Mercedes-Benz

Mercedes V-Klasse Marco Polo (2026) Facelift Test: Mehr Platz im Aufstelldach, neue Details

Die Mercedes-Benz V-Klasse Marco Polo bekommt ein Facelift – wobei man fast von einem Mini-Facelift sprechen muss. Große optische Veränderungen bleiben aus, doch im Detail hat Mercedes-Benz nachgebessert. Vor allem im Aufstelldach soll es nun mehr Platz geben. Wir haben uns die Neuerungen angesehen und den Marco Polo erneut mit dem VW California im Hinterkopf bewertet.


Außen kaum verändert – neues Aufstelldach mit Alu-Case

Optisch bleibt die V-Klasse nahezu unverändert. Die auffälligste Neuerung betrifft das Aufstelldach. Dieses stammt nicht mehr von Westfalia, sondern wird nun von Mercedes selbst gefertigt. Das neue Dach besitzt ein sogenanntes Alu-Case – eine Aluminiumkonstruktion, die für rund 10 Zentimeter mehr Platz im oberen Bereich sorgt.

Von außen wirkt das Dach tatsächlich etwas höher. Hintergrund der Änderung dürften auch Optimierungen an der bisherigen Konstruktion sein. Details nennt Mercedes nicht, allerdings wurden auch Schalter überarbeitet, um Fehlbedienungen – etwa durch versehentliches Anstoßen mit dem Knie – zu vermeiden.

Markise jetzt modular

Eine weitere Änderung betrifft die Markise. Sie ist nun abnehmbar und verschließbar. Die Kurbel befindet sich in einem separaten Fach. Während die Markise bislang fest montiert war, lässt sie sich jetzt demontieren oder auf der gegenüberliegenden Seite montieren. Allerdings ist diese Lösung optional und kostet Aufpreis.

Unverändert bleibt dagegen das Konzept mit elektrischer Heckklappe und unterhalb verstauten Campingstühlen. Der Tisch ist weiterhin nicht in die Heckklappe integriert wie beim VW California. Das kostet etwas Stauraum, bietet aber den Komfort einer elektrisch öffnenden Heckklappe.

Innenraum: Bekannte Möbel, kleine Optimierungen

Im Innenraum bleibt vieles beim Alten. Die bekannten Schränke entsprechen im Prinzip weiterhin dem Stand von 2019. Auch das Waschbecken wurde nicht überarbeitet. Zwei Gasbrenner sind weiterhin an Bord – hier hat der Marco Polo sogar einen Vorteil gegenüber dem aktuellen California, der nur noch einen Brenner bietet.

Der Kühlschrank bleibt in seiner Größe unverändert, benötigt nun aber nur noch etwa 30 statt 40 Watt. Der Kompressor wurde optimiert. Ebenfalls verbessert wurde der Tisch: Der Tischfuß ist nun massiver ausgeführt, wodurch er deutlich weniger wackelt.

Produziert wird der Ausbau künftig in Ludwigsfelde bei Berlin – das Westfalia-Logo entfällt entsprechend.

MBAC und neue Lichttechnik im Dach

Die bekannte MBAC (Mercedes-Benz Advanced Control) Campersteuerung bleibt erhalten. Neu sind LED-Lichtbänder mit einstellbarer Farbtemperatur, insbesondere im Aufstelldach. Warmweiß oder kaltweiß – die Lichtfarbe lässt sich ebenso wie die Helligkeit individuell anpassen. Auch per App ist die Steuerung möglich.

Gerade im oberen Bereich wirkt das neue LED-Band sehr hell und modern – hier ist der Marco Polo dem VW California klar überlegen.

Mehr Platz im oberen Bett

Entscheidend ist jedoch der zusätzliche Raum im Aufstelldach. Durch die neue Konstruktion stehen rund 10 Zentimeter mehr Platz zur Verfügung. Beim Probeliegen zeigt sich: Die Bewegungsfreiheit ist spürbar besser als zuvor.

Tellerfedern und Matratze bleiben unverändert – und gelten weiterhin als sehr bequem. Die Verdunkelung erfolgt jetzt einfacher über Magnetelemente. Auch das Schiebedach im Aufstelldach soll wieder verfügbar sein – ein klarer Vorteil bei hohen Temperaturen, da so Hitze besser entweichen kann.

Die seitlichen Fenster lassen sich weiterhin öffnen, allerdings nicht vollständig wie beim California. Hier wäre eine größere Öffnung wünschenswert gewesen.

Technik und Fahrwerk unverändert

Antrieb, Fahrwerk und Cockpit bleiben unverändert. Auch die optional erhältliche AirMatic zur automatischen Niveauregulierung ist weiterhin verfügbar. Damit kann sich der Marco Polo selbst nivellieren – sofern das Gefälle nicht zu stark ist.

Neu ist ein Soundsystem mit Subwoofer – eine kleine, aber spürbare Detailverbesserung.

Fazit: Detailpflege statt Revolution

Das Facelift der Mercedes V-Klasse Marco Polo bringt keine Revolution, sondern eine konsequente Detailpflege. Das neue Aufstelldach mit Alu-Case und zusätzlichem Platz ist die wichtigste Änderung. Dazu kommen Optimierungen bei Licht, Energieverbrauch und kleineren Bauteilen.

Im Vergleich zum VW California bleibt der Marco Polo bei Möbel-Design und Gesamteindruck etwas konservativer, bietet aber weiterhin hohen Komfort – vor allem im oberen Schlafbereich.

Wer ohnehin mit dem Gedanken spielt, einen neuen Marco Polo zu bestellen, bekommt mit dem Facelift sinnvolle Verbesserungen. Ein komplett neues Modell ist es jedoch nicht.

Dieser Text ist auf der Basis unseres YouTube Videos mit einer automatischen Transkription einstanden.

Über den Autor

Inga Herbold

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