Fahrberichte Opel

Neuer Opel Astra: Test & Vergleich mit Golf 8

Wir haben den neuen Astra getestet. Er wirkt für uns eigentlich nicht mehr wie ein Opel Astra, sondern vielmehr wie ein komplett neues Modell. Warum wir begeistert waren und was ihn (positiv) vom Golf 8 unterscheidet erklären wir im Artikel!


Neues Modell statt klassischer Astra

Der Opel Astra 2022 kommt wird zwar in Deutschland gebaut und teilweise dort (mit-)entwickelt, trotzdem steckt in ihm komplett PSA-Technik. Also aktuelle Technik aus Peugeot und Citroen Modellen. Das bekommt ihm gerade im Cockpit gut. Unserer Meinung nach ist das serienmäßig digitale Pure Panel, das aus 2 großen Displays besteht, ein riesiger Fortschritt gegenüber seinem Vorgänger. Die unschön angeordneten und qualitativ wenig schönen, vielen Tasten in der Mitte des Armaturenbretts wurden drastisch reduziert. Top: Alle wichtigen Funktionen sind mit physischen Tasten zu erreichen. Touch-Zwang für die Klimasteuerung wie beim Golf gibt es nicht. Es gibt zahlreiche Ablagen und nun auch (optional) eine induktive Lademöglichkeit. Leider ist, wie beim Golf, sehr vieles in Hochglanzlack ausgeführt.

Details zum Pure Panel (Pro)

Das Pure Panel gibt es auch in einer hochwertigeren Ausführung. Das sog. Pure Panel Pro ist komplett verglast und zudem auf einem Magnenisum Träger montiert. Man sieht die beiden Displays hier also als „Ganzes“ statt beider einzelner Screens, die dann von Pianolack umgeben sind. Einen wirklichen Vorteil außer der Optik hat das Pure Panel Pro aber nicht. Der digitale Tacho (Serie) kann viele Infos anzeigen, wirkt aber z.B. im Vergleich zum Virtual Cockpit bei VW schnell überladen. Das Infotainmentsystem läuft wesentlich stabiler als das im Golf 8. Allerdings verliert man sich sehr schnell in den teilweise viel zu merkwürdig strukturierten Menüs. Selbst einen Schnellzugriff auf Favoriten-Funktionen zu setzen kann hier Abhilfe schaffen. Die von TomTom geborgte Navigation funktioniert super. Die Sprachsteuerung ist, wenn überhaupt, auf der des Golf 8, der dieses Feature aber schon 2019 an Bord hatte.

opel astra k 2016 interior

Das Cockpit aus dem Astra (hier aus 2016) ist (zum Glück) nicht mehr wiederzuerkennen

Optik & Platz: Astra Ultimate oder GS-Line

Auf unserem Video weiter unten ist ein Astra zu sehen, den es genau so gar nicht gibt: Es ist ein Vorserienmodell mit einer Mischung aus Ultimate und GS-Line. So sprechen die roten Applikationen im inneren für eine GS-Line, die Felgen gibt es aber nur bei der Ultimate. Dass das Opel Logo und der Grill komplett in hochglänzendem Schwarz gehalten sind muss nicht sein: In einfacheren Ausstattungsvarianten gibt es diese und weitere Elemente auch in Chrom wie bisher. Die Lichtsignaturen vorne und hinten sind immer in LED-Technik ausgeführt. Im Fond reist es sich recht angenehm. Es gibt zwar keine dritte Klimazone, dafür aber verstellbare Luftausströmer in der Mittelkonsole. Im Kofferraum bietet der Astra Plug-In Hybrid 152 Liter Platz, maximal sind es 1.268 Liter.

Fahrbericht des Astra Plug-In Hybrid (1.6 Turbo Benziner)

Der 180 PS Hybrid besteht aus einem Benziner mit 150 PS und einem Elektromotor mit 110 PS Leistung. Daraus ergibt sich eine Systemleistung von 180 PS und ein Systemdrehmoment von 360 Nm. Gerade in Verbindung mit der serienmäßigen 8-Gang Automatik, die ebenfalls von PSA stammt, macht der Astra richtig Spaß. Am auffälligsten ist, wie extrem ruhig er sich fährt und die gut er gedämmt ist. Opel will auch das Fahrwerk dynamischer gestaltet haben. In jedem Fall geht sein Gewicht von 1.670 Kg (als Hybrid) gerade noch in Ordnung. Von 0 auf 100 km/h sprintet er damit in 7,6 Sekunden. Maximal sind 225 km/h möglich. Rein elektrisch schafft er bis zu 135 km/h. Aufgrund des relativ kleinen Akkus mit 12,4 kWh ist man für gewöhnlich höchstens 50 Kilometer rein elektrisch unterwegs. Da der Astra auf der EMP Plattform steht, kann er sowohl mit reinen Verbrennern, dem Plug-In Hybrid oder voll elektrisch (ab 2023) ausgestattet werden. Ein weiterer Hybrid mit mehr Leistung soll noch dieses Jahr folgen. Adaptive Dämpfer sind nicht verfügbar. Die braucht das wirklich gut gelungene Fahrwerk aber auch nicht zwingend.

Assistenzsysteme: Intellidrive 2.0 in Kürze, neue Scheinwerfer

Momentan konnte der neue Astra nur mit den bekannten Intellidrive 1.0 Assistenzsystemen fertiggestellt werden. Natürlich sollen aber in Kürze auch die Intellidrive 2.0 Systeme verfügbar sein. Im Konfigurator können sie schon bestellt werden. Diese umfassen dann ein (gutes) aktives Lenken, einen Stauassistenten und einen aktiven Spurwechsel. Eine klare Empfehlung für die Konfiguration des Astra 2022 wäre auch Intellilux. Mittlerweile sind im neuen Astra Matrix Scheinwerfer mit jeweils 84 LEDs pro Seite verfügbar. Dieses blendfreie Dauerfernlicht werden wir demnächst noch im Video testen und haben es – in der einfachen Version im Corsa schon getan.

Unterschiede zum Golf 8 & Fazit

An einigen Stellen ist der Astra in der Tat ein besserer Golf. Opel setzt nicht auf neue, eigene Software wie VW. Stattdessen verwendet man die recht gute, stabil laufende Infotainment-Software von PSA und nutzt für die Navigation TomTom. Features wie die Sprachbedienung oder gerade die Struktur der Menüs fallen beim Golf aber besser aus – wenn Sie denn mal stabil laufen. In Sachen Fahreindruck scheint uns der Astra nochmal ein Stück leiser als der Golf zu sein. Der Golf hat für unseren Geschmack aber das dynamischere Fahrwerk und eine wesentlich angenehmere, progressivere Lenkung. Bei der Innenraumqualität nehmen sich die beiden nicht viel. Der Astra hat an relevanten Stellen mehr hochwertige, aufgeschäumte Kunststoffe – allerdings auch noch viel mehr Hochglanz-Lack als der Golf. Der Golf kostet in der Basis allerdings auch rund 5.000 € mehr als der Astra. Mehr Vergleiche zwischen Golf und Astra ziehen wir auch in unserem Video:

Technische Daten Astra

Systemleistung133 kW/180 PS
Systemdrehmoment360 Nm
1.6 Benziner110 kW/150 PS
Elektromotor81 kW / 110 PS
Getriebe8-Stufen Automatik
0-100 km/h7,6 Sek.
Höchstgeschwindigkeit225 (135 El.)
Ladedauer 22 kW2h
Akku12,4 kWh
Reichweite El.60 km
Leergewicht1.678 kg
Kofferraum (umgeklappt)352 - 1.268 L
Einstiegspreis22465
Einstieg Hybrid28.622 € (Prämie abgezg.)
Testwagenpreis ca.44.000 €

Über den Autor

Matthias Luft

Autor Matthias Luft faszinieren effiziente Motoren, moderne Designs und die neusten Fahrerassistenzsysteme.

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