Fahrberichte Peugeot

Peugeot 308 SW Hybrid 145 Test: Das kleine Facelift im ausführlichen Fahrbericht

Neues Gesicht, bekannte Stärken

Der Peugeot 308 erhält ein kleines Facelift in seiner dritten Generation – und besonders die Front profitiert sichtbar davon. Das neue, nun vertikal angeordnete Tagfahrlicht verleiht dem Kompaktkombi eine modernere Optik und wirkt stimmiger als die vorherige Lösung an der Seite. Im Test unterwegs an der windigen Küste Portugals fällt der überarbeitete Look sofort positiv auf. Auch das beleuchtete Markenlogo gehört nun zu den Neuheiten. Es sieht nicht nur schick aus, sondern verbirgt auch den Radarsensor darunter. Für Features wie Notbremsassistent und adaptive Cruise Control (ACC) ist das sinnvoll – letzteres gehört sogar bereits zur Serienausstattung.


Besonders interessant ist der 308 SW als Alternative zum Golf Variant, vor allem im Leasing. Während der reguläre 308 aktuell ab rund 200 Euro monatlich für Privatkunden erhältlich ist, liegt ein vergleichbarer Golf rund 75 Euro darüber. Der Aufpreis für den Kombi beträgt etwa 1.100 Euro gegenüber der Schrägheckversion.

Design & Funktion: Der Kombi bleibt der Beste

Die Abmessungen und das Kofferraumvolumen bleiben trotz Facelift unverändert: 412 Liter bis 1.323 Liter im Kombi. Damit bleibt er ein praktischer Begleiter, besonders für Fahrer, die den Nutzwert eines Kombis schätzen – wie auch der Tester selbst, der privat einen Octavia Kombi fährt. Die Farboption Selenium Grau wirkt dezent, fast unauffällig im herbstlichen Portugal. Je nach Ausstattung sind 16-, 17- oder 18-Zoll-Felgen verfügbar; unser Testwagen steht auf den 18-Zöllern.

Die Heckleuchten sind nun immer in LED ausgeführt. Ein dynamischer Blinker ist jedoch ausschließlich der GT-Ausstattung vorbehalten. Sichtbare Endrohre findet man nicht mehr – Peugeot orientiert sich optisch stärker an elektrischen Modellen, obwohl unter der Haube ein Benziner arbeitet.

Innenraum & Bedienung: Große Fortschritte, aber kleine Stolpersteine

Im Innenraum präsentiert sich der 308 nach wie vor modern, wertig und fahrerorientiert. Alcantara an den Türen, Focal-Soundsystem, ein Panoramadach oder elektrisch verstellbare und beheizbare Sitze – vieles davon ist verfügbar, allerdings nicht immer in jeder Ausstattung. Da unser Testwagen ein Vorserienmodell ist, fehlen einige eigentlich angekündigte Features wie die Sitzheizung. Deshalb gilt: Unbedingt im Konfigurator prüfen, welche Optionen wirklich enthalten sind.

Typisch Peugeot ist das kleine Lenkrad mit hoch platziertem digitalen i-Cockpit. Das 3D-Kombiinstrument der GT-Modelle projiziert wichtige Infos auf eine zusätzliche Ebene und bleibt gut ablesbar. Klimafunktionen erreicht man über eine eigene Taste oder per i-Toggle – das System verlangt etwas Eingewöhnung, funktioniert nach kurzer Zeit aber zuverlässig. Positiv: Die Lüftungsdüsen lassen sich weiterhin klassisch einzeln verstellen, was viele Konkurrenten inzwischen eingespart haben.

Die i-Toggles können frei belegt werden. Besonders praktisch: Der Tempolimitwarner lässt sich mit nur einem Knopfdruck deaktivieren – sogar dauerhaft sichtbar über ein Icon. Auch die Kameraansichten sind schnell erreichbar. Eine 360°-Ansicht gibt es jedoch nicht in allen Ausstattungen und auch nicht als Paket in der Basis.

Fahreindruck: Hybrid 145 als optimale Alltagsmotorisierung

Der Hybrid 145 ist der wahrscheinlich attraktivste Motor für deutsche Käufer. Er kombiniert einen 1.2 Liter großen Dreizylinder mit einer kleinen, selbstladenden Hybridunterstützung. Zusammen ergibt das 145 PS und 230 Nm Systemdrehmoment. Der Benziner allein leistet 135 PS. Ein Plug-in-Anschluss existiert hier nicht – es handelt sich um einen Mildhybrid, der seine kleine Batterie (0,5 kWh) beim Fahren lädt.

Im Fahrbetrieb überrascht der Motor positiv. Trotz Dreizylindern bleibt er gut gedämmt, klingt selbst beim Beschleunigen nicht angestrengt und fährt auf Landstraßen angenehm ruhig. Das verbaute Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe arbeitet gelassen und hält die Drehzahl niedrig. Die Fahrleistungen sind solide: 9,2 Sekunden auf 100 km/h und bis zu 210 km/h Spitze.

Der Verbrauch lag im Test bei rund 5 Litern – der WLTP-Wert wurde nicht ganz erreicht, was jedoch an der Mischung aus bergigen Strecken, Landstraße und Autobahn liegt. Mit dem 52-Liter-Tank sind etwa 450 km Reichweite realistisch. Wer deutlich weiter kommen möchte, kann auf den BlueHDi-Diesel setzen, der derzeit nur in der Basis, ab nächstem Jahr aber wieder in höheren Trims verfügbar sein wird.

Assistenzsysteme & Autobahnkomfort

Die ACC gehört zur Serie, der Drive Assist jedoch nicht. Für die aktive Spurmittenführung ist die GT-Ausstattung oder ein entsprechendes Paket erforderlich. Auf der portugiesischen Autobahn arbeitet das System zuverlässig, wenn auch nicht ganz so geschmeidig wie der Travel Assist im VW Golf. Verkehrszeichen werden gut erkannt und können per Tastendruck übernommen werden. Eine Lenkmoment-Erkennung ersetzt die kapazitive Handerkennung – die Hände müssen also tatsächlich am Lenkrad bleiben.

Preis & Fazit

Der getestete Peugeot 308 SW Hybrid liegt je nach Konfiguration zwischen 45.000 und 46.000 Euro. Wer viel Ausstattung möchte, fährt mit der GT Exclusive oft günstiger als mit der GT plus Einzelpaketen. Insgesamt ist das Facelift eher klein ausgefallen, macht den 308 aber optisch frischer und funktional runder. Die Bedienung erfordert etwas Eingewöhnung, funktioniert dann aber zuverlässig. Der Hybrid 145 passt hervorragend als Alltagsmotor, bleibt angenehm leise und verbrauchsarm.

https://www.youtube.com/watch?v=gnXXg3xucJY
Dieser Text ist auf der Basis unseres YouTube Videos mit einer automatischen Transkription einstanden.

Über den Autor

Inga Herbold

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