Fahrberichte Suzuki

Suzuki Jimny im Test & Fahrbericht

Ja, ein waschechter Geländewagen! Der Suzuki Jimny ist kein zu heiß gewaschener SUV. Ich bin mit dem kleinen Offroader durch den Alltag und über Stock und Stein gefahren. Was so einzigartig am neuen Jimny ist und warum er das Zeug zum Traumauto hat, erkläre ich im Fahrbericht!


Kleiner, waschechter Offroader

Ein ehrlicher und bezahlbarer Offroader, der noch was wegstecken kann. Kein weich gespülter SUV sondern ein echter Geländewagen! Der neue Suzuki Jimny macht vieles anders und begeistert damit viele. Vielleicht ja, weil es mittlerweile kaum noch Autos wie ihn gibt. Zugegeben, die Zielgruppe die solche Anforderungen an ein Auto hat, ist nicht besonders groß. Auch hat sich das Angebot unserer Autos stark verändert. Hersteller bieten Allrounder-Modelle an. Fahrzeuge, die möglichst alles können müssen und am besten auch jedem gefallen. Ein Grund mehr für mich, dieses besondere Auto kennen zulernen.

Innenraum

Das Interieur des Suzuki Jimny ist robust und einfach gestaltet, ohne auf moderne Elemente zu verzichten. Weich aufgeschäumte Kunststoffe und Zier-Elemente braucht man hier nicht suchen. Wozu auch. Der Suzuki Jimny ist schließlich von der praktischen Sorte. Auch wenn die Materialien eher rustikal wirken, ist die Verarbeitung bestens. Selbst auf schlechten Straßen gibt es keine Spur von Klappergeräuschen oder Vibrationen.

Rustikale Materialien aber gute Verarbeitung: Innenraum des Jimny

Infotainment

Das Interieur selbst ist aufgeräumt. Alles lässt sich gut erreichen und die Bedienung ist einfach. Selbes gilt auch für das Infotainmentsystem mit integriertem Navigationssystem. Das 7 Zoll große Touchscreen ist günstig platziert. Es verfügt über Bluetooth- und USB-Schnittstelle. Per USB können sowohl Apple CarPlay als auch Android Auto verwendet werden.

Kompakte Abmessungen

Mit einer Außenlänge von nur 3,48 Metern gehört der Suzuki Jimny zu den kleinen. Im Straßenbild fällt das sofort ins Auge. Kleinwagen wie Polo, Mini & Co. wirken neben dem Jimny schon fast stattlich. Auch wenn sein Jagd-Gebiet nicht die Stadt ist, ist die Freude riesig, auch in die kleinsten Parklücken zu kommen. Auf eine Rückfahrkamera oder gar Park-Sensoren muss man verzichten. Die gibt es tatsächlich nicht. Aber halb so wild! Ich hätte schon vermutet, die Park-Hilfen moderner Autos hätten mich so sehr verwöhnt, dass ich das Parken schon verlernt hätte. Durch die schmale und kantige Karosserie des Jimny lässt sich alles gut abschätzen. Auch die großen Fensterflächen, die es in heutigen Autos kaum noch gibt, helfen die Übersicht zu behalten. Ideal für die Stadt und noch besser für Fahrten ins Gelände.

Gute Innenraum-Nutzung

Trotz der geringen Abmessungen überrascht der Innenraum. Dank einer großen Raumhöhe passt auch sperriges Ladegut rein. Was jedoch etwas nervig ist, ist das Getränkekisten oder ähnliches während der Fahrt schnell verrutschen. Möglichkeiten zum Sichern und Verzurren gibt es eigentlich nicht, was Kreativität beim Verladen verlangt. Und die ist auf jeden Fall gefragt, denn die Kunststoffoberflächen des Ladebodens sind nicht nur glatt, sondern auch kratzempfindlich.

Wie es sich für einen echten Geländewagen gehört, hat auch der Suzuki Jimny ein vollwertiges Ersatzrad dabei – man weiß ja nie. Damit es im Fall der Fälle jederzeit gut erreichbar ist, ist es außen an der Heckklappe montiert. So nimmt es auch keinen Platz im Innenraum weg. Die Heckklappe selbst schwingt daher nicht wie bei den meisten Fahrzeugen nach oben auf, sondern zur Seite. Der Zugang in den Gepäckraum ist sehr komfortabel – zumindest in den meisten Fällen. Beim Parken auf einem Parkstreifen sollte man nach hinten hin etwas mehr Platz zum Beladen lassen und vorsichtig beim Öffnen sein.  

Antrieb

Beim Blick in den Motorraum eröffnet sich mir das Gefühl, dass man es im Suzuki Jimny noch mit ehrlicher Technik zu tun hat. Hier gibt es keine üppigen Kunststoff-Abdeckungen, die Sicht auf dem Motor und Steuergeräte verdecken. Der Jimny zeigt offenherzig seinen Vierzylinder. Der längs eingebaute Benziner kommt ohne Turbo aus und leistet 103 PS mit einem maximalen Drehmoment von 130 Newtonmetern. Klingt nicht viel, ist aber absolut ausreichend. Seine Höchstgeschwindigkeit liegt bei 145 km/h. Da ist er allerdings sehr laut. Eine angenehme Reisegeschwindigkeit sind 110 bis 120 km/h.

Verzylinder Saugbenziner mit 103 PS im Suzuki Jimny

Knackiges Getriebe mit Geländeuntersetzung

Geschaltet wird über ein manuelles 5-Gang-Getriebe. Im regulären Fahrbetrieb werden die Hinterräder angetrieben. Der Allradantrieb mit zusätzlicher Geländeuntersetzung lässt sich zuschalten. Der Gangwahlhebel selbst wirkt zwar etwas oldschool, schaltet die Gänge aber knackig durch.

Fahreindruck

Der Suzuki ist nicht nur optisch was ganz Besonderes. Auch das Fahren unterscheidet sich deutlich von anderen Autos. Wie schon erwähnt, ist die schmale Karosserie sehr übersichtlich. Dank der großen Fensterflächen behält man einen perfekten Überblick. Der Jimny vermittelt einem innerhalb kurzer Zeit ein gutes Gefühl über das Fahrzeug. Man hat schnell das Gefühl alles unter Kontrolle zu haben. Entsprechend niedrig ist die Überwindung sich ins Gelände zu trauen. Gerade hier macht das Auto eine große Freude! Kaum zu glauben wie viel man dem kleinen Jimny zutrauen kann. Das Fahren durch tiefe Furchen und über Wurzeln sind ein riesen Spaß! Auch durch locker-sandigen Boden graben sich die Räder dank Allradantrieb problemlos durch. Ich bin an vielen Stellen überrascht, was alles mit diesem Geländewagen möglich ist und muss mich zügeln, nicht übermütig zu werden.

Allradantrieb mit zusätzlicher Geländeuntersetzung

Verbrauch in der Praxis

Im Rahmen dieses Alltagstests bin ich knapp 2.000 Kilometer gefahren. Mein Praxiswert von 6,7 Litern orientiert sich an der Werksangabe, die mit 6,8 Litern angegeben wird. In meinem Fahrprofil waren lange Autobahn-Etappen, Landstraße, Stadt aber auch Fahrten im Gelände dabei. Zügelt man auf der Autobahn die Geschwindigkeit, sind auch deutlich niedrigere Verbrauchswerte zu erreichen.

Preise & Lieferzeit

Der Listenpreis für den Suzuki Jimny mit manuellem 5-Gang Getriebe in der einzig verfügbaren Ausstattungslinie Comfort+ beträgt 20.900 Euro. Die Version mit dem 4-Stufen Automatik-Getriebe ist mit 22.100 Euro angegeben. Optionale Extras gibt es bis auf aufpreispflichtige Lackierungen keine. Der Jimny ist derzeit so beliebt, dass selbst den Händlern nur einzelne Fahrzeuge zugeteilt werden. Sie können also nicht ohne weiteres bestellt werden. Teilweise kosten Jimny Jahreswagen momentan mehr als ein fabrikneuer Jimny. 2021 möchte Suzuki bei einer aktualisierten Version mit höheren Stückzahlen zurück auf den deutschen Markt kommen.

Fazit

Ehrliches Auto! Robust, ohne Schnickschnack und jederzeit bereit für Abenteuer. Der Suzuki Jimny zeigt, dass man nicht viel braucht um auch abseits guter Straßen zurecht zu kommen. Wer einen hohen Anspruch an Hightech-Features und Komfort hat, dem wird der sympathische Auftritt des kleinen Offroaders nicht auf Dauer Glücklich stimmen. Wer aber die praktischen Seiten und die Vielfältigkeit abseits befestigter Straßen zu schätzen weiß, findet im Jimny einen coolen Offroader für das nächste Abenteuer.

Über den Autor

Daniel Przygoda

Daniel Przygoda studierte Automobilwirtschaft und -technik. Als Projektingenieur sammelte er Erfahrung im Automobil-Bereich. Er bringt seine Leidenschaft für Autos in Wort und Bild neben Motoreport auch auf seinem Blog 3ve-blog.de zum Ausdruck.

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