Opel OPC Performance Training absolviert!

opel astra opc motorsport rennstrecke

Den physikalischen Grenzen eines Fahrzeugs nähert man sich besser in einem Fahrtraining als im Straßenverkehr! Zusammen mit einigen Bloggern hatte ich die Gelegenheit, an einem Opel Performance Training auf dem Opel Testgelände in Dudenhofen teilzunehmen. Gefahren wurden Test-, Renn- und Hochgeschwindigkeitsstrecken sowie ein Handlingparcours mit den OPC-Spitzenmodellen der Baureihen Astra und Corsa. Fahrspaß pur!

Umgeben von dichtem Wald und etlichen Schranken und Zäunen liegt das Opel Testgelände in Dudenhofen bei Frankfurt. Täglich werden hier im 3-Schicht-Betrieb rund um die Uhr Test- und Messfahrten verschiedenster Fahrzeuge durchgeführt. Nirgendwo sonst gibt man außerdem Geld für kaputte Straßen aus: Marterstrecken, Bodenwellen in allen Formen und Größen, starke Gefälle, Offroadparcours, Matsch-Strecken, verschiedenen Betonfahrbahnen, Schlaglöcher, ein Wasserbad, ein Salzbad… nahezu alle denkbaren Testvoraussetzungen sind vorhanden. Highlights des Testzentrums sind die kleine Rennstrecke mit 16 verschiedenen Kurvenradien und der etwa 5 Kilometer lange Hochgeschwindigkeits-Dauerlaufkurs, der das Gelände umgibt.

Foto: Eckart Schaper, Opel Blog

Foto: Eckart Schaper, Opel Blog

Unser Training begann mit einer Rundfahrt über das Testgelände im Corsa OPC. Hierbei konnte sich das Bilstein-Fahrwerk zunächst auf grobem, dann feinem Kopfsteinpfaster, auf Querrillen, kreuzenden Eisenbahnschienen, hochstehenden Gullideckeln, Schlaglöchern und verschiedenen Bodenwellen präsentierten. Teilweise klingt das „Rattern“ derart brutal, dass man es seinem Privatfahrzeug unter keinen Umständen zumuten will – jedes in Serie gehende Fahrzeug hat aber genau solche Tests mit teils maximaler Materialbelastung viele Kilometer lang durchlaufen. Recht spektakulär sieht von ganz oben auch das 30%ige Gefälle aus, das schön vorsichtig gefahren werden durfte – auf der anderen Seite ging es die 30% wieder hinauf – hierbei wechselt man besser nicht vom 1. in den 2. Gang. Erfahrene Instruktoren fahren bei jeder Einheit im eigenen Fahrzeug der Gruppe voraus und sind über Funkgeräte für alle Teilnehmer in den Autos hörbar.

Foto: Eckart Schaper


Handlingparcours im Corsa OPC

opel corsa opc nürburgring edition rot grün

Gut durchgeschüttelt folgte ein kleiner Wettbewerb auf einem mit Pylonen abgesteckten Handlingparcours. Nicht nur weil ich beim „großen Preis von Dudenhofen“ den dritten Platz nach Moritz Nolte und Eckart Schaper belegte, war das für mich der spannendste Teil des Performance Trainings: Hier ging es zwar nicht um (Höchst)-Geschwindigkeiten,  vielmehr war die Fahrdynamik des Corsa OPC sehr beeindruckend. Runde für Runde steigert man die Geschwindigkeit und gewöhnt sich mehr an die Strecke. Wenn man zuletzt denkt, man könne die nächste Kurve ohne vorheriges Anbremsen nicht ohne Traktionsverlust nehmen, ist das trotzdem kein Problem für den Corsa OPC: Sein kurzer Radstand macht ihn extrem agil, das mechanische Lamellen-Sperrdifferenzial an der Vorderachse verteilt die Antriebskraft nach Bedarf exakt und optimal. Das sorgt dafür, dass er sich auf dem Parcours nahezu allradangetrieben anfühlte. Ein sehr, sehr spaßiger Kleinrennwagen. Noch etwas interessanter machte den Parcours auch der nasse Asphalt, in unserem Fall wegen leichten Regens. Bei Bedarf ist die Fahrfläche aber jederzeit auch künstlich bewässerbar. In der Challenge selbst galt es, in 2 Runden eine möglichst gleiche Zeit einzufahren.

opel corsa opc nürburgring edition handling

Technisch unterscheidet sich der gefahrene „Opel Corsa OPC Nürburgring Edition“ übrigens in folgenden Punkten vom Serienmodell: Der turboaufgeladene 1.6-Liter-OPC Motor leistet 210 PS und verfügt über ein max. Drehmoment von 280 Nm. Neben dem neu entwickelten Bilstein-Fahrwerk und dem mechanischen Sperrdifferenzial bringt er eine leichtgewichtige Hochleistungs-Bremsanlage von Brembo mit. ABS, ESP und die Traktionskontrolle TC wurden von den Spezialisten des Opel Performance Centers, der geänderten Konfiguration entsprechend, neu ausgelegt.

Mit dem Astra OPC über die Rennstrecke

Foto: Thomas Gigold, autokarma.de

Foto: Thomas Gigold, autokarma.de

Vom Corsa ging es in den Astra OPC. Der bringt zwar mehr Gewicht und einen größeren Radstand mit, hat aber auch 280 PS (2.0 Liter) und ein max. Drehmoment von 400 Nm unter der Haube. Ein Bilstein Sportfahrwerk und eine Brembo Bremsanlage sind ebenfalls vorhanden, im Gegensatz zum Corsa ist aber das adaptive FlexRide-Fahrwerk eine Besonderheit. In der Gruppe mit etwa 5 Astras, voraus unser Instruktor Sascha Bert im Guide-Fahrzeug, galt es nach 1-2 langsamen Kennenlern-Runden, Tempo zu machen und Stück für Stück die Idealline der Rennstrecke, die über 16 verschiedene, anspruchsvolle Kurvenradien führt, zu finden. Über mehrere Runden und verschiedene Fahrzeugbesetzungen hat man da mal einen vorsichtigeren Fahrer vor sich, mal einen, dem man nur gerade so hinterher kommt. Lenkradhaltung 3 Uhr- 9 Uhr, Kurvenfahren mit einem Lenkeinschlag, nicht zu viel Dynamik ins Fahrzeug bringen – Basics und Fahrtipps gibts wieder per Funk. Als ich vor einigen Wochen mit dem Astra GTC unterwegs war hätte ich nicht gedacht, dass der OPC doch soviel mehr Spaß zu bieten hat. Nach einigen Runden wird dann der OPC Knopf in der Mittelkonsole betätigt und der Astra OPC damit „scharf“ geschaltet:  Das FlexRide-Fahrwerk wird maximal straff, die Lenkung direkter die Gasannahme deutlich höher. Spätestens im OPC Modus ist jede Kurve ein echter Genuss. Ein Gerät an der Frontscheibe zeichnet Videobilder der Strecke und des Fahrers sowie wirkende G-Kräfte auf – das gibts dann für jeden Teilnehmer zum mitnehmen.

opel astra opc race interieur

Seitenkraftfreies Fahren im Hochgeschwindigkeitskurs

Das Opel Testgelände wird von einem etwa 5 Kilometer langen Oval umgeben. In diesem Dauerlaufkurs können insbesondere Langstrecken-Tests bei hohen Geschwindigkeiten gefahren werden: Nach links (also oben) nimmt die steile der Fahrbahn extrem zu – bis zu 37 Grad beträgt das Banking, eine Steigung, die man zu Fuß nur recht schwer bewältigen kann. Mit steigender Geschwindigkeit fährt man von der Inneren Bahn in die Äußere, für jede Spur gitb es „Richtigeschwindigkeiten“. Hohen Geschwindigkeiten können Seitenkraftfrei gefahren werden, man muss sozusagen das Lenkrad nur leicht festhalten.

Foto: Eckart Schaper

Empfehlung (auch für nicht-) Opel Fans

Das Opel OPC Performance Training macht eine Menge Spaß und ist eine tolle Erfahrung. Die OPC Modelle haben in Sachen Performance wenig mit den „einfachen“ Grundmodellen zu tun, das Training geht fahrdynamisch weit über ein einfaches Fahrsicherheitstraining oder langweiliges „jetzt fahren wir mal kurz schnell“ hinaus – hier steht der Fahrspaß und die Beherrschung in Extremsituationen im Vordergrund. Mehrere Stunden hat man die Gelegenheit, die physikalischen Grenzen der Fahrzeuge zu testen. In der Regel gibt es beim OPC Performance Training außerdem noch den Insignia OPC sowie Slalomparours zu fahren. Möchte man, z.B. direkt nach dem 18. Geburtstag, nicht gleich mit dem Handling von Sportwagen auf der Rennstrecke einsteigen, hat man bei Opel in Dudenhofen auch die Möglichkeit Fahrsicherheits- oder ECO-Trainings zu buchen.

Text: Matthias Luft, Fotos: Matthias Luft, Eckart Schaper, Thomas Gigold

4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: Fotoshooting mit dem Opel Monza Concept › Motoreport

  2. Pingback: Studieren & Probieren: Monza Concept & OPC-Training | Opel-Blog

  3. Pingback: Meine Top 3 Testwagen in 2013! › Motoreport

  4. Pingback: Motoreport Jahresrückblick: Mein automotives 2013 › Motoreport

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.