Fahrberichte Volkswagen

Neuer Golf R Variant im Test im Alltag und auf der Rennstrecke

Wir waren mit dem neuen Golf R Variant unterwegs: Er leistet mittlerweile 320 PS und hat seine Fahrdynamik gegenüber des Golf VII nochmal (deutlich) verbessern können.


Der Golf R Variant von außen: kaum Unterschiede zum Hot Hatch

Was optisch gleich ins Auge fällt, ist die geringe Bodenfreiheit. Der Golf R Variant liegt 2 cm tiefer als die Serie und damit um 1 cm tiefer als der Golf GTI Clubsport. Das Performance-Paket unseres Testwagens bringt die 19-Zoll Räder mit, hinter denen kraftvolle 18 Zoll-Scheibenbremsen in in Lapiz Blau zu erkennen sind. Auch die Schweller entsprechen der ausgewählten Lackierung, wobei in der Serie mit Weiß, Schwarz und Lapiz Blue Metallic lediglich drei Farben zur Auswahl stehen. Dafür macht das Black Style Paket einiges her. Die Dachreling, die Außenspiegel und alle Elemente, die ansonsten in Chrom glänzen, inklusive der Felgen, treten in einem satten Schwarz auf. Diese Maßnahme der Designer verleiht dem Golf R Variant ein durchaus aggressiveres, ein sportlicheres Aussehen.

Die Heckklappe ist mit der regulären Serie nahezu identisch. Einzig die Sportabgasanlage mit jeweils zwei Endrohren auf jeder Seite ist auffällig. Im Gegensatz zum Hot Hatch Golf R ist im Variant keine Abgasanlage von Akrapovič verfügbar und es wird auch zukünftig keine angeboten. Ebenso die Front gleicht der Serie fast im Detail. Allerdings sind die großen Lufteinlässe an beiden Seiten kein Fake, sondern leiten tatsächlich Luftmengen in Richtung Bremsen. Zum Performance-Paket unseres Golf R Variant im Test gehört das IQ.Light, also die trendigen LED-Matrix-Scheinwerfer, die inklusive Licht-und-Sicht-Paket daherkommen. Was natürlich nicht fehlen darf ist das stylishe “R”, mit dem sich dieser Golf Variant als Rennsportler ausweist.

Cockpit, Sitze und Ladevolumen im Golf R Variant

Zur Serie beim Golf R Variant gehören die Top-Sportsitze, wie Volkswagen sie nennt. Diese sind bequem und mit der Kombination von Mikrofaser sowie Leder auch ungemein praktisch. Gegen einen kräftigen Aufpreis sind Vollledersitze aus Nappa erhältlich. Werden diese eingebaut, finden sich im Infotainment-System auch die Bedienungselemente für die Sitzlüftung. Ebenfalls aufpreispflichtig sind die Netztrennwand und die abgedunkelten Seitenscheiben hinten sowie die getönte Heckscheibe, so wie bei unserem Golf R Variant als Testwagen. Im Kofferraum stehen 611 Liter Ladevolumen zur Verfügung. Werden die Rücksitze weggeklappt, erhöht sich das Stauvolumen auf stolze 1.640 Liter.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass unser Test-Golf R Variant über eine Anhängerkupplung verfügt. Damit ist er das erste Volkswagen R Modell mit Anhängerkupplung. Sie ist versteckt im Heck untergebracht. Erst auf Knopfdruck an der rechten Innenwand der Ladezone fährt die Anhängerkupplung aus, muss dann aber per Hand arretiert werden. Bei einem Neuwagen nicht problematisch, doch im alltäglichen Gebrauch sind Handschuhe notwendig, um Dreck an den Fingern zu vermeiden. Die Hängerkupplung ist ausgelegt für Zuglasten bis 1.900 kg bei einer Stützlast von maximal 80 kg.

Mit dem Golf R Variant auf der Rennstrecke

Unser gezeigter Golf R Variant wird vom 2.0 TSI 4Motion angetrieben, der 235 kW, sprich 320 PS, leistet. Für die Kraftübertragung sorgt das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Eine Besonderheit ist das Differential hinten. Dieses erlaubt im Gegensatz zur Haldex Kupplung nicht nur die gleichmäßige Kraftverteilung auf die Vorder- sowie Hinterräder dieses Vierradantriebs. Auch die beiden hinteren Räder können mit dem “R Performance Torque Vectoring” ungleich mit Kraft versorgt werden, beispielsweise bei Kurvenfahrten. In der Folge gibt es beim Golf R Variant selbst beim starken Beschleunigen aus einer Kurve heraus kaum mehr Gripverluste. Dieser Golf R liegt auf der Straße, als würde er auf Schienen laufen. Er ist so einfach zu handhaben, dass selbst Fahrer mit wenig Rennerfahrung vorsichtig aber unbesorgt eine Proberunde auf einer Rennstrecke wagen können.

Die 320 PS sind eine ausreichende Leistung, um diesen Golf auf sportliche Weise zu beschleunigen. Deshalb braucht er fü die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h lediglich 4,9 Sekunden, also nur 0,2 Sekunden mehr als der Hot Hatch Golf R. Normal beträgt die Höchstgeschwindigkeit 250 km/h. Unser Test-Golf R Variant ist allerdings mit dem Performance Paket ausgestattet, weshalb beachtliche 270 km/h möglich sind. Zum schnellen Erreichen der Vmax hilft auch der beim Golf R Variant um 4 % verbesserte Luftwiderstand. Neben dem sportlichsten DCC Setup “Race” verfügt dieser Golf R Variant über den Drift-Mode. Wird er aktiviert, versagt das 7-Gang-DSG auf Wunsch seinen Dienst. Alle Schaltvorgänge müssen oder dürfen dann vom Fahrer durchgeführt werden. Wartet dieser aber beim Beschleunigen zu lange mit dem Hochschalten, fährt der Motor in den Drehzahlbegrenzer, was leichter Drifts ermöglicht.

VW Golf R Variant: Ladevolumen, Verbrauch & Komfort im Alltag

Generell ist dieses Modell deutlich sportlicher aufgestellt, als es Golffahrer von der Serie gewohnt sind. Wird der Golf R Variant per Tastendruck in den Komfort-Mode gezwungen, verwandelt sich der spritzige Rennwagen in eine geräumige Familienkutsche, ohne den sportlichen Anstrich ganz zu verleugnen. Komfort im Golf R Variant bedeutet eine weniger harte Federung und die Innengeräusche sind angenehm leise. Selbst bei zügiger Geschwindigkeit auf der Landstraße oder Autobahn liegt der Geräuschpegel im sehr moderaten Bereich. Permanentes Dröhnen von der Abgasanlage gibt es nicht.

Den von Volkswagen angegebenen Durchschnittsverbrauch von 7,7 l/100 km konnten wir im Test (natürlich) nicht erreichen. Unser Testverbrauch lag bei etwas über 10 Litern. Es ist sicher möglich, den Kombi auch unterhalb dieser magischen Marke zu fahren, aber nur in im Drive Mode Komfort (Eco gibt es beim R nicht) und mit einem sehr bedächtigen Gasfuß. Der Mindestpreis für den Golf R Variant liegt bei 51.000 Euro, wobei dann allerdings  einige (für uns) wichtige Ausstattungsmerkmale fehlen, darunter der Travel Assist. Unser recht gut ausgestatteter Testwagen kostet neu etwas mehr als 66.000 Euro. Noch mehr Details zeigen wir in unserem Video inklusive Soundcheck und Test auf der Rennstrecke:

Leistung/Drehmoment 235 kW (320 PS) / 420 Nm
Hubraum1.984 cm³
Getriebe:7-Gang DSG Serie
Antrieb:Allradantrieb
AbgasnormEuro 6d–ISC-FCM
0-100 km/h:4,7 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit250 km/h
Leergewicht1.461 kg
Verbrauch angegeben7,0 Liter / 100 Km
Kofferraumvolumen381 / 1.270 L
Felgen18 Zoll Serie, max. 19
Anhängelast1.900 Kg, 80 Kg Stützlast
Basispreis50.305€
Testwagenpreisca. 66.000 €

Über den Autor

Matthias Luft

Autor Matthias Luft faszinieren effiziente Motoren, moderne Designs und die neusten Fahrerassistenzsysteme.

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