Erste Sitzprobe im neuen Kia Ceed 2018

Der Kia Ceed geht in die dritte Generation. Was Kennern sofort auffallen dürfte: Er schreibt sich ab sofort tatsächlich ohne Apostroph. Nachdem die zweite Generation bereits sechs Jahre alt war, spendiert Kia dem in Europa für Europa entwickelten Kompakten einen neuen Look und neue Motoren sowie die bisher meiste Fahrerassistenz in einem Kia Modell. Wir konnten bereits vor der Premiere in Genf im neuen Ceed 2018 Platz nehmen.

Exterieur: Weniger dramatische Kurven, mehr Sportlichkeit
Von außen fallen die Änderungen weitestgehend unspektakulär aus. Vor allem die Scheinwerfer hat man generalüberholt: Sie sehen nun weniger koreanisch-dramatisch aus und wirken kompakter. Die vier LED-Punkte in jedem Scheinwerfer erinnern an den cee’d GT und kommen in allen Varianten serienmäßig. Nur für den coolen „doppel-wing“ Blinker muss man die Voll-LED Scheinwerfer kaufen. Die Fensterlinie läuft beim neuen Ceed nun etwas steiler nach unten ab. Nicht zufällig eine Gemeinsamkeit mit dem neuen Hyundai i30.

Kia Ceed Spirit der dritten Generation mit 17-Zoll Bicolor Felgen

Die neuen, ebenfalls kompakteren LED-Heckleuchten erinnern an die des von uns 2017 gefahrenen, neuen Kia Sportage. Sie lassen den neuen Ceed nun wesentlich moderner und frischer wirken. Außerdem haben auch sie eine Tagfahrlicht-Funktion und lassen ihre LED-Signatur sowohl bei Tag- als auch Nacht leuchten. Der neue Ceed ist 2,3 Zentimeter flacher und 2 Zentimeter breiter als die zweite Generation. 11 Außenlackierungen soll es geben, für die Felgen stehen Dimensionen zwischen 15 und 17 Zoll zur Wahl. A propos Design: Ceed steht für for the Community of Europe, with European Design

Halbleder-Sitze: Serie im Ceed Spirit

Interieur: Aufgeräumter aber noch analog, niedrigere Sitzposition
Die Sitzposition ist im Ceed der dritten Generation – wie das Dach – minimal niedriger als im Vorgänger. Auch sonst hat sich die Sitzposition indirekt verbessert: Die wichtigsten Bedienteile sind nun etwas „sinnvoller“ angeordnet. Der Navi-Screen ist zwar nicht mehr schön ins Cockpit integriert, sondern (wie allerorts) aufgesetzt, dafür liegt er aber wie beim neuen Polo nun praktisch im Blickfeld des Fahrers. Das Infotainmentsystem wird wahlweise per Touch oder Tasten (Skip / Lautstärke) bedient, ansonsten setzt der Ceed auf einen weitestgehend analogen Innenraum: Während Mitbewerber versuchen, möglichst alle physischen Tasten aus dem Cockpit zu verbannen, spart der neue Ceed daran nicht. Schließlich sind physische Tasten der Mehrzahl an Käufern derzeit noch lieber, auch wenn das Cockpit dadurch natürlich nicht sehr futuristisch wirkt. Schade finden wir den „Rückschritt“ zum analogen Tacho: Einen voll-digitalen Tacho gibt es auch optional nicht. Vielmehr hat man nun das große, digitale MuFu-Display in der Mitte der Tachoeinheit des alten cee’d durch zwei große analoge Tubes ersetzt, oberhalb derer sich nun ein kleines, aber farbiges Display des Bordcomputers befindet.

Neue Tachoeinheit, Infotainment jetzt schön im Blickfeld positioniert

Mehr Kopffreiheit hinten, größerer Kofferraum
Wesentlich schöner ist das Multifunktionslenkrad geworden, das nun jede Menge Chrom mitbringt und ebenfalls aufgeräumter wirkt. Auch die Bedienung der Klimasteuerung ist jederzeit „blind“ möglich. Sonst bringt das Cockpit neben einer wirklich bequemen Sitzposition und gefühlt mehr Beinfreit als vorher auch jede Menge Ablagen mit. Wichtige Tasten wie Auto-Hold, PDC und Auto-Start-Stopp befinden sich direkt neben dem Automatik-Wahlhebel. Der Kofferraum ist von 380 auf 395 Liter Volumen gewachsen. Trotz des niedrigeren Dachs hat man im Fond dank der neuen Dachlinie etwas mehr Kopffreiheit. Front-Passagiere können sich übrigens über die optional Sitzheizung und nun auch -Lütfung freuen, für die rückwärtigen Passagiere gibt es auf Wunsch auch eine Sitzheizung.

Always on: Die serienmäßige LED-Signatursind der Heckleuchte ist bei Tag und Nacht aktiviert

Neuer 1.4 T-GDI mit 140 PS, 1.6er Diesel mit 115 oder 136 PS
Unter den Motoren hat sich ebenfalls einiges getan: Der 1.0 T-GDI (120 PS) wurde überarbeitet, außerdem gibt es einen neuen 1.4 T-GDI mit 140 PS. Er ersetzt den bisherigen 1.6 GDI. Der vom Vorgänger bekannte 1.4 Saug-Benziner mit 100 PS übernommen. Außerdem gibt es einen im Ceed neuen 1.6 Diesel mit wahlweise 115 oder 136 PS. Der große Diesel mit 136 PS sowie der 1.4 Turbobenziner mit 140 PS sind optional mit 7-Gang Doppelkupplungsgetriebe zu haben. Wer besonders aerodynamisch damit kraftstoffeffizient unterwegs sein möchte, kann sich mit dem „Eco Pack“ einen aktiven Kühlergrill bestellen, der nur bei Bedarf geöffnet wird. Das Eco Pack umfasst auch eine um 5 mm tiefergelegte Karosserie.

Immer Serie: Das 4-Punkt LED Tagfahrlicht

Europapremiere: Erster Kia mit aktivem Stauassistent „Lane Following Assist“
Wir sind schon auf das erste Ausprobieren gespannt: Der neue Ceed ist der erste Kia, der teilautonom durch den Stau fahren kann. Eine adaptive Geschwindigkeitsregelung sowie ein aktiver Lenkassistent ermöglichen sowohl aktive Lenkeingriffe als auch ein automatisches Bremsen bis zum Stillstand (nur mit Automatik). Damit zieht Kia zwar relativ spät nach Mitbewerbern wie dem Golf oder Leon mit diesen teilautonomen Fahrassistenten nach, dafür feiern sie ihre Premiere in Europa aber im kompakten Ceed. Der Lane Following Assist arbeitet von 0 bis 130 km/h und wird entsprechend nicht nur im Stau eingesetzt, sondern wird den Fahrer mit aktiven Lenkeingriffen auch während der Autobahnfahrt deutlich entlasten können. Außerdem sind ein Toter-Winkel-Warner, voll LED Scheinwerfer, ein Querverkehrswarner und ein Parkassistent verfügbar. Besonders schön: Ein Müdigkeitswarner, Notbrems- und Fernlichtassistent und sogar ein aktiver Spurassistent sind schon serienmäßig an Bord.

Der neue Ceed startet hierzulande vermutlich Ende Juni 2018 und dürfte preislich nur geringfügig über dem bisherigen cee’d mit Apostroph liegen. Sobald uns technische Daten vorliegen, finden Sie hier unsere gewohnte Tabelle mit allen Daten. Bis dahin empfehlen wir unseren Fahrbericht zum bisherigen Kia cee’d GT.

3 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Guten Tag, ich habe mir Ihre 2 Videos angesehen. Es ist alles recht recht gut beschrieben. Allerdings: Hätte man bei der Technik des Stauassistenten nicht einen Standbetreuer befragen können? Es war nicht wirklich einleuchtend, wie der Stauassistent aktiviert wird. Man weiss ja inzwischen aus eigener Erfahrung, wie Kia / Hyundai mit Ankündigungen umgeht. So zum Beispiel beim Kia Niro die 2016er Ankündigung zum Effiziensassistenten – die Erstkäufer haben diesen Assistenten nicht als Update erhalten und beim 2017er Modell funktioniert dieser Assistent lt. diverser Foren offenbar nicht wirlich gescheit!

    Eine wichtige Frage ist auch noch offen: Wie verhält es sich mit der Pflicht des Einsatzes vom automatischen Notrufsystem eCall, das eigentlich zum 31.03.2018 zur Pflicht in allen neuen typengenehmigten Fahrzeugmodellen Pflicht werden soll? In den ersten Bildern ist nichts vom Notrufsystem zu sehen! Drückt sich Kia vor dem Einsatz, weil das neue Modell weiterhin mit der alten Bezeichnung „Ceed“ verkauft wird und deshalb kein neues typengenehmigtes Fahrzeug ist?

    Mit freundlichen Gruß
    Peter Freiherr

  2. Hallo Herr Freiherr,
    danke für das Ansehen unserer Videos! Wir haben vorher explizit nicht nur einen Standbetreuer, sondern jemanden aus der technischen Entwicklung gefragt. Der hat uns die Funktionsweise des Lane Following Assist und auch die Unterschiede zur reinen ACC erklärt. Aktiviert wird die ACC über einen Taste am Mu-Fu Lenkrad. Hat man den Lane Following Assist gekauft, wird eben nicht nur beim Verlassen der Fahrspur gegengelenkt sonder aktiv mitgelenkt.
    BG,
    Matthias

  3. Wie sieht es mit der Abgasnorm für die Benziner aus? (Stichwort „Ottopartikelfilter“).
    Und gibt es ein Kurvenlicht? Die Reflektoren der Nebelscheinwerfer sehen zumindest nach einem Abbiegelicht aus. (Die elegantere Lösung mit einem eigenen LED-bestückten Reflektor innerhalb der Hauptscheinwerfer, wie beim Hyundai i30, scheint es beim Ceed nicht zu geben.)

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