Dies und das

Formel 1 – Auf in neue Zeiten

Die Formel 1 ist wieder einmal äußerst spannend. In den vergangenen Jahrzehnten war die Königsklasse des Sports oft als langweilig verschrien. So gab es immer wieder einen einzelnen Fahrer, welcher das Geschehen dominierte. So gab es mit Michael Schumacher, Sebastian Vettel und Lewis Hamilton viele Jahre mit demselben Triumphator. Deren Siegessträhnen wurden nur von den spannenden Jahren rund um Jenson Button, Kimi Räikkönen und Nico Rosberg unterbrochen. Das alles hat sich geändert. Im abgelaufenen Jahr haben wir die spannendste Formel 1 Saison der Geschichte erlebt und auch dieses Jahr gibt es viel Action in den Rennen. Kein Wunder, dass es Interesse an neuen Rennställen in der Formel 1 gibt.



Die Rezeptur der Gerüchteküche

In den vergangenen zehn Jahren sind nur zwei neue Rennställe in die Formel 1 eingestiegen (Haas F1 und Racing Point/Aston Martin). Allein in der Dekade davor gab es 13 neue Rennställe. Es gibt jedoch gewichtige Gründe, warum Neueinsteiger in der Formel 1 so selten sind. Von den 13 Rennställen sind inzwischen nur mehr die beiden von Red Bull unterstützten Rennställe in der Königsklasse vertreten. Es ist schwierig, in der Formel 1 Fuß zu fassen und mit den bestehenden Topteams mitzuhalten. Einen ganz neuen Rennstall zu erstellen und die Infrastruktur und das Know-how selbst zu erarbeiten ist eine fast unmögliche Aufgabe, wenn man dabei erfolgreich sein will – nicht zuletzt aufgrund der Finanzen. In den nächsten Jahren könnten Neueinstiege jedoch wieder interessanter werden. So soll ab 2026 das Motoren-Reglement neu geschrieben werden, wobei ab dann ein Hybridmotor verwendet wird. Zusätzlich gibt es seit ein paar Jahren eine Kosten-Obergrenze, wodurch weniger finanzstarke Teams in der Zukunft besser mithalten sollen. Das ruft einige Interessenten auf den Plan. So ist Volkswagen an einem Einstieg mit den Marken Audi und Porsche interessiert. Zwischen Porsche und Red Bull sind die Gespräche bereits fortgeschritten, es könnte schon in dieser Saison eine Verkündung der Zusammenarbeit geben. Anstatt nur den Motor zur Verfügung zu stellen, scheint Audi an einem eigenen Rennstall interessiert zu sein. So steht man derzeit in Verhandlungen mit McLaren. Die Briten hätten bereits das gewünschte Know-how und die entsprechende Infrastruktur. Ebenfalls interessiert ist weiterhin Andretti. Hier besteht weiterhin die Hoffnung, ein 11. Team an den Start zu bringen.

Die Formel 1 als Internetstar

Doch nicht nur die neuen Motorenregeln, die Kosten-Obergrenze und das damit verbundene Interesse von neuen Teams sorgt für eine Aufbruchsstimmung im Sport, auch in den Medien wird die Formel 1 immer beliebter. Dabei liegt der Fokus hier auf drei Ebenen: Netflix, Sportwetten und der YouTube-Kanal. Mit der Netflix Dokumentation „Drive to Survive“ wird mittlerweile seit vier Jahren der Sport neuen Fans nähergebracht und hinter den Szenen beleuchtet. Vor allem in den ersten beiden Jahren konnte mit der spannenden Dokumentation neue Fans gewonnen werden. Mittlerweile ist die Serie jedoch berechtigter Kritik ausgesetzt, nachdem Funksprüche vertauscht und offensichtlich Drama inszeniert wurde. Den Aufschwung an Beliebtheit sieht man auch bei den Sportwetten. So gehört die Formel 1 zu den beliebtesten Sportarten im Repertoire eines Wettanbieters. Die Buchmacher in Deutschland und Österreich, aber auch die Sportwetten der Schweiz sehen in der Königsklasse steigendes Interesse. Vorläufiger Höhepunkt der Spannung war sicherlich die WM-Entscheidung in der letzten Runde des finalen Grand Prix, in der Verstappen Hamilton überholen und damit Weltmeister werden konnte. Erlebnisse wie diese, machen den Fans definitiv Lust auf mehr.
Zu guter Letzt ist der YouTube-Kanal der Formel 1 bekannt für den interessanten Inhalt. Hier werden die Höhepunkte der aktuellen und vergangenen Rennen gezeigt und die Zuschauer bekommen mittlerweile einen tieferen Einblick in die Funksprüche und technischen Aspekte des Motorsports.

Spannender Kampf und besseres Racing

Natürlich hat der Aufschwung der Formel 1 nicht nur mit neuer Motorenregel, einer Kostengrenze, einer Netflix Serie, Sportwetten und YouTube zu tun. Um diese Optionen überhaupt attraktiv zu machen, benötigt es hartes und spannendes Racing. Dieses zeigt die Formel 1 in den vergangenen Jahren. Selbst als Lewis Hamilton zum siebten Mal Weltmeister wurde, gab es im Mittelfeld spannende Rad-an-Rad Überholmanöver und Spannung bis zum Schluss. Dieser Trend wurde in dieser Saison noch einmal verstärkt. Während an der Spitze weiterhin Red Bull, Mercedes und Ferrari fahren, gibt es im Mittelfeld keine Favoriten. So kann an einem guten Tag hier fast jedes Team für eine Überraschung sorgen. Zuletzt in Australien als McLaren plötzlich nur mehr knapp hinter Mercedes war, nachdem man in den ersten beiden Rennen noch weit von einer solchen Performance entfernt war. Ähnliches gilt für Haas, die seit dieser Saison wie ein Punktekandidat wirken. Und dann gibt es noch Alpine. Esteban Ocon sammelt bereits fleißig Punkte, sein Teamkollege Fernando Alonso hat dagegen viel Pech. Wegen eines technischen Defekts musste er in Australien den Traum von der Pole Position begraben. Im Rennen fiel er wegen Grainings zurück auf den letzten Rang.

Die Formel 1 ist wieder für ihre Spannung bekannt. Mit den diesjährigen Veränderungen der Autos wurde ein weiterer, wichtiger, Grundstein dafür gelegt, dass die Zuschauer wieder mehr Racing und Spannung sehen können. Das ist wichtig, wenn man die Zuschauer, welche man über das Internet und Spannung gewinnt, auch behalten möchte. Dann wird die Formel 1 auch für weitere Hersteller wieder eine echte Option und ein interessanter Markt.

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Motoreport Redaktion

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