Dies und das

Konkurrenz und Geschwindigkeit: Technologien der Formel 1 im Alltag

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Die Formel 1 ist mehr als nur einfacher Motorsport. Die Konstrukteure wie Mercedes, Red Bull, Ferrari, McLaren und Williams versuchen immer wieder sich mit neuen Innovationen von den anderen abzuheben und ihren Piloten einen winzigen Vorteil zu verschaffen. Diese Art von Performance Engineering sorgt dafür, dass die Formel 1 auch als „schnellstes Entwicklungslabor der Welt” angesehen wird.


Der Sportwettenmarkt ist hierbei eine wichtige finanzielle Stütze, denn die Entwicklung neuer Technologien hat ihren Preis. Deshalb bietet so gut wie jeder Buchmacher mittlerweile die Möglichkeit, auf die Formel 1 Wetten abzuschließen. Immerhin handelt es sich bei ihr um die Königsklasse des Motorsports, die sich eine große Fangemeinschaft auf der ganzen Welt aufbauen konnte.

Innovationen durch Kräftemessen und Konkurrenzkämpfe

Quietschende Reifen, dröhnende Motoren und rasante Geschwindigkeiten haben schon immer eine große Faszination auf den Menschen ausgeübt. Darüber hinaus verfügen auch die Piloten in den Sitzen über ein riesiges Maß an körperlicher Fitness und Leistungsfähigkeit. Das ist auch wichtig, denn sobald der mächtige Bolide sich in Bewegung setzt, steigt die Herzfrequenz des Fahrers auf das Niveau eines Marathonläufers, was über einen langen Zeitraum aufrechterhalten werden muss.

Nicht nur die körperliche Belastung, sondern auch die Konkurrenzkämpfe untereinander sorgen für ordentliche Aufregung. Vor allem Michael Schumacher stellte im Laufe seiner Karriere (1991 bis 2006 und 2010 bis 2012) einen Rekord nach dem anderen auf. Mit sieben WM-Titeln und 77 schnellsten Rennrunden war es schwer, sich vorstellen zu können, dass jemand auch nur in die Nähe seiner Erfolge kommen würde. Doch dann erschien Lewis Hamilton auf der Bildfläche.

Formel-1-Sportchef Ross Brawn nannte den Briten „eine Maschine” und „großartige[n] Wettkämpfer”, der neue Rekorde und Maßstäbe für den Motorsport setzen wird. Und genau dieser Fall sollte auch eintreten, denn der Mercedes-Pilot kann mittlerweile ebenfalls 7 WM-Titel vorzeigen und im Oktober 2020 gewann er seinen 92. Grand-Prix-Titel – Schumacher gewann „nur” 91. Außerdem könnte Hamilton in der Saison 2021 zum alleinigen WM-Titel-Rekordhalter werden.

Beim Kampf um die Pole-Position werden die Piloten und Boliden immer wieder an ihre Grenzen gebracht. Die Technologien, die dabei entwickelt werden, um den Teams einen Vorteil auf der Rennstrecke zu verschaffen, haben auch bereits ihren Weg in unseren Alltag gefunden.

Formel-1-Technologien, Innovationen und Serienautos

Turbolader: Der Turbolader gilt als eine der wichtigsten Errungenschaften der Entwicklungsteams des Motorsports. Mit dem Turbo konnte die Effizienz von Verbrennungsmotoren bei gleichem Hubraumvolumen stark verbessert werden, da er die Energie der Motorabgase verwendet.

Produktionstechniken: Jeder Formel-1-Wagen ist ein Prototyp, an dem ständig gefeilt wird. Jede Woche kommen neue Teile hinzu, die von Computern in rasantem Tempo entwickelt und anschließend getestet werden müssen. Das sind ideale Übungsbedingungen dafür, wie man individualisierte Serienautos von morgen produzieren kann.

Datenverarbeitung und -transfer: Ein Formel-1-Wagen steckt von vorne bis hinten voller Hightech-Sensoren, die unter anderem Daten über Temperaturschwankungen, Vibrationen, Kohlefaserstaub, Fliehkräfte und Drücke aufnehmen. Die Sensoren haben dabei keine leichten Arbeitsbedingungen. Deshalb sind Server, die man in der Mercedes-Box verwendet, so robust, dass sie auch in Flugzeugen, Lkws oder Kreuzfahrtschiffen verwendet werden können.

Die gesammelten Daten werden vom Rennwagen aus bereits vor Einfahrt in die Garage kabellos übermittelt, um Zeit zu sparen. Dabei kann eine Downloadgeschwindigkeit von bis zu 1,9 Gbits/Sekunde erreicht werden. Das ist ein weiterer wichtiger Entwicklungsschritt in Richtung „vernetztes Auto”.

Aluminium und Carbon: Die Formel 1 hat sowohl Aluminium als auch Carbon als Baumaterialien revolutioniert. Aluminium war die perfekte Lösung, um die mächtigen Boliden leichter und somit auch schneller zu machen. Carbon wird vor allem zur Verstärkung des Monocoques verwendet, um den Piloten im Falle eines Unfalls vor Verletzungen und Verbrennungen zu schützen, da es Widerstand gegen mechanische Verformungen bietet. Sowohl Aluminium als auch Carbon werden mittlerweile in Serienautos verbaut – man denke nur an Alufelgen und Carbon-Karosserien.

Bremsen aus Keramik: Sie sind leicht, sicher und im normalen Gebrauch auch sehr lange haltbar. Bis zu 350.000 km kann man mit den Bremsen zurücklegen, die übrigens auch gegen Salz und Korrosion immun sind. Jedoch sind diese Bremsanlagen noch sehr teuer, wodurch sie meist nur in Supersportwagen, Geldtransportern und anderen Spezialwagen zu finden sind. Da sie aber sehr leicht sind, könnten sie in Zukunft eine wichtige Rolle in der Gewichtsreduktion von Elektrofahrzeugen spielen.

Beim Motorrennsport gilt: schneller, höher, weiter. Die Konstrukteure und Piloten pushen sich immer wieder an das Limit der Möglichkeiten und auch darüber hinaus. Deshalb wird viel Geld in die Entwicklung neuer Technologien gesteckt, welches unter anderem durch Sportwetten und andere Sponsoren verdient wird. Denn um konkurrenzfähig zu bleiben, müssen neue Ideen finanziert werden können. Gleichzeitig darf natürlich auch die Sicherheit der Fahrer nicht aufs Spiel gesetzt werden. Deshalb entwickelt die Formel 1 immer wieder Lösungen, die manchmal so genial sind, dass sie auch Serienautos revolutionieren.

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Motoreport Redaktion

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