Test: Neuer Polo (2018) 1.0 TSI (95 PS) mit 7-Gang DSG

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“Erwachsen” beschreibt den neuen Polo am besten. Der VW Polo der sechsten Generation ist flacher geworden, sein Radstand um knapp 10 cm länger. Das lässt ihn sportlicher wirken und sorgt auch für eine spürbar bessere Fahrperformance als zuvor. Wir haben die Kombination 1.0 TSI mit 95 PS mit 7-Gang DSG getestet. Ein Dreizylinder mit einem 7-Gang DSG – passt das zusammen?

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Dreizylinder und 7-Gang DSG vertragen sich ausgesprochen gut!
Die Antwort ist, zumindest für uns, klar: Gerade der “kleine” Turbo-Dreizylinder harmoniert richtig gut mit der 7-Gang Automatik. (Das 6-Gang DSG gibt es im neuen Polo nicht mehr). Der Grund: Durch die hohe Spreizung der Gänge und die intelligenten Schaltvorgänge holt man stets das Beste aus den 95 PS heraus. Natürlich funktioniert auch die manuelle 5-Gang Schaltung super mit dem 1.0 TSI. Wir empfehlen aber das DSG, wenn man viel fährt oder zumindest viel in der Stadt fährt. Das Doppelkupplungsgetriebe kann in Verbindung mit dem Dreizylinder die Gänge zwar nicht ganz so knackig durchrattern wie bei den 2.0 TSIs. Wie bei den großen Antrieben spürt man aber auch im Polo keinerlei Zugkraftunterbrechungen. In unserem Video kann man sich ein Bild davon machen.

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Polo 1.0 TSI Highline in Energetic Orange mit 17-Zoll Felgen

Ein Nachteil des Dreizylinders ist natürlich ein Stück weit sein Sound. Er klingt schnell angestrengt, vor allen, wenn man ihn hoch dreht. Die Beschleunigungswerte können sich aber durchaus sehen lassen: Sowohl mit DSG als auch manueller Schaltung ist man in 10,8 Sekunden bei Tempo 100, die 175 Nm Drehmoment fühlen sich auch eher nach mehr an: Aus dem Stand geht es schon wirklich spritzig voran. Verbrauchen soll er 4.5 Liter. Wir haben in der ersten Testfahrt um die 6 Liter verbraucht, auch ein guter Wert. Übrigens: Die Hinterachse kommt mit Trommelbremsen! Erst ab dem 1.0 TSI mit 115 PS gibt es hier Scheiben.

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Optionale Voll-LED Scheinwerfer im neuen Polo VI

Die 9,2 cm mehr Radstand spürt man deutlich
… und sie machen den Polo VI damit zum beinahe-Golf. Dank des längeren Radstands liegt er einfach spürbar besser auf der Straße. Der sich in seinem Vorgänger etwas höher anfühlende Schwerpunkt ist damit praktisch ausgemerzt. Nach wie vor ist das Fahrwerk sehr komfortabel und weich. Sowohl alleine als auch voll besetzt garantiert es ein entspanntes (Langstrecken-)Fahren. Wer etwas mehr Dynamik möchte, sollte zum 1,5 cm tiefer liegenden Sportfahrwerk greifen. Härtere Federn sorgen dann für etwas mehr Feedback von der Fahrbahn, was uns für unseren Geschmack schon ganz recht wäre. der neue Polo GTI folgt übrigens in wenigen Monaten.

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Highline Interieur mit Dashpads in Hochglanz

Innenraum neu angeordnet und deutlich verbessert
Das Cockpit folgt nun einem komplett neuen Aufbau: Infotainmentsystem und Tachoeinheit befinden sich nun in einer Linie. Der Fahrer muss den Blick also beim Check des Navis so gut wie gar nicht mehr von der Straße abwenden. Die Lüftungsdüsen, die dafür nach unten gewandert sind, ziehen auch bei starker Hitze an dieser Stelle nicht und lassen sich prima einstellen. Mit Dashpads in zahlreichen Farben lässt sich der Innenraum individualisieren. In unserer “Highline” gibt es glänzende, in anderen Austattungsvarianten (schönere) matte Farben. Eines unserer Highlights ist das Active Info Display der zweiten Generation, das man für 400 € Aufpreis bestellen kann. (3-Minuten Youtube Video).

Das Active Info Display II (Hier im Polo)

Active Info Display: Optional für ca. 400 €

Fahrerassistenz: ACC optional bis 210 km/h, Safety fürs Parken optional
Serienmäßig ist in allen Polo der Front Assist mit Fußgängererkennung. Dieser Radar-Notbremsassistent kann zahlreiche Zusammenstöße zuverlässig verhindern oder bei hohen Geschwindigkeiten zumindest abschwächen. Für den Stadtverkehr und den Supermarktparkplatz gibt es zwei großartige, optionale Neuerungen: Bestellt man die PDC, kann diese nun selbstständig Bremsen (“Rangierbremsfunktion”), wenn man einen stehenden Piepston bzw. ihr rotes Signal überfährt. Dellen beim Einparken sind damit extrem unwahrscheinlich. Optional ist auch ein Querverkehrswarner zu haben, den wir in diesem Video zeigen. Er warnt und bremst, wenn man rückwärts zwischen parkenden Autos ausparkt und Querverkehr von hinten übersieht. Die Adaptive Cruise Control gibt es optional, dann aber gleich bis 210 km/h. Der Lane Assist ist im Polo leider nach wie vor nicht verfügbar.

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Neue Anordnung des Cockpits mit dem Discover Pro (8 Zoll), links der serienmäßige, analoge Tacho

Polo VI oder Golf: Warum überhaupt noch ein Golf?
Auch wenn es nicht so scheint, sind die Unterschiede zum Golf noch klar definiert. Innen wären da die Sitze, die im Golf einfach noch komfortabler und minimal breiter sind, auch wenn der Polo tatsächlich den modernerern Innenraum hat. Mehr weiche und “dickere” Materialen hat auch der Golf. Auch die Fahrgeräusche, sowohl der Umgebung als auch der Motoren, dringen in Golf nicht so stark durch, bzw. er ist besser gedämmt. In Sachen Fahrerassistenz bringt der Golf optional den aktiven Lenkassistent Lane Assist mit, mit dem ein teilautonomes Fahren z.B. im Stau möglich ist – soweit ist der Polo noch nicht. Wer aber auf ein bisschen Komfort verzichten kann und keine Langstrecken mit Lane Assist fahren möchte, der ist mit dem Polo bestens bedient.

Test: Neuer Polo (2018) 1.0 TSI (95 PS) mit 7-Gang DSG

Der Polo hat die Bezeichnung “neue Generation” wirklich verdient. Sowohl innen als auch außen hat er ein komplett neues und durchdachtes Styling bekommen. Klar, los gehts leider mit 14 Zoll Stahlfelgen, unser gezeigtes Energetic Orange mit 17-Zöllern kostet deutlich Aufpreis, lässt den Polo aber schnell mindestens genau so cool wie der Golf Facelift wirken. 1.0 TSI und DSG widersprechen sich nicht: Gerade bei überschaubarer Leistung macht der Motor mit DSG viel mehr Spaß.

VW Polo 1.0 TSI BMT 70 kw/95 PS Highline DSG

Leistung/Drehmoment 70 kW (95 PS) / 175 Nm
Getriebe:7-Gang DSG
Antrieb:Frontantrieb
0-100 km/h:10,8 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit187 km/h
Leergewicht1.180 kg
Verbrauch angegeben4,5 Liter / 100 Km
Kofferraumvolumen351 - 1.125 L
Testwagenpreisca. 26.800 €
Unser Testwagen konfiguriert Hier als PDF

Fotos: Matthias Luft, Benjamin Brodbeck (AUTOmativ.de)

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