Fahrberichte • Mazda

Mazda CX-6e Test: Elektro-SUV im Fahrbericht

Der Mazda CX-6e ist das erste ernstzunehmende vollelektrische SUV der Marke. Nach dem Mazda 6e folgt damit ein SUV mit 78-kWh-LFP-Akku, 258 PS und einem klaren Fokus auf Komfort und Langstreckentauglichkeit. Wir sind den Mazda CX-6e in der Topausstattung Takumi Plus rund 150 bis 180 Kilometer gefahren.


Modernes Mazda-Design

Schon an der Front zeigt sich der Mazda CX-6e deutlich moderner als beispielsweise ein CX-5. Die scharf gezeichnete Beleuchtung erinnert an den Mazda 6e, gleichzeitig bleibt das Fahrzeug klar als Mazda erkennbar. Aerodynamische Details wie die Lufteinlässe gehören ebenfalls zum Konzept des Elektro-SUVs. Die Farbe Nightfall Violet wirkt im Schatten nahezu schwarz und zeigt bei Sonneneinstrahlung einen violetten Farbton. In der Takumi Plus Ausstattung gibt es 21-Zoll-Felgen und digitale Außenspiegel, während bei Takumi 19-Zoll-Felgen serienmäßig sind.

468 Liter Kofferraum und 80 Liter Frunk

Mit 4,85 Metern Länge und einem Radstand von 2,90 Metern ist der Mazda CX-6e beispielsweise mit einem Volkswagen ID.4 vergleichbar. Der elektrisch öffnende Kofferraum bietet 468 Liter Volumen. Dazu kommen 80 Liter im Frunk unter der vorderen Haube. Zwei Trolleys lassen sich problemlos im Kofferraum unterbringen. Ein zusätzlicher Korb bietet Platz für kleinere Gegenstände oder das Ladekabel.

Hochwertiger Innenraum mit 26-Zoll-Display

Im Innenraum fällt vor allem der riesige 26-Zoll-Bildschirm auf, der sich über den Bereich von Fahrer und Beifahrer erstreckt. Mazda setzt dabei auf sehr wenige klassische Bedienelemente. Viele Funktionen werden über den Bildschirm gesteuert. Die Verarbeitung ist hochwertig, häufig berührte Bereiche sind weich ausgeführt und es gibt Leder sowie Ledersitze. Positiv fallen außerdem die schmalen Bildschirmränder auf. Ein klassisches Fahrerdisplay gibt es dagegen nicht. Die Geschwindigkeit wird entweder im oberen Bereich des Bildschirms oder über das serienmäßige Head-up-Display angezeigt.

Viel Platz im Fond

Auch hinten bietet der Mazda CX-6e viel Platz. Selbst bei einer Körpergröße von mehr als zwei Metern fällt die Sitzprobe sehr positiv aus. Die Kopffreiheit ist gut und die Füße lassen sich unter die Vordersitze schieben. Das Panoramadach gehört ebenfalls zur Ausstattung. Für die Fondpassagiere gibt es eine eigene Klimazone. Zusätzlich lassen sich die Sonnenschutzrollos bedienen. Neben der Sitzheizung gibt es an den äußeren Rücksitzen sogar eine zweistufige Sitzbelüftung. Der Beifahrersitz kann außerdem von hinten nach vorne gefahren werden, um rechts noch mehr Beinfreiheit zu schaffen.

Großes Display mit kleinen Software-Schwächen

Das zentrale Display reagiert sehr schnell und die Navigation profitiert von der enormen Größe. Allerdings gibt es noch einige Schwächen bei der Software. Teilweise wirken Übersetzungen nicht vollständig gelungen und auch die Sprachsteuerung versteht beziehungsweise formuliert Deutsch nicht immer perfekt. Das große Display bietet außerdem für den Beifahrer weniger Mehrwert als erwartet. Während der Fahrt lassen sich beispielsweise keine YouTube-Videos anschauen. Im Wesentlichen bleiben Radio und Navigation. Ein kleinerer Bildschirm würde deshalb aus unserer Sicht kaum Funktionen vermissen lassen.

Digitale Außenspiegel funktionieren gut

Die digitalen Außenspiegel liefern eine sehr hohe Auflösung und funktionieren insgesamt besser als erwartet. Beim Blinken verändert sich der Bildausschnitt. Beim Abbiegen beziehungsweise Spurwechsel wird mehr von der Umgebung sichtbar. Zusätzlich gibt es einen Totwinkelwarner. Die Position der Displays ist etwas gewöhnungsbedürftig. Insgesamt sind die digitalen Spiegel aber gut umgesetzt. Persönlich wäre der zusätzliche Nutzen für uns allerdings kein entscheidendes Argument, zumal die Einsparung beim Luftwiderstand eher gering ausfällt.

Komfortabler Antrieb mit 258 PS

Bei den Antriebsvarianten macht Mazda es einfach: Es gibt einen 78-kWh-LFP-Akku und einen Motor mit 258 PS beziehungsweise 190 kW. Der CX-6e ist damit kein besonders schnelles Elektro-SUV. Stattdessen liegt der Schwerpunkt klar auf Komfort. Das Fahrwerk ist komfortabel abgestimmt, der Wagen fährt angenehm leise und ist gut gedämpft. Nach unserer Fahrt ist der CX-6e deshalb eher ein entspanntes Reiseauto als ein Fahrzeug für besonders sportliche Kurvenfahrten.

Bis zu 200 kW Ladeleistung

Der 78-kWh-LFP-Akku kann mit bis zu 200 kW geladen werden. Für die Ladung von 10 auf 80 Prozent soll weniger als 30 Minuten benötigt werden. Das ist eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Mazda 6e aus dem vergangenen Jahr, bei dem der große Akku langsamer geladen werden konnte. Für die Langstreckenplanung lässt sich einstellen, mit welchem Batteriestand das Ziel erreicht werden soll und ob Ladestationen berücksichtigt werden. Eine Auswahl bevorzugter Ladeanbieter konnten wir allerdings nicht finden. Das ist etwas schade.

Assistenzsysteme im Alltag

Zur umfangreichen Serienausstattung gehören unter anderem ein aktiver Spurhalteassistent, adaptive Geschwindigkeitsregelung und eine 360-Grad-Kamera. Die Kamera bietet verschiedene Ansichten, unter anderem für die Vorderräder und die Hinterachse. Die Auflösung ist gut. Die adaptive Cruise Control funktioniert im Alltag zuverlässig. Geschwindigkeitslimits werden allerdings nicht immer automatisch übernommen. Das Lenkrad ist zudem nicht kapazitiv, weshalb beim Spurhalteassistenten regelmäßig ein Lenkmoment aufgebracht werden muss. Auf der Autobahn funktioniert die aktive Spurmittenführung gut. Auch im Stau arbeitet die adaptive Geschwindigkeitsregelung zuverlässig. In Baustellenbereichen hatte der Spurhalteassistent dagegen teilweise Schwierigkeiten mit unterschiedlichen Fahrbahnmarkierungen.

Sprachsteuerung noch nicht perfekt

Die Sprachsteuerung wird über „Hey Mazda“ aktiviert. Einfache Befehle wie das Öffnen eines Fensters oder das Einstellen einer bestimmten Temperatur funktionieren gut. Bei freieren Formulierungen stößt das System allerdings schneller an Grenzen. Der Satz „Mir ist warm“ führte beispielsweise dazu, dass die Temperatur erhöht wurde, obwohl eigentlich eine Abkühlung gewünscht war. Auch bei anderen Befehlen kam das System teilweise nicht weiter. Hier besteht noch Optimierungspotenzial. Eine KI-Anbindung wie bei manchen anderen Fahrzeugen gibt es ebenfalls nicht.

Verbrauch und Reichweite

In der Stadt lag unser Verbrauch bei etwa 15 bis 16 kWh pro 100 Kilometer. Auf der Autobahn waren es etwa 20 bis 22 kWh. Unter den gefahrenen Bedingungen ergibt sich damit eine Reichweite von ungefähr 400 Kilometern.

Preis ab 49.990 Euro

Der Mazda CX-6e startet in der Takumi-Ausstattung bei 49.990 Euro. Auch hier gibt es den 78-kWh-Akku und den 258-PS-Motor. Die von uns gefahrene Takumi Plus Ausstattung kostet 52.990 Euro und damit 3.000 Euro mehr. Damit ist der CX-6e preislich interessant positioniert und ungefähr mit einem Volkswagen ID.4 vergleichbar beziehungsweise etwas günstiger.

Fazit

Der Mazda CX-6e ist vor allem ein komfortables und ruhiges Elektro-SUV. Das Fahrzeug fährt leise, ist gut gedämpft und eignet sich damit besonders als entspanntes Reiseauto. Der 78-kWh-LFP-Akku bietet bis zu 200 kW Ladeleistung und verbindet eine große Batterie mit einer ordentlichen Ladgeschwindigkeit. Auch beim Platzangebot überzeugt der CX-6e mit 468 Litern Kofferraum, 80 Litern Frunk und viel Platz im Fond. Die digitalen Außenspiegel funktionieren besser als erwartet und die umfangreiche Ausstattung bietet viel Komfort.

Schwächen gibt es vor allem bei der Software. Übersetzungen wirken teilweise noch unausgereift und die Sprachsteuerung hat bei komplexeren Formulierungen Probleme. Auch das riesige 26-Zoll-Display bringt für den Beifahrer weniger Mehrwert als erwartet. Insgesamt ist der Mazda CX-6e aber ein komfortables, leises und langstreckentaugliches Elektro-SUV zu einem vergleichsweise fairen Preis.

 

Dieser Text ist auf der Basis unseres YouTube Videos mit einer automatischen Transkription entstanden.

Über den Autor

Matthias Luft

Autor Matthias Luft faszinieren effiziente Motoren, moderne Designs und die neusten Fahrerassistenzsysteme.

Kommentieren...

Mit dem Absenden des Kommentars übermittelten Sie uns Ihren Namen, Ihre E-Mail-Adresse, Ihre IP-Adresse, Ihre URL (sofern angegeben) und Ihren Kommentartext. Gleichzeitig stimmen Sie ausdrücklich der Speicherung und der Veröffentlichung des Kommentars zu. Die Veröffentlichung erfolgt ohne E-Mail- und IP-Adresse. Diese Daten dienen dem Schutz vor Missbrauch der Kommentarfunktion (SPAM) und werden anschließend automatisch gelöscht. Wir behalten uns vor, Kommentare ohne Angabe von Gründen nicht zu veröffentlichen.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.