Spritziger Dreizylinder: Kia Stonic 1.0 T-GDI 120 PS

kia stonic

Der Kia Stonic erweitert die Modellpalette Kias um ein City-SUV – und macht dabei den Soul ein Stück weit überflüssig. Er sieht nämlich nicht nur gefälliger aus, sondern bietet auch jede Menge Platz. Dass er auf dem Kia Rio basiert, möchte man dank seiner erwachsenen Fahreigenschaften nicht unbedingt meinen:

1.0 T-GDI mit 120 PS: Überzeugender Dreizylinder
…das gilt besonders für den Motor. Der 1.0 T-GDI ist ein Dreizylinder mit 120 PS und 170 Nm Drehmoment. In 10,3 Sekunden sprintet er bis Tempo 100, handgeschaltet versteht sich. Besonders gefallen hat uns, dass er im Gegensatz zum 1.0 TSI mit 95 PS im neuen Polo bei hohen Drehzahlen nicht so gepeinigt klingt. Man vermutet hier nicht sofort einen Dreizylinder unter der Haube. Das Fahrwerk ist typisch Kia: Butterweich schluckt es nahezu alle Schikanen, die ein Untergrund mitbringen kann. Wir sind mit meinem Stonic einen Kia erstmals in einem Handlingparcours gefahren und waren überrascht, wie viel Kurvendynamik das B-SUV mit sich treiben lässt. Ein superweiches Fahrwerk bedeutet hier also nicht, dass man kein Feedback mehr bekommen würde.

kia stonic smoke blue

Kia Stonic Platinum Edition in Smoke Blue mit 17-Zoll Felgen

Sahnig gibt sich auch die Lenkung. Sie ist in 80% der Fahrsituationen sehr leichtgängig. Das macht sich im Haupt-Einsatzzweck des Stonic, der Stadt, besonders bezahlt. Einparken gelingt immer mit einem Finger am Lenkrad: Das zeigen wir auch in unserem Video zum Stonic. Auf der Autobahn wird die Lenkung dann etwas schwergängiger und vermittelt bei hohen Geschwindgkeiten in Kurven ein sicheres Gefühl. Im Gegensatz zum Sportage oder Sorento wird es im Kia Stonic schon ab 120 km/h etwas lauter im Innenraum. Hier hat man einfach weniger Dämmaterial verwendet. Leider gibt es den 1.0 TSI momentan nur mit 6-Gang Schaltung. Die ist zwar ganz gut, wir würden uns aber das im Sportage gelobte 7-Gang Doppelkupplungsgetriebe wünschen, damit man in der Stadt auch zeitgemäßg schalten lassen kann.

Auch wenn es von außen nicht so wirkt, sitzt es sich im Fond mit 1,80 bequem

Auch wenn es von außen nicht so wirkt, sitzt es sich im Fond mit 1,80 bequem

Optional: Coolness dank Farbkombis
In Sachen Design steht der Stonic, wie seine konkurrenten, im Zeichen der Individualität (29 Lackierungen, 20 Zweifarb-Kombis). Eher grau in grau wirkt da unser Testwagen in der Lackierung Smoke Blue. Wir könnten ihn aber beispielsweise mit einem gelben Dach oder komplett in einer knalligen Farbe ordern. Die Platinum Edition bringt die z.B. Dachreling mit. Elemente wie der schwarze Pianolack-EInsatz im Tigernasen-Markengesicht oder die Radhaus Einsätze aus Kunststoff frischen die Optik des kompakten SUVs etwas auf, letztere schützen die Karosserie jenseits der Offroad-Umgebugn zumindest im Winter vor unschönem Spritzwasser. Kia betont an vielen Stellen, das Design sei „europäisch“ und will damit ganz klar sagen: Die Zeit der hässlichen Kastenformen (aus den 90ern) ist vorbei. Am Zeichenbrett saß wie immer unter anderem Peter Schreyer, der ehemals für Volkswagen designte.

Kia Stonic Interior

Mögliche Akzentfarben im Interieur: Grau, Orange und Hellgrün

Klassiches, intuitives Cockpit
Der Innenraum wirkt, auch aufgrund der simplen Rio-Basis, sehr aufgeräumt. Viel Unnötiges gibt es nicht, die Tasten für Sitzheizung und Assistenzsysteme sind groß und übersichtlich gehalten. Besonders schön: Vorne in der Mittelkonsole findet sich ein großes Ablagefach, darüber noch ein  weiteres, kleines. Optional ist es auch als induktive Ladestation zu haben. Das MuFu-Lenkrad kennt man so auch aus den “großen” Kias, die Lüftungsdüsen können einzeln verschlossen werden – das ist nicht immer selbstverständlich und sorgt bei großer Hitze für ein sauberes Einstellen des kalten Luftstroms. Die Farbakzente im inneren erinnern stark an den VW T-Roc. Wählt man z.B. eine Kontrastfarbe am Dach, setzt die selbe auch im Interieur an der Mittelkonsole Akzente. Ansonsten findet sich recht viel harter Kunststoff (außer am Türfgriff), die Sitze sind jedoch sehr bequem und auch im Fond hat man mehr Platz, als man von außen denkt.

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Kia typisch intuitive Bedienung von Tempomat & Bordcomputer

Notbremsassistent bei Querverkehrswarner optional
Dass es im kompakten Stonic optional sogar einen Toter-Winkel-Warner und Querverkehrswarner gibt ist super, leider ist der Notbremsassistent aber nicht in allen Ausstattungen Serie. Gerade für ein City-SUV würden wir dieses zuverlässige Feature (Serie ab Spirit) unbedingt empfehlen. Dabei nutzt das System neben einer Frontkamera sogar einen Radarsensor. Mit zwei weiteren Radarsensoren im Heck arbeitet der Spurwechsel- oder auch Toter-Winkel-Warner sowie der Querverkehrswarner. Letzterer ist für uns auf Supermarkparkplätzen schon nicht mehr wegzudenken. Er warnt, wenn man z.B. rückwärts aus einer Parklücke fährt und ein Fahrzeug (oder Radfahrer) annähert. Der Radarsensor kann dabei deutlich weiter blicken als ein herkömmlicher Ultraschallsensor für die Park Distance Control.

kia stonic

Wird ein Fahrzeug komplett für den europäischen Design-Geschmack gestylet, spricht man damit in der Regel auch eine große Zielgruppe an, die früher vielleicht VW gefahren wären – das 2013 schon der Sportage bewiesen. Besonders überzeugt hat uns im Stonic der neue 1.0 Turbo-Dreizylinder. Er lässt sich nicht nur mit angenehmen Verbräuchen fahren (im Test ca. 7,5 Liter), sondern lässt den Stonic auch noch schön spritzig wirken. Alternativ stehen noch ein 84 und 99 PS Benziner sowie der 1.6 CRDi mit 110 PS zur Verfügung.

Spritziger Dreizylinder: Kia Stonic 1.0 T-GDI 120 PS

Kia Stonic Platinum Edition 1.0 T-GDI (120 PS)

Leistung/Drehmoment 88 kW (120 PS) / 172 Nm
Getriebe:6-Gang
Antrieb:Frontantrieb
0-100 km/h:10,3 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit185 km/h
Leergewichtca. 1.200 kg
Verbrauch angegeben5.0 Liter / 100 Km
Kofferraumvolumen352 / 1.155 L

Fotos: Motoreport, Bernd Conrad (autonotizen.de), Kia

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