Fahrberichte Peugeot

Im Test: Peugeot Rifter (Siebensitzer) HDi 130

Den Rifter direkt nach 14 Tagen mit dem luxuriösen 508 ist gar nicht so gewöhnungsbedürftig: Zwar sind Dimensionen und Fahrzeugklasse völlig unterschiedlich, im Alltag ist der Rifter aber ungemein praktisch – und sein Cockpit alles andere als rustikal.


In der Langversion (+30 cm) automatisch als 7-Sitzer

Wir fahren den Rifter in der L2, also der Langversion. Sie ist um 30 Zentimeter länger als das Basismodell und kommt dann für den Aufpreis von 750 € automatisch als Sieben-Sitzer. Unser Rifter trägt die GT-Line, die ihn dank einiger Applikationen etwas sportlicher wirken lässt. Lackiert ist unser Testwagen in Platinium Grau. Die 17 Zöller namens „Aoraki“ sind in der GT-Line Serie, genau wie die Dachreling in Schwarz, die Türgriffe in Wagenfarbe und die getönte Heckscheibe. Das LED-Tagfahrlicht gibt es leider erst in der höchsten Ausstattungsvariante. Wir haben testweise im „zweiten“ Fond Platz genommen: Da sich die Sitze der Rückbank extrem schnell umklappen lassen, lässt es sich sehr gut nach hinten klettern. Aufgrund des hohen Dachs ist das – im Gegensatz zum Tiguan Allspace – auch mit 1,82 Metern Größe kein Problem. Auch während der Fahrt sitzt es sich „im Kofferraum“ dank großer Fenster, bequemer Sitze und eines Becherhalters gar nicht so schlecht.

Rifter GT-Line in der Langversion (L2) mit sieben Sitzen und +30 cm Länge

Futuristisches i-Cockpit in der GT-Line

Wenn man Wert darauf legt, den Rifter nicht nur als rohes Nutztier sondern auch als Reisemobil zu verwenden, sollte man nicht unbedingt die Basisausstattung kaufen. In der einfachsten Trimline gibt es nämlich weder für den Fahrer noch für den Beifahrer Armlehnen. In unserer GT-Line dagegen sind sie inklusive, auch das gesamte Cockpit sieht dann deutlich hochwertiger aus – z.B. wegen des Schaltknüppels, mit dem man zumindest etwas mehr in der Hand hat als in der Basis-Trimline. In allen Varianten bringt der Rifter allerdings mehr als genug Ablagemöglichkeiten mit. Der auf unseren Fotos gezeigte Tacho ist in seinem schickeren Gewand aufpreispflichtig, genau wie das Navigationssystem, das auch in der GT-Line noch mit 800 € bezahlt werden muss. Während wir beim Peugeot 308 SW mit dem i-Cockpit (Kombi aus kleinem Lenkrad & Tacho) noch zu kämpfen hatten, hatten wir im Rifter die optimale Sitzposition sofort gefunden.

Peugeot Rifter in der Ausstattungsvariante „GT-Line“

Absolut praktischer Lade- und Innenraum

Der Rifter bezeichnet sich als „Outdoor Van“. Aber nicht nur für Outdoor-aktive Familien ist er absolut praktisch. Einerseits sind die Schiebetüren in der heutigen SUV-Zeit wirklich Gold wert. Beim Rifter hat uns insbesondere gefallen, dass sie, wenn man die Arretierung überwunden hat, sehr gut einrasten und schließen. Ein mehrfaches „Zuknallen“ der Türen war nie nötig, sie laufen absolut geschmeidig. Im Alltag wirklich dankbar ist auch die Konstruktion der Rückbank/der Rücksitze: Sie stehen auf einem Gestänge, das unter den Sitzen jede Menge Stauraum bietet oder er ermöglicht, die Sitze komplett flach bis zum Boden umzuklappen. In der Langversion wird damit ein max. Kofferraumvolumen von 2.693 Litern möglich. Bei besonders hohen Außentemperaturen macht sich ein weiteres Gebläse im Mitteltunnel bezahlt: Vom Fond aus kann es unterhalb der Lüftungsdüsen im Mitteltunnel in vier Stufen geregelt werden. So schafft es die klimatisierte Luft auch bis in die dritte Reihe.

HDi 130: 1.5er Diesel mit 130 PS und manueller Schaltung

Wir fahren den Rifter in der Langversion mit dem HDi 130, also dem „großen“ Diesel mit 130 PS. Diese Leistungsstufe ist optional auch mit 8-Gang Automatik lieferbar, wir fahren jedoch die 6-Gang manuell geschaltete Variante. Der kleinere Diesel mit gut 100 PS ist übrigens in der L2-Version nicht verfügbar. Der Rifter ist zwar groß und lang, lässt sich mit seinen ca. 1.700 Kilogramm mit dem 1.5 Liter Diesel noch recht gut bewegen. Insbesondere bei Stadt-Sprints war uns der 130 PS Diesel mit 300 Nm Drehmoment kein bisschen zu langsam. Auch das 6-Gang Schaltgetriebe ist wirklich gut abgestimmt. Bei Autobahnetappen lässt der HDi 130 dann schon an der ein oder anderen Stelle etwas Elastizität vermissen. An Steigungen auf Autobahnen muss man dann regelm. in den vierten Gang zurückschalten. An diesen Stellen wünscht man sich dann die 8-Gang Automatik (+ 2.000 €), die uns im Peugeot 508 extrem gut gefallen hat. Manuell geschaltet sprintet der lange Rifter mit 130 Diesel PS übrigen in 10,9 Sekunden auf Tempo 100. Maximal sind 186 km/h drin.

Assistenzsysteme: Spurhalteassistent Serie, ACC optional

In der Einstiegsvariante „Access“ ist bereits ein passiver Spurhalteassistent (mit Lenkeingriff beim Verlassen der Spur) und ein Tempomat inklusive. In der „Active“ ist außerdem noch das MuFu-Lenkrad inklusive. Für 250 € Aufpreis gibt es für alle Varianten eine Rückfahrkamera, die mithilfe einer weiteren Frontkamera eine 180 Grad Ansicht erzeugen kann. Die adaptive Geschwindigkeitsregelung ACC gibt es unter dem Namen „Drive-Assist-Paket“ für 400 €. Mit dem sog. Easy-Paket-Plus kann man sich für weitere 750 € PDC-Sensoren für vorne sowie einen Toter-Winkel-Warner dazukonfigurieren (Easy-Paket-Plus). Für 240 € besteht dann noch die Option auf das „Sicherheits-Paket-Plus“ mit Erkennung von Stop-und Einbahnstraßenschildern, einem einfachen Fernlichtassistent und einem Müdigkeitswarner. Wir können besonders die ACC empfehlen, die vor allem auf der Langstrecke in Verbindung mit der Automatik in Stausituationen Sinn macht. Wir zeigen sich im Detail in diesem Video zum Peugeot 508.

Insgesamt hat uns der Rifter ausgesprochen gut gefallen. Nicht nur wegen seines extremen Alltagsnutzen, sondern auch, da man auf der Langstrecke gut mit ihm unterwegs ist. Der 1.5er Diesel ist dafür perfekt geeigent, wenn man nicht gerade permanent auf Vollgas fährt. Die technische Basis des Rifter ist übrigens auch als Opel Combo oder Toyota Proace City bekannt.

Leistung/Drehmoment 96 kW (130 PS) / 300 Nm
Getriebe6-Gang
AntriebFront
0-100 km/h10,9 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit186 km/h
Leergewicht1.615–1.779 kg
Verbrauch angegeben4,5 Liter / 100 Km
Einstiegspreis20.740 €
Testwagenpreis33.340 €
Unser Testwagen konfiguriertPDF Download

Tipp: Bei diesem Modell lohnt sich der Vergleich der Leasing-Preise bei Vehiculum!

Über den Autor

Matthias Luft

Autor Matthias Luft faszinieren effiziente Motoren, moderne Designs und die neusten Fahrerassistenzsysteme.
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