Assistenzsysteme Fahrberichte Subaru

Pro & Contra zu Subarus Eyesight-Assistenzsystemen

Laut unserer Zuschauer auf motoreport.tv sind Fahrerassistenzsysteme ein immer wichtigerer Grund für eine Kaufentscheidung. Das Thema Assistenzsysteme ist bei Subaru besonders spannend: Zahlreiche Funktionen sind bei vielen Modellen schon inklusive. Im Rahmen von Eyesight kümmert sich bei Subaru ausschließlich eine Stereokamera um die Umgebungserkennung. Ein Radarsensor kommt nicht zum Einsatz.


Eyesight: Nur eine Stereokamera, kein Radarsensor

Bei fast allen fortschrittlichen Fahrerassistenzsystemen, also meist einer adaptiven Geschwindigkeitsregelung und einem aktiven Lenkassistenten, wird herstellerübergreifend die Umgebung von einer (Stereo-)Kamera und einem Radarsensor erfasst. Die Kamera erkennt Abstände und Spurmarkierungen. Der Radarsensor erkennt ebenfalls Abstände teilweise sehr genau. Wird, wie bei Subaru, nur eine Stereokamera verwendet, kann man mit dieser ebenfalls einen großen Teil der Umgebung gut erkennen. Da bei Eyesight auf einen Radarsensor verzichtet wird, braucht man aber unbedingt auch eine Stereokamera: Nur durch dieses „zweidimensionale Sehen“ kann die Kamera auch Abstände erkennen und macht so einen Radarsensor überflüssig.

Eyesight-Kameras (links und rechts), dazwischen Regen- und Helligkeitssensor sowie eine weitere Kamera für den Fernlichtassistenten im Rückspiegel.

Nachteil: Ohne Radarsensor fehlt die Sicht bei starkem Regen & Nebel

Während unseres Tests hat Eyesight, im Levorg aktuell in der neuesten Version, sehr gut funktioniert. Eyesight passieren so gut wie keine Fehler. Bremseingriffe sind sehr sanft und immer richtig dosiert. Der Spurhalteassistent ist nicht permanent aktiv und lenkt mit. Vielmehr korrigiert er nur, wenn man die Fahrspur zu verlassen droht. Allerdings haben Assistenzsysteme, die nur auf einem Kamerasystem basieren, auch einen großen Nachteil: Bei schlechter Sicht ist ihre Funktionalität sehr eingeschränkt. Während ein Radarsensor gerade in anstrengenden Situationen wie starkem Regen, Nebel oder Schneefall „sehen“ kann, geht bei Eyesight bei schlechter Sicht schnell nichts mehr. Damit das System im Zweifel keine Fehler produziert, schaltet es sich mit deutlicher Warnung ab. Das ist uns beispielsweise bei mittelstarkem Regen passiert. Auch, wenn die Frontscheibe mit einem Schmutzfilm überzogen ist, kann mindestens eine der beiden Kameras nichts mehr sehen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn sich viel Streusalz auf Autobahnen befindet. Es trocknet dann auf der Scheibe ab. Selbst mit der Wisch- und Waschfunktion bekommt man es bei Langstreckenfahrten nicht ganz weg und Eyesight funktioniert nicht mehr. Hier hätte Subaru schon seit Jahren die Wisch-Funktion z.B. mit Jetwipern verbessern müssen.

Zu schlechte Sicht für die Stereokamera: Eyesight und viele der Funktionen werden deaktiviert (ACC, Lenkunterstützung, Notbremsassistent).

LEDs projizieren Status in die Frontscheibe

Die Assistenzsysteme im Levorg setzen auch sonst auf ein paar ungewöhnliche, aber sympathische Features. So gibt es kein Head-up-Display, stattdessen werden wichtige Informationen sehr minimalistisch über einzelne LEDs in die Frontscheibe projiziert. Wurde von Eyesight etwa ein vorausfahrendes Fahrzeug erkannt, wird es mit einer grünen LED dargestellt. Gelbe (blinkende) LEDs zeigen an, dass man dabei ist, die Fahrspur zu verlassen. Der Notbremsassistent weißt über blinkende, rote LEDs zusammen mit akustischen Warnungen auf eine bevorstehende Kollision hin. Neu erkannte vorausfahrende Fahrzeuge werden über jeweils einen Piep-Ton signalisiert – den man zum Glück ausschalten kann.

Die LED blinkt auf der Seite, auf der man die Fahrspur zu verlassen droht.

Stau-Assistent und Auto-Hold jetzt inklusive

Der Levorg kommt als eines der aktuellsten Modelle der Subaru Platte mit ein paar hilfreichen Features im Rahmen der Assistenzsysteme. So kann die adaptive Geschwindigkeitsregelung (ACC) nun bis 0 km/h bremsen und die Bremse auch im Stand halten. Der Fahrer muss also nicht mehr nach 2 Sekunden das Bremspedal übernehmen. Besonders schön: Bewegt sich das vorausfahrende Fahrzeug, wird man akustisch und optisch informiert. Man braucht dann nur „resume“ zu drücken und die ACC wird fortgesetzt. (Die ACC ist von 30-180 km/h aktivierbar). Das ist etwa im Stau praktisch, wenn man während des Stehens den Blick aufs Smartphone wagt. Zudem ermöglicht die mittlerweile elektrische Handbremse eine Auto Hold Funktion, bei Subaru AVH genannt. Steht man an der Ampel (ohne ACC), braucht man das Bremspedal nur kurz drücken und die Bremse wird gehalten, bis man wieder aufs Gas geht. Bei dieser aktuellsten Version von Eyesight will Subaru auch die Erkennung von Fußgängern und Radfahrern verbessert haben.

Verfügbar ist außerdem ein (von uns bis zur Warnung im Video getesteter) Notbremsassistent. Er kann laut Subaru Kollisionen bis zu einer Geschwindigkeitsdifferenz von 50 km/h verhindern. Auch ein Radargestützter Totwinkel-, Spurwechsel- und Querverkehrsassistent sind nun verfügbar. Im Stadtverkehr und beim Ausparken auf Supermarktparkplätzen ist besonders der Querverkehrsassistent ausgesprochen hilfreich. Ihn haben wir schon anhand eines Skoda im Detail im Video erklärt.

Subarus Assistenzsysteme funktionieren in den meisten Situationen sehr gut. Nur bei starkem Regen, Nebel oder Schneefall kann es sein, dass die Stereokamera aufgrund schlechter Sicht aus Sicherheitsgründen die Systeme deaktiviert. Das passiert bei Mitbewerbern allerdings auch, etwa bei vereisten Radarsensoren. Highlight an Eyesight ist, dass es mittlerweile serienmäßig an Bord ist – damit neben einem Lenk- und Abstandsassistenten auch ein Querverkehrswarner, der bei der Konkurrenz noch oft extra bezahlt werden muss.

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Über den Autor

Matthias Luft

Autor Matthias Luft faszinieren effiziente Motoren, moderne Designs und die neusten Fahrerassistenzsysteme.
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