Sondermodell mit Substanz
Sondermodelle sind im VW-Konzern selten geworden. Umso spannender ist der Skoda Fabia 130, den Skoda anlässlich des 130-jährigen Markenjubiläums auflegt. Der Name ist dabei Programm: 130 kW beziehungsweise 177 PS leistet der stärkste Serien-Fabia aller Zeiten. Auf den ersten Blick wirkt der Fabia 130 wie eine besonders sportliche Variante des bekannten Monte Carlo, doch bei genauerem Hinsehen – und Fahren – wird klar: Hier steckt mehr dahinter als ein paar Aufkleber.
Der offizielle Aufpreis gegenüber einem Fabia Monte Carlo mit dem 1.5 TSI liegt bei rund 4.000 Euro. Rechnet man jedoch die serienmäßige Ausstattung heraus, die beim Monte Carlo extra kostet, bleiben etwa 2.000 Euro Differenz. Die Frage lautet also: Was bekommt man dafür wirklich?
Exterieur: Schwarze Akzente und exklusive Details
Optisch setzt der Fabia 130 klar auf Kontraste. Schwarze Anbauteile prägen das Erscheinungsbild, dazu kommen schwarz hinterlegte LED-Scheinwerfer, die beim Monte Carlo nur gegen Aufpreis erhältlich sind. Ebenfalls neu ist der Frontsplitter, ein eigenständiges Anbauteil, das den sportlichen Anspruch unterstreicht.
Ein wichtiges Detail ist das neue Skoda-Logo mit dunklem Hintergrund – der Fabia 130 ist das erste Fabia-Modell, das dieses Logo trägt. Dazu kommen 18-Zoll-Felgen des Typs „Libra“ in Smoked Grey. Im Monte Carlo sind 18 Zoll zwar ebenfalls erhältlich, dort jedoch glanzgedreht. Die dunklere Ausführung sorgt hier für einen eigenständigen Look. Rote Bremssättel gehören ebenfalls dazu.
Bei den Lackierungen stehen Weiß, Schwarz, Blau und Rot zur Wahl. Je nach Farbe variiert auch der 130-Schriftzug, was für stimmige Kontraste sorgt. Am Heck fallen der zusätzliche Spoiler, die dunkleren Rückleuchten und vor allem die Doppelendrohr-Auspuffanlage ins Auge – ein Detail, das man im Fabia-Segment nicht oft sieht. Der Fabia 130 ist nicht auf eine feste Stückzahl limitiert, Skoda spricht aber bereits von mehreren hundert Bestellungen aus Deutschland.

Innenraum: Bekannt, aber hochwertig kombiniert
Im Innenraum bleibt der Fabia 130 nah am Monte Carlo. Die Sportsitze mit gutem Seitenhalt sind identisch, ebenso das Grundlayout. Neu sind kleinere Details wie der Ultra-Dark-Chrome-Look mit matten Oberflächen statt glänzender Akzente sowie die neue Skoda-Wortmarke im Innenraum.
Serienmäßig an Bord sind ein digitales Kombiinstrument und das 10-Zoll-Infotainmentsystem. Große Überraschungen gibt es hier nicht, dafür eine solide, stimmige Ausstattung. Gerade in Verbindung mit hellen Außenfarben wie Weiß wirkt das Interieur sehr ausgewogen.

Antrieb: Mehr Leistung durch echte Hardware
Der größte Unterschied zum Monte Carlo steckt unter der Haube. Der bekannte 1.5 TSI Evo mit 7-Gang-DSG (DQ200) leistet hier nicht 150, sondern 177 PS. Das maximale Drehmoment bleibt bei 250 Nm, da das Getriebe limitiert ist. Der Sprint von 0 auf 100 km/h verkürzt sich auf rund 7,4 Sekunden, während der Monte Carlo etwa 7,8 Sekunden benötigt.
Wichtig: Skoda hat die Mehrleistung nicht einfach per Software realisiert. Für den Fabia 130 kommen tatsächlich andere Bauteile zum Einsatz. Dazu gehört ein Ansaugkrümmer aus dem Skoda Superb mit stärkerem 1.5 TSI Evo 2. Auch Schwingungsdämpfer und Kipphebel wurden optimiert und stammen aus leistungsstärkeren Motorvarianten. Diese Hardware-Änderungen machen den Charakter des Motors spürbar anders.
Zusätzlich wurde die Gasannahme im Sportmodus geschärft. Das DSG schaltet später hoch, hält die Drehzahl länger und bietet beim Runterschalten Zwischengasstöße. Diese sogenannte Rev-Match-Funktion ist exklusiv dem Fabia 130 vorbehalten und sorgt für ein sportlicheres Fahrgefühl.

Fahrwerk und Fahreindruck
Das Sportfahrwerk basiert grundsätzlich auf dem Monte Carlo, wurde aber speziell für den Fabia 130 abgestimmt. Serienmäßig liegt das Sondermodell 15 Millimeter tiefer. Da der Fabia 130 ausschließlich mit 18-Zoll-Felgen angeboten wird, konnte Skoda die Lenkung exakt auf diese Kombination abstimmen. Das Ergebnis ist eine direktere, progressiv wirkende Lenkung ohne große Kompromisse.
Im Fahrbetrieb zeigt sich der Fabia 130 spürbar kräftiger als die 150-PS-Version. Beschleunigungen, etwa von 60 auf 100 km/h, gelingen souverän. Der Vierzylinder wirkt deutlich souveräner als der kleinere 1.0 TSI. Zusätzlich lässt sich das ESC in einen Sportmodus versetzen, der mehr Schlupf erlaubt, aber bei Bedarf weiterhin eingreift – ebenfalls ein Feature, das es im normalen Fabia nicht gibt.
Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 228 km/h und damit rund 6 km/h über dem Monte Carlo. Auf der Autobahn profitiert man vor allem von der besseren Elastizität.

Preis & Fazit
Der Skoda Fabia 130 ist offiziell rund 4.000 Euro teurer als ein vergleichbarer Monte Carlo. Bereinigt um die serienmäßige Ausstattung bleiben etwa 2.000 Euro Aufpreis. Dafür gibt es nicht nur mehr Leistung, sondern echte technische Änderungen am Motor, eine spezielle Abstimmung und ein eigenständiges Sondermodell.
Allerdings klettert der Preis schnell über 35.000 Euro, da Assistenzsysteme wie ACC oder Travel Assist nicht serienmäßig sind und zusätzliche Pakete erfordern. Damit bewegt sich der Fabia 130 in einem Bereich, in dem auch ein Polo GTI erreichbar ist.
Unterm Strich ist der Fabia 130 ein emotionales Sondermodell mit echtem Mehrwert. Kein reines Show-Auto, sondern der schnellste Serien-Fabia aller Zeiten – für Fans eine spannende, wenn auch nicht ganz günstige Option.
Dieser Text ist auf der Basis unseres YouTube Videos mit einer automatischen Transkription einstanden.
