Fahrberichte Fiat

Im Test: Fiat 500X Sport oder direkt Abarth?

Was wie ein unpassender Vergleich klingt, fanden wir während unserer Testfahrt im neuen Fiat 500X Sport immer spannender: Lohnt sich der Fiat 500X als Kompromiss zwischen Sportlichkeit und Familientauglichkeit oder sollte man sich überlegen, direkt einen Abarth zu fahren? Wir waren auf hochalpinen Kurvenstraßen mit hochdrehendem 1.3 FireFly Turbo mit 150 PS und 6-Gang DCT unterwegs.


13 Millimeter näher am Boden

Nur der 500X Sport bekommt innerhalb der Baureihe sowohl die Haupt- als auch die Nebelscheinwerfer in Voll-LED-Technik verliehen. Unser Testwagen ist in Seduzione Red mit aufpreispflichtig schwarzem Dach lackiert. Auch beim stattlichen Basispreis von 23.490 € des 500X Sport sind „nur“ 18-Zoll Felgen Serie. Auf unserem gezeigten Modell sind 19-Zöller montiert. Die doppelflutige Abgasanlage kommt dagegen serienmäßig. Der 500X Sport befindet sich 13 Millimeter näher am Boden.

Cockpit optional mit Alcantara-Styling

Wer also einerseits zum 500X wegen der vermeintlichen Geländetauglichkeit greift, kann ihn mit dem Sport-Modell wieder runtersetzen. Trotzdem sitzt man mit einer sehr guten Rundum-Sicht noch weit genug oben. Der Innenraum ist sonst wie von Fiat gewohnt komfortabel, praktisch und halbwegs hochwertig verarbeitet. Schön ist, dass sowohl das Uconnect Infotainmentsystem inkl. DAB, ein Licht- und Regensensor sowie ein Tempomat und die 2-Zonen Klimaautomatik immer an Bord sind. Andererseits sind simple Dinge wie eine Mittelarmlehne extra zu bezahlen. Kleine aber feine Extras wie die Alcantara-bezogenen Griffflächen des Lenkrads kann man sich ebenfalls für 600 € Aufpreis gönnen. Ziehen wir direkt mal einen ersten Vergleich mit Abarth: Der einfachste 595 bringt schon den eher digitalen Tacho sowie natürlich ein sehr sportliches Interieur mit. Hier gibt es also weniger Komfort, aber mehr Sport-Style. Völlig klar ist, dass man bei Abarth auch auf jegliches Komfortables Einsteigen und Einladen verzichtet.

FireFly Turbobenziner macht Spaß, das DCT nur manchmal

Unser 500X Sport ist mit 150 PS mit der stärksten Motorisierung der Baureihe ausgestattet. Mittels Frontantrieb und 6-Gang Doppelkupplungsgetriebe „DCT“ bringt der 500X Sport die 111 kW Leistung auf den rutschigen Asphalt der Österreichischen Alpen. Wir waren mit dem 1.3 FireFly Benziner fast ausschließlich auf (sehr) typografischen Kurvenstraßen unterwegs. Trotz teils heftiger, langer Steigungen ging dem 4-Zylinder nie die Kraft aus. Auch klingt er nie gepeinigt oder zu angestrengt – ein großer Vorteil gegenüber den zahlreichen 3-Zylindern im Programm. Der 500X Sport wiegt fast 1.400 Kilogramm und soll in 9,1 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen. Einzig störend ist häufig das DCT. Klar, sind unsere gefahrenen Etappen aufgrund des Wechsels von Steigung und Gefälle eher anspruchsvoll für den Antriebsstrang. Gelegentlich hat man aber den Eindruck, dass die FCA-Ingenieure das Getriebe auf jeden Fall nicht (nie?) auf kurvenreichen Landstraßen abgestimmt haben. Oft scheint das DCT einfach nicht zu wissen, welcher Gang gerade der beste ist und wechselt deshalb mindestens einmal zu oft nach oben und nach unten. Das kann für den Fahrer, insbesondere, wenn dieser im Bergland wohnt, schnell mal nervig und anstrengend sein.

Sportfahrwerk komfortabel genug für die Langstrecke

Das Fahrwerk will man beim 500X Sport sportlicher abgestimmt haben. Neben den ganzen optischen Extras gibt es die „sportlich abgestimmte Federung und Lenkung“ allerdings nicht bei allen 500X Sport, sondern nur in Verbindung mit dem von uns gefahrenen stärksten Motor. Damit scheint der hohe (und wieder tiefergesetzte) 500X Sport zwar etwas weniger zu wanken, allerdings kann das den hohen Schwerpunkt auf unseren Kurvenstraßen der Alpen nur schwer ausgleichen. Der 500X Sport bleibt trotz des sportlichen Fahrwerks ausgesprochen komfortabel. Einer Langstrecken-Fahrt mit der Familie steht also nichts im Wege. A propos Langstrecke: Ein paar Assistenzsysteme sind auch schon in Serie an Bord: Die Verkehrszeichenerkennung, ein einfacher Tempomat sowie ein teilweise aktiver Spurhalteassistent. Optional gibt es eine adaptive Geschwindigkeitsregelung.

Am Ende unserer sportlichen Kurvenfahrten stellt sich mal wieder die Frage: Kauft man für – in unserem Fall – gut 27.000 € einen hübschen aber Komfort-lastigen 500X Sport oder denkt man um und greift gleich zu richtig viel Sportlichkeit? In Richtung Abarth kann man natürlich nur gehen, wenn man im besten Fall zu zweit unterwegs ist und keine Familie sowie viel Gepäck unterbringen muss. Dann bekommt man beim günstigsten Abarth 595 für knapp 20.000 € immerhin 145 PS – dafür so gut wie keinen Komfort aber auch eine italienische Marke.

Leistung/Drehmoment111 kW (150 PS) / 260 Nm
Getriebe6-Gang Automatik
AntriebFrontantrieb
0-100 km/h9,1 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit196 km/h
Leergewicht1.395 kg
Kofferraumvolumen350 - 1.000 Liter
AbgasnormEuro 6d-Temp
Verbrauch angegeben6,3 Liter / 100 Km
Einstiegspreis26.290 €

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Über den Autor

Matthias Luft

Autor Matthias Luft faszinieren effiziente Motoren, moderne Designs und die neusten Fahrerassistenzsysteme.
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