Test: (Premium Pickup?) VW Amarok V6 TDI Aventura

Schon vor einem Jahr haben wir den Amarok mit V6 Diesel mit satten 224 PS in der Ausstattungsvariante Highline gefahren. Dieses Mal geht es mit dem selben Motor, aber der momentan höchsten Ausstattungsvariante Aventura durch das eisige Fichtelgebirge. Dabei erklären wir auch, was den 4Motion Allradantrieb des Amarok von den 4Motions der meisten VW Pkws unterscheidet.

Lifestyle-Pickup mit extravagantem Styling
Der Amarok strotzt optisch nur so vor Kraft. Dicke Chromapplikationen und große, unverschnörkelte Flächen sorgen für einen kraftvollen Auftritt. Gerade die gewaltige Front lässt einen schon mal überlegen, wie man im Winter die Frontscheibe freikratzen soll. Dafür gibt es aber zur Not zum Glück die Einstiegsleisten, die beim Aventura Serie sind und die auch jede Menge Gewicht aushalten. In sie integriert sind außerdem noch hübsche LED-Boarding-Spots. Unser Amarok ist in Ravenna-Blau Metallic lackiert – für ein paar tausend Euro kann man diese Farbe (oder Grau) außerdem noch in matt ordern. In den riesigen Radläufen sehen unsere 17-Zoll Felgen direkt winzig aus. (Serie: 20) Dabei handelt es sich aber um die Standard-Wintergröße aus dem Konfigurator. Zur besonderen Optik des Aventura trägt auch die sog. „Sportsbar“ maßgeblich bei. Sie verbindet die Doppelkabine dann optisch sanft abfallend mit der Pritsche. Das sieht noch deutlich eleganter aus als z.B. beim (auch schon hochwertigen) Gestänge der Highline. Außerdem bekennt sich kaum ein Volkswagen so sehr zum 4Motion Allradantrieb wie der Amarok Aventura: Den 4Motion-Schriftzug am Heck gibts serienmäßig. Viele horizontal verlaufende Linien lassen den Amarok minimalistisch und getrimmt auf den Arbeitseinsatz wirken.

Roll Case System für 3.000 € schließt die Ladefläche sauber ab
Standardmäßig kommt der Amarok mit einer offenen Pritsche, bei uns verbaut ist aber das sog. Roll-Cover System. Dieses massive Rollo schützt (wie in unserem Video) die Ladefläche einerseits vom Zuschneien, andererseits kann man auch z.B. teures Werkzeug damit sicher verschließen. das Roll-Case ist für die meisten Situationen relativ wasserdicht und lässt sich vor allem schnell auf- und zurollen, wie wir auch in unserem Video zeigen. Der Aventura kommt immer als Double-Cab, also Doppelkabine mit 4 Türen. Hinten sitzt es sich relativ großzügig, etwa so komfortabel wie im Golf Sportsvan auf jeden Fall.

Das optionale Roll Case System schließt die Ladefläche ab

 

Komfortabler Innenraum im Nutzfahrzeug-Stil
Der Amarok will in der Trimline Aventura vor allem ein Premium-Lifestyle-Pickup sein. Das gelingt dem Innenraum an den meisten Stellen ganz gut: Voll-Leder Sitze sind bereits Serie, auch ein Multifunktions-Lederlenkrad gibt es ab Werk dazu. Allerdings ist der Amarok Aventura noch lang kein Touareg: Große Teile des Innenraums sind aus harten Kunststoffen gefertigt, so etwa die Ablage oben auf dem Dashboard oder die Türverkleidungen. Auch sonst erinnert der Innenraum des Amarok an frühere VW Pkw Modelle: So sind etwa die neuen Infotainmentsysteme wie das Discover Pro noch nicht verfügbar, auch die Tasten für die Sitzheizung sind beispielsweise wie beim früheren Touareg unten in der Mittelkonsole positioniert. Ganz Nutzfahrzeug-like gibt es auch noch eine manuelle Handbremse, wie z.B. auch im Crafter oder Caddy. Insgesamt ist die Sitzposition aber spektakulär hoch, es fühlt sich nahezu so an, wie im Crafter zu sitzen. Entsprechend ist auch die Übersicht wirklich gut, nach hinten erledigt die Rückfahrkamera, die wir explizit empfehlen, den Rest.

Interieur Amarok 2018

Interieur des Amarok – hier allerdings in der Highline4Motion Allradantrieb: Im Amarok Permanent statt variabel
Ein so kraftstrotzend daherkommender Pickup wie der Amarok sollte auch einen Allradantrieb mitbringen. Das tut er in der Ausstattungsvariante Aventura serienmäßig. Wichtig zu wissen ist, dass es sich hierbei um den permanenten Allradantrieb 4Motion handelt. Das bedeutet: Wie z.B. auch im Touareg treibt der Amarok permanent alle vier Räder an. Die meisten Volkswagen Pkws mit variablem 4Motion Antrieb treiben meistens nur die Vorderräder an und kuppeln das Heck erst dann über eine Haldexkupplung ein, wenn es dort an Traktion mangelt. Der Amarok mit seinem permanenten Allradantrieb hingegen verteilt über sein Torsen Differenzial in der Mitte im Normalzustand 60% der Antriebskraft nach hinten und 40% vorne. Je nachdem wo es an Traktion mangelt, kann mehr Kraft dazugegeben werden. In Fällen wie z.B. bei Kurvenfahrten tritt hier auf Schnee und Glätte im besten Fall erst gar kein Traktionsverlust auf. Auch auf trockener Straße kann man z.B. in dynamisch gefahrenen Haarnadelkurven spüren, dass ein variabler 4Motion erst einen kurzen Moment benötigt, um die Heckachse mit einzukuppeln – der permanente 4Motion hat dieses Problem dagegen nicht.

Komfortabler Langstreckencruiser oder kräftiges Arbeitstier
Ansonsten fährt es sich im Amarok sehr komfortabel. Er ist extrem weich gefedert, was ihn auf Langstrecken sehr bequem macht. Vor der Autobahn muss man sich mit dem 2.3 Tonnen schweren Pickup nicht unbedingt scheuen: Wir haben auch bei dynamischer Fahrweise stets unter 10 Liter Diesel verbraucht. Angegeben sind praktisch nicht zu erreichende 7.6. Der Amarok kommt im Gegensatz zum Crafter praktisch ohne Assistenzsysteme: Auf der „alten“ Plattform aufbauend ist lediglich ein Tempomat verfügbar, eine ACC oder ein Lenk- bzw. Notbremsassistent dagegen nicht.

Amarok Aventura in Ravenna Blau mit 17 Zoll Felgen. Serie: 20 Zoll

Der Amarok überzeugt vor allem wegen seiner Geländegängigkeit und der Kombination aus rauem Arbeitstier und komfortablem Lifestyle-Pickup. Trotz eines Preises von 56.000 € fällt das Interieur aber nicht ganz so Premium-like aus, wie man vielleicht erwarten würde. Dafür gibts aber den V6 mit 224 PS und 8-Gang Automatik sowie das coolste Styling für den Amarok sowie viele weitere Features serienmäßig, die wir bereits hier zusammengefasst haben.

VW Amarok Aventura V6 TDI (224 PS)

Leistung/Drehmoment 165 kW (224 PS) / 550 Nm
Getriebe8-Gang Automatik
AntriebPermanenter Allradantrieb
0-100 km/h7,9 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit193 km/h
Leergewicht2.353 kg
Verbrauch angegeben7,6 Liter / 100 Km
Einstiegspreis (Amarok Aventura)ca. 56.000 €
Testwagenpreisca. 61.100 €
Unser Testwagen konfiguriertDatenblatt (PDF)

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