Test: Subaru Outback 2.0D mit Eyesight Fahrerassistenz

Der Outback der fünften Generation teilt sich die Basis mit dem Legacy, der im Jahr 2013 unsere erste Subaru Erfahrung war. Seitdem hat sich einiges getan: Der Innenraum des Outback ist viel erwachsener geworden, außerdem gibt es optional eine Reihe fortschrittlicher Assistenzsysteme. Wir haben uns genauer angesehen, wie gut das Eyesight-System funktioniert.

Hochwertiges, langstreckentaugliches Interieur
Ein Subaru kommt im Interieur – besonders der neue Outback – wesentlich hochwertiger verarbeitet als man es landläufig meinen möchte. Das macht sich an vielen Kleinigkeiten bemerkbar: So sind die Verkleidungen im Innenraum an fast allen Stellen nicht wie bei vielen Japanern einfach aus Hartplastik, sondern in Soft-Touch ausgeführt. Subaru Sitze sind auf der Langstrecke mit die Bequemsten, die wir kennen. Auch weitere Kleinigkeiten wie die extra soften Fußmatten oder hochwertige Tasten mit ordentlichem Feedback (wie die der elektrischen Parkbremse) fühlen sich einfach gut an. Da stört es auch nicht, dass das Infotainmentsystem nicht immer ganz selbsterklärend ist. Die Klimaautomatik funktioniert bestens und zugfrei. Im Fond sitzt es sich richtig bequem mit viel Beinfreiheit: Der Outback ist eben ein Kombi-SUV und verschenkt seinen Platz im Innenraum nicht zugunsten hoher SUV-Formen, sondern bietet richtig viel Platz auch im Kofferraum (559 bzw. 1.848 Liter) und sieht dazu noch gut aus.

Boxer Diesel, permanenter Allradantrieb und genug Bodenfreiheit!
Der Boxer Diesel hat uns schon 2013 begeistert. Boxermotor, das bedeutet, dass die Zylinderbänke nicht im üblichen V-Format angeordnet sind sondern flach einander gegenüberliegend gebaut sind. Positive Effekte sind eine flache Form und somit ein tiefer Schwerpunkt sowie ein ruhiges Betriebsgeräusch. Noch schöner ist es, sich über extreme Steigungen oder einfach festgefrorene Schneehügel zu fräsen: Der Boxer Diesel klingt selbst dann nicht angestrengt. Der legendäre permanente Allradantrieb hat, gerade bei den aktuellen Temperaturen, zahlreiche Vorteile. Im Gegensatz zu den „Soft Allradlern“ wie z.B. dem Seat Ateca gelangt die Antriebskraft permanent an alle vier Räder. Die Hinterachse wird nicht erst bei Bedarf eingekoppelt, sondern ist immer mit der Vorderen gleichberechtigt. Besonders, wenn man wirklich auf längeren Strecken schneebedeckt fährt, also z.B. Feldwege oder eben eine nicht geräumte Autobahn, wird es dann schon schwer, überhaupt aus der Spur zu geraten. Die Kraft muss nicht erst umverteilt werden, wenn es schon zu spät ist, sondern liegt einfach immer an. Einfach und im Ernstfall richtig gut!

Subaru Outback 2.0D Sport in Lapis Blue Pearl mit 18 Zoll Felgen

Lineartronic harmoniert super mit dem Boxer Diesel
Die Lineartronic haben wir bereits im neuen Subaru Forester in Verbindung mit dem großen Benziner getestet. Auch wenn die 6-Gang manuelle Schaltung mit dem Boxer Diesel angenehm abgestimmt ist, sind wir doch Freunde der Lineartronic. Diese Form von Automatik, ein CVT Getriebe, ist stufenlos und vielleicht technisch nicht so brilliant wie ein zackig Schaltendes 7-Gang DSG. Trotzdem passt die Lineartronic aber bestens zum 2-Liter Diesel und schaltet auch keines falls zu langsam. Nur der Gummiband-Effekt, dass bei Vollgas gezwungenermaßen sehr hoch gedreht wird, ist gewöhnungsbedürftig. Treibt man es nicht permanent sportlich, ist die Lineartronic aber eine echt gute Wahl. Verbraucht haben wir kombiniert um die 7,5 Liter Diesel auf 100 Kilometern. Das Fahrwerk des Outback gibt sich höchst komfortabel, die Lenkung passt sich geschickt der Geschwindigkeit an und bietet immer genug Feedback.

18 Zoll Felgen: Serie in der höchsten Trimline „Sport“

Eyesight-Fahrerassistenz auf Kamera-Basis: Serie mit Lineartronic
Am meisten interessieren uns immer die Fahrerassistenzsysteme: Die können wir bei Subaru nun zum ersten Mal testen. Der Outback ist das erste Modell, in der Eyesight-Fahrerassistenz verfügbar ist. An Bord ist sie serienmäßig bei allen Antrieben mit Lineartronic. Die Besonderheit: Eyesight basiert nur auf einer Stereokamera, einen Radar Sensor gibt es nicht. Unter dem Namen „Eysight“ arbeitet z.B. der Notbremsassistent. Dieser warnt vor eine Kollision optisch und akustisch (der Tacho blinkt komplett rot). Zur Not kann er auch aktiv eine Notbremsung einleiten. Der Spurassistent arbeitet nur passiv mit optischen und akustischen Warnungen. Immer Serie ist bei Eyesight auch ein Toter-Winkel Warner und ein Querverkehrswarner: Dieser schlägt Alarm, wenn beim Rückwärts Ausparken z.B. auf einem Supermarktparkplatz ein Fahrzeug herannaht, mit dem man evtl. kollidieren könnte.

Stereokamera des Insight Systems, in der Mitte: Sensor für Lichtautomatik

Fortschrittliche ACC: Eyesight macht besonders auf der Langstrecke Sinn
Besonders gefallen hat uns die adaptive Geschwindigkeitsregelung ACC. Sie ist von 0 bis 180 km/h aktiv und kann bis zum Stillstand bremsen und wieder anfahren. Das können selbst einige Modelle von Premiumherstellern noch nicht. Deshalb macht es auch Sinn, Eyesight in Verbindung mit dem Automatikgetriebe verfügbar zu machen. Steht man länger als ein paar Sekunden still und verliert sich im Stau im Blick aufs Smartphone, informiert der Outback: „Der Vordermann fährt weiter. Soll ich auch weiterfahren?“ Mit einer kurzen Bestätigung per Taste am Lenkrad nimmt auch die Outback wieder die Verfolgung auf. Die ACC hält die eingestellte Geschwindigkeit und den Abstand zum Vordermann sehr zuverlässig. Oft ist man erstaunt, wie gut das System die Abstände auf Basis einer virtuellen 3D-Bildes erkennt, obwohl gar kein Radarsensor an Bord ist. Allerdings gibt es ohne Radar auch nicht die Möglichkeit, Hindernisse bei starkem Neben zu erkennen. Auch, wenn die Scheibe bei salzigen Straßenverhältnissen stark verschmiert ist, funktioniert Eyesight nicht. Sollte Eysight „nichts mehr sehen“, bekommt der Fahrer aber immer eine deutliche Meldung.

Darstellung der Fahrerassistenz im neuen, farbigen Multifunktionsdisplay

 

Für uns war es mehr als spannend, erstmals Fahrerassistenzsysteme auszuprobieren, die ausschließlich auf einer Stereokamera basieren. Wie gut die adaptive Geschwindigkeitsregelung dabei Abstände, Fahrzeuge und Hindernisse erkennt, hätten wir nicht gedacht. Eyesight steht einem radargestützten System in nichts nach – lediglich bei starkem Nebel oder Regen sieht die Kamera im (Gegensatz zu Radar) auch nicht mehr als der Fahrer. Boxer Diesel und Symmetrical AWD machen aus dem Outback ein großartigen SUV-Kombi, der in der neuesten Generation dank Fahrerassistenz auf der Langstrecke eine genau so gute Figur macht wie jenseits befestiger Straßen.

Subaru Outback 2.0D Sport Lineartronic

Leistung/Drehmoment 110 kW (150 PS) / 350 Nm
Getriebe:Stufenlose Automatik / CVT
Antrieb:Permanenter Allradantrieb
0-100 km/h:9,9 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit192 km/h
Leergewichtca. 1.676 kg
Verbrauch angegeben6,1 Liter / 100 Km
Verbrauch erfahrenca. 7,5 Liter / 100 Km
Kofferraumvolumen559 / 1.848 L
Grundpreis43.800 €
Testwagenpreis44.401 €

7 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo,
    danke für den schönen Test. Was ist der „Testwagenpreis“ und wie kommt er zustande?

    Grüße

    • Der Outback Sport hat praktisch alles erdenkliche an Bord, unser Testwagen hatte als Extras noch die Farbe Lapis Blue Pearl (560 EUR) und einen Teppichmattensatz (41 EUR) ;)

  2. Sehr geehrter Herr Luft,

    sind die Sitze Ihrer Meinung nach auch für Fahrer mit höherem Gewicht (> 100 Kilogramm) noch bequem? Ich schwanke schon Lange zwischen Forester und Outback.

    Mit freundlichen Grüße,

    Klaus Döppmann

    • Hallo Herr Döppmann,

      ich kann Ihnen sagen, dass ich mit 70 Kilo höchst komfortabel gessen bin – da war noch genug „Polster“ für (deutlich) mehr Gewicht. Ich empfehle auf jeden Fall eine Probefahrt.

      BG,
      Matthias Luft

  3. Vielen Dank für den schönen Test und Ihre ausführliche Antwort per Email. Ich fahre meinen Outback jetzt seit 6 Wochen und bin gespannt, wie die Eyesight Kamera im Winter reagiert! Ich liebe den Boxer Diesel und konnte ihn teilweise schon unter sieben Liter drücken. Viele Grüße, Ralf

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