen und spitzeren Konturen.

honda accord kombi seite

Interieur

honda accord interieur light

Platz gibt es innen jede Menge, vorne sowieso und im Fond lässt es sich auch zu dritt angenehm sitzen. Mit der Beinfreiheit auf der Rückbank konnte der Accord allerdings nicht derart gut Punkten wie der vor Kurzem vorgestellte Subaru Legacy Kombi. Besonders cool ist, dass die Verkleidungen der Säulen sowie der Dachhimmel in sportlichem Schwarz gehalten sind. Die Ausstattungsvariante Type S bringt außerdem schicke halb-Leder Sportsitze mit roten Nähten mit, die einen ziemlich guten Seitenhalt bieten. Positiv aufgefallen ist mir auch der Schalthebel des 6 Gang Getriebes. Er ist überraschend klein und hat einen metallischen „Kopf“ in dem das Schaltschema eingraviert ist. Das fühlt sich beim Schalten oder darauf liegender Hand etwas „mechanischer“ und „näher am Motor“ an als die üblichen Kunststoffabdeckungen. Zum sportlichen Ambiente trägt auch die dezente, rote Beleuchtung im Fußraum bei, deren Licht auf die Metall-Pedale fällt.

honda accord type s cockpit

Kombi-üblich lässt sich im Accord jede Menge zuladen, auf die schicke chromverzierte Landekante des Kofferraums muss man dabei etwas aufpassen. Der Accord Kombi war mein bislang erster Testwagen mit automatischer Heckklappe – die Funktion ist im Alltag noch wesentlich praktischer als ich vermutet habe. In erster Linie nicht, weil man sich die Kraft zum Schließen der Klappe spart, sondern sich vor allem im Winter nicht die Finger schmutzig macht! Ist die Heckkappe bei winterlichen Salz-Straßenverhältnissen ordentlich verschmiert, lässt sie sich ganz einfach per Knopf in der Fahrertür, Taste auf der Fernbedienung oder einem weiteren Knopf direkt an der Heckklappe öffnen und schließen – ein Feature, das ich mir unbedingt dazukonfigurieren würde.

accord type s interieur

Ausstattung und Technik

Der Accord bringt in den höheren Ausstattungsvarianten einige Komfortfunktionen und Ausstattungsmerkmale mit. Die Fernlichtautomatik ist an die Bi-Xenonscheinwerfer gekoppelt. Fährt man auf einer Landstraße ohne Gegenverkehr, schaltet der Accord automatisch auf volle Lichtleistung – Vorteil der Bixenonscheinwerfer sind hierbei die angenehmeren Lichtwechsel. (Auch das Fernlicht ist Xenonlicht). Mit an Bord ist auch ein (statisches) Kurvenlicht (halogen), das bei Kurvenfahrten oder gesetztem Blinker die entsprechende Seite ausleuchtet. Besonders praktisch ist das beim Einparken: Legt man den Rückwärtsgang ein, werden beide Seiten-Scheinwerfer eingeschaltet. Was in der nächsten Modellgeneration schön wäre, wäre ein adaptives und somit aktiv mitlenkendes Xenonlicht wie im Citroen DS5.

honda accord tacho rot

Der Tempomat wird, wie bei Honda üblich, mit Hilfe der Tasten auf der rechten Seite des Lenkrads bedient. Die Schalter für die zusätzlichen Sicherheitssysteme wie LKAS und ACC befinden sich, sofern das Sicherheitspaket vorhanden ist,  unter rechts am Lenkrad. Leider hat man auch im Accord dem Tempomaten keine digitale Geschwindigkeitsanzeige spendiert, so dass man die gewünschte Geschwindigkeit immer nach dem „normalen“ Tacho einstellen muss und nicht direkt „120“ anwählen kann. Das Multifunktionslenkrad ist an sich perfekt, es lässt sich super greifen, in Höhe und Tiefe verstellen und sieht in der Type S – Ausführung dazu noch super aus. Eine noch bessere Bedienbarkeit gibt es beim Lenkrad des neuen CR-V, das sicherlich auch bald in die neuen Generationen der anderen Honda Modelle Einzug halten wird.

honda accord type s radio

Knapp eine der zwei Testwochen mit dem Accord war es endlich mal angenehm warm. Das bedeutet: Temperaturregelung des Innenraums durch die 2-Zonen Klimaautomatik. Sie hat eine Menge Power und kühlt den Innenraum des Tourers ziemlich schnell, reagiert aber für meinen Geschmack etwas überempfindlich auf Sonne. Das fällt z.B. besonders bei Fahrten auf einer Gebirgsautobahn mit Tunnel – Brücke- Tunnel – Wechseln auf. Sobald es etwas hell wird, schaltet das Gebläse relativ stark nach oben, ist es dunkel oder bewölkt wird dagegen eher zu wenig kühle Luft eingeblasen. Die automatische, sonnenstandsabhängige Regelung sollte hier angepasst werden. Natürlich kann man die Gebläsestärke aber auch klassisch manuell regeln.

Der Bildschirm des Navigationssystems, das wie beim Insight technisch schon recht angestaubt ist aber sich durch den Joystick mittig super steuern lässt, ist weit oben positioniert und in jeder Situation gut abelesbar. Über ihn wird auch das Bild der Rückfahrkamera angezeigt, die aber aufgrund der guten Übersicht des Accord nicht zwingend mitbestellt werden muss. Die Park Distance Control blendet sich übrigens auch optisch im Multifunktionsdisplay im Tacho ein. Das Premium-Soundsystem, das einen Subwoofer im Kofferraum beinhaltet, produziert eine tolle Soundkulisse und ist außerdem detailliert einpegelbar. Hat man kein Smartphone oder Ähnliches als Audioquelle, das an den USB oder AUX Anschuss im Ablagefach unter der Mittelarmlehne angeschlossen werden kann, kann man auf den 6-Fach CD Wechsler zurück greifen, der auch MP3 CDs schluckt und relativ zugig arbeitet. Heimliches Highlight am Infotainment Systems bzw. an der Mittelkonsole: Die Verarbeitung. Die schwarze Front um die Temperatur-/Senderanzeige ist rau und dick und fühlt sich so ungefähr wie das Gehäuse einer hochwertigen DSLR-Kamera an.

honda accord type s front grill

Assistenzsysteme

Besonders tolle Gadges im Accord sind die Assistenzsysteme, die er im optionalen „Advanced Safety Paket“ mitbringt. Der Accord war das erste Fahrzeug aus Hondas Flotte, dass die Systeme verliehen bekommen hat. Das Sicherheitspaket besteht aus 3 Systemen: Einer ACC (Adaptive Cruise Control), die einen festgelegten Abstand zum Vordermann mit Hilfe eines Radarsensor, der sich hinter dem Honda Emblem versteckt, konstant hält und autonom bremsen kann, dem System LKAS (Lane Keeping Assist System), das beim Verlassen der Fahrspur korrigierend in die Lenkung eingreift und dem CMBS (Colission Mitigation Braking System), ein Notbremsassistent, der radargestützt bei einer drohenden Kollision mit dem Vordermann optisch und akustisch warnt und bis zum Stillstand bremsen kann. Bemerkenswert ist, dass diese Systeme bei Honda schon seit ein paar Jahren verfügbar sind, es gibt einige Hersteller, die bislang nicht einmal ihre Top-Modelle zumindest mit einem Abstandstempomaten (ACC) ausstatten! Seit der neusten Modellgeneration des Honda CR-V sind die Sicherheitssysteme auch in Hondas beliebten SUV verfügbar.
Leider hatte mein Accord-Testwagen das Sicherheitspaket nicht mit an Bord, weshalb ich die technischen Feinheiten der Systeme nicht ausführlich testen konnte – einen bebilderten Überblick über alle Funktionen habe ich mir aber letzten Herbst im neuen Honda CR-V verschaffen können. In diesem Artikel werden die einzelnen Helferlein ausführlich erklärt. Auch wenn das Advanced Safety Paket einen satten Aufpreis von knapp 2500 EUR kostet, ist es, gerade für Langstreckenfahrer, wegen der Adaptive Cruise Control auf jeden Fall zu empfehlen.

honda lkas cmbs

Hondas aktiver Spurhalteassistent LKAS in Aktion, hier im Honda CR-V

 

2.2 i-DTEC und Fahrverhalten

Der  180 PS starke Diesel ist in Verbindung mit der Type S Ausführung im Accord erhältlich, im Gegensatz zu den weiteren Motorisierungen ist beim stärksten Diesel nur eine manuelle 6-Gangschaltung verfügbar. Der 2.2 Liter Aggregat beschleunigt in 8,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h und bis maximal 217 km/h, das maximale Drehmoment beträgt 380 Nm.

Der Diesel läuft im Accord ziemlich kultiviert, die relativ hohe Leistung von 180 PS ist deutlich zu spüren. Auch gegenüber der „normalen“ 150 PS Variante machen sich die 30 PS mehr durchaus bemerkbar. Die Diesel-Kraft wird über die Frontachse und die 18 Zoll Räder mit einer Breite von 235 mm auf den Asphalt gebracht. Stadt-Sprints machen mit ihm Spaß, wenn man ihn etwas höher dreht noch mehr – und das nicht einmal zu Lasten der Effizienz, wie man weiter unten lesen wird. Klassische Haushalts-Aufgabe für ihn: Samstag, 19:48 Uhr, schnell noch zum Supermarkt sprinten, den Kofferraum vollpacken, Kleinteile gut gegen Herumfliegen in rasant gefahrenen Kurven sichern (dafür gibt es den doppelten Boden, leider aber kein Netz), Heckklappe elektronisch schließen lassen, auf dem Supermarkt Parkplatz cool aussehen und wieder zurück! Wenn es auf Reisen gehen soll ist eine Spezialität des Accord Type die Autobahn. In den Kategorien Straßenlage, Stabilität, Elastizität und (elektromechanische) Lenkung ist er auf Schnellstraßen einfach top. Ich bin mit dem Accord auf eine Strecke von gut 60 Kilometern ordentlich „Vollgas“ gefahren, was ich sonst nur selten mache und meistens auch nicht brauche – dabei lag er einfach wunderbar kontrollierbar auf der Spur. Langgezogene Autobahnkurven sind auch mit etwa 200 km/h entspannt befahrbar. Das Fahrwerk ist für meinen Geschmack genau richtig abgestimmt, sportlich aber nicht zu hart. Cruist man auf der Landstraße auf und ab, kommt der bereits angesprochene Schaltknauf zur Geltung. Er ist, klein und kurz, genau wie die Schaltwege.

Aus meiner Sicht auffällig und ein kleines Problem: Der Motor ist, gerade wenn in der Stadt das Radio aus ist, deutlich hörbar. Entweder werkelt er besonders laut oder die Dämmung ist sehr dünn, aber der Geräuschpegel ist sicher noch merklich zu senken. Im Neuen Honda CR-V, siehe Foto oberhalb, arbeitet der 2.2 i-DTEC schon wesentlich leiser – mit Sicherheit wird bald auch ein Sound-Update für den Accord anstehen.

Viel Freude am 2.2 i-DTEC macht auch: Der Verbrauch. Er betrug laut meiner Berechnung mit der RoadTrip App tatsächlich nur 5,8 Liter auf 100 km und stimmt überraschender Weise nahezu mit der Herstellerangabe (5,7) überein! Die Fahrstrecke führte über 14 Tage über gut 3.500 Kilometer, die Fahrweise war passend für den Accord Type S eher sportlich als vorausschauend. Wem der niedrige Wert unrealistisch erscheint, sollte einen Blick auf meine Statistik/Tanklog werfen.

accord tourer type s

Fazit

So ganz kann ich nicht verstehen, weshalb der Honda Accord immer noch so selten auf deutschen Straßen anzutreffen ist: Eigentlich müsste er wie der Civic oder CR-V viel häufiger entgegenkommen oder an der Ampel stehen. In der Sparte der (Business-) Kombis kommt der Accord sehr nah an so einige Konkurrenten der deutschen Premiumhersteller heran: Die Optik ist sportlich, schick und nicht aufdringlich, neben dem guten Fahrverhalten überzeugt er mit fortschrittlichen Assistenzsystemen. Der größte Diesel mit 180 PS dürfte für so ziemlich jeden Zweck für genug Vortrieb sorgen, der Verbrauch liegt im rasanten Alltag etwa bei 6 Litern und kann mit einer moderaten Fahrweise noch weiter gesenkt werden. Bis auf ein paar Punktabzüge beim nicht mehr ganz zeitgemäße Multimediasystem und der etwas zu kurz gekommene Übersichtlichkeit im Cockpit ist der Accord ein Begleiter für alle, die viele Kilometer zügig und effizient zurücklegen, zuladen und dabei noch gut Aussehen wollen!

Fotogalerie Honda Accord Type S Tourer

Mehr Fahrberichte zum Honda Accord Type S als Limousine gibts bei autophorie.de, bycan.de, mein-auto-blog.de, passiondriving.de und rad-ab.com.

Technische Daten Honda Accord Type S Tourer 2.2 i-DTEC

Motor: 2.2 Liter Vierzylinder-Reihenmotor
Leistung/Drehmoment: 180 PS (132 kW) / 380 Nm bei 2000−2750/min
Getriebe: 6 Gang Schaltgetriebe
Antrieb: Vorderradantrieb
0-100 km/h: 8,6 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 217 km/h
Leergewicht: 1600 Kg
Testverbrauch: 5,7 Liter / 100 Km (Berechnet)
Gefahrene Kilometer: ca. 3.500

Testzeitraum: 14 Tage
Farbe: Forged Silver Metallic
Testwagenpreis: ca. 37.800 EUR
Sonderausstattung (Auszug): 18 Zoll Alufelgen, Multimedia- und Navigationssystem mit Premium Lautsprechersystem, automatische Heckklappe, 6-Fach CD Wechsler, BiXenon Scheinwerfer, Fernlichtautomatik.

7 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: NewCarz

  2. Zu Honda Accord Tourer 2.2
    Ich habe meinen 2.2 Diesel mit 150 PS seit nunmehr 3 Jahren. und in der Zeit 75.000Km zurück gelegt.
    Den Kraftstoffverbrauch kann ich NIE unter 7 Liter drücken und das bei ca. 130Km/h Reisegeschwindigkeit. Das Getriebe hat seit Beginn schon seine Schwächen offenbart in punkto Genauigkeit beim Schalten.
    Ansonsten ist es ein phantastisches Auto, das ruhig und unauffällig seine Bahnen zieht und dabei ein entspanntes Reisegefühl vermittelt. Er ist eher ein Cruiser als Rennmaschine, hat aber, bis auf die mangelnde Beschleunigung im Elastizitätsbereich (80-120 Km/h) oben raus seine Stärken und es lässt sich so manchen Ingolstädter oder Sindelfinger ärgern bis verzweifeln.
    Am Design der Karosserie findet sich auch kaum eine Möglichkeit diese sportlich eleganter zu gestalten ohne sich dem Kunststoffwahn hinzugeben. Dies spricht sehr für die Designer der Modellreihe!
    Ich für meinen Teil finde dieses Fahrzeug, ausgenommen der genannten Schwächen für sehr gelungen, würde mir aber mehr Erweiterungsmöglichkeiten zur niveauvollen Individualisierung wünschen, da dieses Fahrzeug vermehrt, im gleichen eleganten Schwarz metallic, in meiner Gegend gekauft wurde. Hier gibt es noch Möglichkeiten zur Erweiterung der Produktpalette.

    • Hallo Stephan,

      Danke für dein Feedback!
      Also bei meinem Accord war ein Verbrauch unter 7 Liter durchaus drin.
      Vielleicht haben sich da die 30 PS mehr des Type S i. V. M. Meiner ebenfalls eher gemütlichen Reisegeschwindigkeit bemerkbar gemacht.

      Im Moment fahre ich den 2.2 i-DTEC im neuen CR-V (150 PS Automatik). Hier bin ich trotz nur 5 Gängen bislang auch sehr zufrieden mit dem Verbrauch, mehr gibts bald im ausführlichen Fahrbericht!

  3. Pingback: Motoreport Jahresrückblick: Mein automotives 2013 › Motoreport

  4. Moin,

    Toller Bericht! Das mit dem Verbrauch ist aber Humbuk, ich habe ihn bei moderat sportlicher Fahreweise nicht unter 7,8l/100 gebracht. Meinen Leihwagen hatte ich 3 Wochen und habe ihn 3200km über Landstraßen und Autobahnen gequält. Mein Jetta 6 2.0 TDI ist sparsamer.

    VG Nick

  5. Hallo,
    Kann mir jemand sagen wo ich das Auto bekomme??
    Suche schon länger leider ohne Erfolg.

    mfg

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