Im Gelände gefahren: VW Transporter T6 Rockton

Kein Wunder, dass gerade ein Nutzfahrzeug häufig mit Allradantrieb bestellt wird. Von der Transporter-Baureihe von Volkswagen verlässt beispielsweise ein Viertel der Fahrzeuge die Fertigung mit dem Allradantrieb 4Motion. Mit dem T6 Rockton gibt es jetzt einen Transporter als Arbeitsgerät mit serienmäßig 30mm mehr Bodenfreiheit, einer mechanischen Hinterachsdifferenzialsperre und 4Motion in Serie.

Auch heute sind noch VW Transporter der vierten Generation mit dem Schriftzug “Synchro” auf dem Heck unterwegs: Diese Bezeichnung für eine Viskokupplung wich 2003 mit dem Start des T5 der Lamellenkupplung und damit dem Namen 4Motion. Diese Form des variablen Allradantriebs wurde bis heute immer weiter optimiert, um sie z.B. bei mangelnder Traktion reaktionsschneller zu machen. Im Normalfall wird nur die Vorderachse angetrieben. Erst wenn es an Grip mangelt, werden die Hinterräder stufenlos und schnell zugeschaltet.

Transporter Rockton: Gelände-Basisausstattung serienmäßig
Ein serienmäßiger Allradantrieb ist nett, reicht aber noch lange nicht, wenn man mit dem Transporter etwas tiefer ins Gelände gehen will. Trotz der erhöhten Bodenfreiheit gibt es bei tief eingefahrenen Spuren oder auch starkem Gefälle schnell mal die Möglichkeit, dem Unterboden ordentlich zuzusetzen. Als Sonderausstattung sollte man für den härteren Einsatz deshalb die separaten Unterfahrschutz-Elemente für Motor, Getriebe, Hinterachsdifferenzial, Hauptschalldämpfer, Seitenschweller und Tank mit einplanen. Für Waldarbeiten müssen in der Regel neben Personen auch Arbeitsgeräte zum Einsatzort transportiert werden. Optional kann man den Rockton mit einem Schienenboden ausstatten lassen um verschiebbare Einzelsitze oder eine Gitterwand zur Abtrennung des Gepäckraums zu integrieren. Serie ist neben dem Stahl-Reserverad auch der coole Rockton-Schriftzug auf den geschlossenen Seitenwänden links und rechts und der Sitzbezug “Mesh” in Kunstleder, der besonders robust sein soll. Wie schon im Crafter sorgt ein rutschfester, gummierter Boden dafür, dass Schmutz schnell wieder entfernt werden kann. In der Lackierung “Grape Yellow” für gut 200 Euro Aufpreis sollte er sich im Wald zudem auch aus der Ferne leicht finden lassen.

16-Zoll Räder mit All Terrain Reifen auf dem Rockton suchen Grip im Matsch-/Lehmgemisch

VW Transporter Rockton fräst sich durchs Gelände
Optional nachgebaute Offroadparcours aus Stahlgestänge sind langweilig und praxisfremd. Deshalb wagten wir uns in ein privates Waldgebiet mit einer Größe von 9.000 Hektar, das locker Liechtenstein verschluckt und in dessen naturbelassener Offroadumgebung man schnell mal die Orientierung verlieren kann. Im Frühjahr sind dort einige Lichtungen getrocknet, große Teile aber von Matsch und Wasser dominiert. Wir sind mit dem 2.0 TDI mit 110 kw (150 PS) und manueller 6-Gang Schaltung unterwegs. In einer extrem idyllischen Umgebung starten wir neben einem kleinen Flusslauf ins Gelände. Schon nach wenigen Metern wird der Waldweg extrem matschig, lässt aber noch Spuren unserer Vorgänger erkennen.

Nicht kartografiert: 9.000 Hektar naturbelassener Wald bei Frankfurt

Der größte Vorteil ist hier zunächst die (wenn mit 30mm auch nicht stark) erhöhte Bodenfreiheit des Rockton. Bei den vorausfahrenden Kollegen sehen wir, dass trotz der tief eingefahrenen Spur noch jede Menge Platz ist, bis der Boden des Transporters den Waldboden zu berühren droht. So genau lässt es sich bei dem Gewackel nicht feststellen, aber in der Regel kommen wir hier noch ausschließlich frontgetrieben voran. Weiter gehts bergauf und an einer Bilderbuchstelle für Traktionsprobleme: Einer extrem matschigen Kurve, die dazu noch recht steil bergauf führt. Hier heißt es: Sanft anfahren und im ersten Gang gleichmäßig Gas geben – bloß nicht mit der Kupplung spielen und dank unnötiger Stopp&Go Befehle die Traktionskontrolle durcheinanderbringen. Bleibt man sanft auf dem Gas und gibt der Elektronik trotz vermeintlich durchdrehender Räder einfach 2-3 Sekunden Zeit, geht es problemlos weiter. Der 4Motion Antrieb verteilt die Kraft optimal an die vier Räder. Damit erklimmt man auch matschige Steigungen, die von unten kaum zu bewältigen aussehen.

VW Transporter Rockton: Nicht Post Gelb sondern “Grape Yellow”

Intelligente Offroadhelfer serienmäßig
Überhaupt macht es Spaß, mit einem klassischen Handschalter im Gelände unterwegs zu sein. Traktionsprobleme werden noch viel schneller spürbar als bei modernen Automatikgetrieben, die den Fahrer doch ein Stück weit vom Offroadgeschehen entkoppeln. Sowohl bei Automatik- als auch manueller Schaltung gibt es bei den Offroadern im Volkswagen Nutzfahrzeuge Angebot einen Offroad-, bzw. Bergabfahr-Assistenten. Erkennt der Assistent ein Gefälle ab 8%, unterstützt er intelligent bei der Abfahrt: Auch bei stark unebenen, steilen Hängen kann man die Bremse todesmutig loslassen und der Transporter wird durch automatische Bremseingriffe sicher und in der optimalen Geschwindigkeiten bergabfahren. Das verhindert den Kontrollverlust bei zu schnellen Bergabetappen und ein mögliches Aufsetzen der Frontschürze. Auch das Hinterachsdifferenzial lässt sich über eine Taste in der Mittelkonsole sperren. Ein Berganfahrassistent ist selbstverständlich ebenfalls Serie.

Mit einer coolen Optik und Gelände-Basics wie einer erhöhten Bodenfreiheit kann man mit dem Transporter Rockton wesentlich tiefer ins Gelände vordringen, als man meinen möchte. Auch eine 50 Zentimeter tiefe Wasserdurchfahrt beeindruckt den Rockton nicht. Unser Testwagen war mit All-Terrain Reifen ausgestattet. Selbst in stark matschigen und lehmigen Böden musste die Traktionskontrolle während mehrerer Stunden Fahrt nur geringfügig Regeln – außer das Lehm-Matsch-Gemisch war wirklich tief. Mit Heavy Terrain Reifen dürfte nochmal deutlich mehr gehen. Verfügbar ist der T6 Rockton als 2.0 TDI mit 110 kW und 6-Gang Schaltung oder 150 kW mit 6-Gang Schaltung oder 7-Gang Doppelkupplungsgetriebe. Er startet ab 45.000 Euro.

Volkswagen Transporter Rockton 2.0 TDI

Leistung/Drehmoment 110 kW (150 PS) / 340 Nm
Getriebe:6-Gang Doppelkupplungsgetriebe
Antrieb:Variabler Allradantrieb 4Motion
Höchstgeschwindigkeit179 km/h
Leergewicht2.067 kg
Zul. Gesamtgewicht3.200 kg
Verbrauch angegeben6,6 Liter / 100 Km
Laderaumvolumen5.800 L
Lackierung: Grape Yellow
Preisab 45.000 EUR

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