Fahrbericht: Golf Sportsvan 2018 1.5 TSI mit 130 PS

Brauchen Klassiker, die eine so spezielle Zielgruppe bedienen, wie der Golf Sportsvan, überhaupt eine Generalüberholung beim Design? Wir finden nein. Knapp ein Jahr nach dem Golf VII Update hat VW nun auch dem Sportsvan alle neuen Infotainmentsysteme, LED Scheinwerfer und ein paar neue Linien und Farben spendiert. Am spannendsten: Der neue 1.5 TSI mit Zylinderabschaltung und 130 PS.

Golf Sportsvan Comfortline in Cranberry Red mit 17 Zoll Felgen (225/45)

Kleines Design Update: Voll-LED Heckleuchten jetzt immer Serie
Von außen fallen die Änderungen am Golf Sportsvan nur geringfügig auf: Man hat seine Linienführung ein bisschen minimalistischer gezeichnet, vor allem hat man die Stoßfänger vorne und hinten überarbeitet. Das Heck erinnert nun stärker an den Touran. Auch das Tagfahrlicht der neuen Voll-LED Scheinwerfer (Serie in der Highline) sehen dem Touran sehr ähnlich. Bleibt man bei den Halogen Scheinwerfern (Xenon gibt es nicht mehr), bekommt man auch unterhalb dieser ein LED-Tagfahrlicht in Form von vier LED-Punkten. Am ehesten dürften man den neuen Sportsvan auf der Straße an seinen neuen Heck-Scheinwerfern erkennen: Sie sind nun in allen Ausstattungsvarianten in LED-Technik ausgeführt und bringen ein neues, eigenes Design mit. Neu im Repertoire ist unter anderem unsere Farbe Cranberry-Red und die bei unserem Testwagen montierten 17-Zoll Felgen. Wir sind die Comfortline gefahren, in der sonst serienmäßig 16 Zöller montiert sind.

Serie der Highline: Die neuen Voll-LED Scheinwerfer

Cockpit mit neuen Infotainmentsystemen und neuem MuFu-Lenkrad
Das Interieur des Sportsvan bringt zum Jahr 2018 ebenfalls nur geringfügige Änderungen mit. Selbst im Vergleich zum Ur-Golf Plus aus dem Jahr 2004 hat sich in Sachen Sitzposition und Anordnung nahezu nichts geändert. Volkswagen bringt nun die neuen Infotainmentsysteme ins Cockpit. Vom Composition Colour (Serie) übers Composition Media, Discover Media ist bis zum Discover Pro alles verfügbar. Wir empfehlen (wie bei uns verbaut) explizit das Discover Media: Dieses Composition Media erweitert um die Navigationsfunktion bringt schließlich im Gegensatz zum Discover Pro noch zwei physische Drehregler mit und ist statt für 2.500 € (Discover Pro) für nur gut 1.000 € bestellbar. Ab der Comfortline gibt es das neue  MuFu-Lenkrad serienmäßig, manche Features wie das Active Info Display sind im Golf Sportsvan nicht verfügbar. Dafür sitzt es sich auf den Komfort-Sitzen (= eine Stufe “besser” als in der Trendline) sehr bequem. Der Sportsvan kann vor allem mit seinen Ablagen punkten: In der Mittelkonsole ist gibt es nicht nur zwei Becherhalter, sondern auch die verschiebbare Mittelarmlehne mit Stauraum darunter immer inklusive.

Rückbank serienmäßig um 18 Zentimeter nach vorne/hinten verschiebbar
Bleibt der Fahrersitz auf meine Größe von 1.80 Metern eingestellt, sitze ich auch dahinter noch wahnsinnig komfortabel. Die Beinfreiheit ist wirklich erstaunlich, 5 Zentimeter mehr Radstand als im Golf tragen dazu bei. Im Gegensatz zum Tiguan Allspace sieht man dem Sportsvan von außen gar nicht an, wie geräumig er ist und wie viel Kopffreiheit doch im Fond noch bleibt. Für eine genaue Sitzprobe im Fond empfehlen wir unser Video zum Sportsvan. Die Rückbank kann man serienmäßig um 18 cm nach vorne und hinten verschieben und entsprechend den Kofferraum vergrößern. Für die rückwärtigen Passagiere gibt es eine Lüftungsdüse in der Mittelkonsole, jedoch auch optional keine dritte Klimazone wie z.B. im Touran. Der Kofferraum bietet im “kleinsten” Zustand ein Volumen von 590 Liter, maximal sind 1.520 Liter möglich, wobei das Volumen je nach Position des Ladebodens und der Rückbank natürlich variabel ist. Einer der Hauptgründe, sich einen Golf Sportsvan (statt des normalen Golfs) zu kaufen ist übrigens nach wie vor die Sitzposition: Diese ist 8,5 cm höher als im klassischen Golf.

Mit einer Größe von 1.72 reist es sich im Fond auch auf der Langstrecke absolut komfortabel

Neuer 1.5 TSI mit aktiver Zylinderabschaltung: 130 oder 150 PS Version?
Wir sind den neuen Golf Sportsvan mit dem 1.5 TSI Benziner mit 130 PS (96 kW) in Verbindung mit dem manuellen 6-Gang Schaltgetriebe gefahren. Der 1.5 TSI nennt sich auch 1.5 TSI ACT, letzteres steht für das aktive Zylindermanagement. Seit Juli 2017 gibt es den 1.5 TSI eben auch mit 130 PS. Mit diesem rein frontgetriebenen Antrieb mit 200 Nm Drehmoment schafft es der Sportsvan in 9,6 Sekunden auf Tempo 100. Entlang spanischer Küstenstraßen kommt man mit dem 130 PS Benziner richtig gut voran. Geht es nur geradeaus bzw. liegt auf dem 1.5 TSI nur eine geringe Last, kommt die aktive Zylinderabschaltung zum Tragen, die nach Bedarf 2 der 4 Zylinder abschaltet, um Kraftstoff zu sparen. Das geschieht übrigens völlig unbemerkt. Die Multifunktionsanzeige informiert, dass man sich im 2-Zylinder Modus befindet. Auch wenn man mit dem geringen Gewicht (knapp 1.4 Tonnen) des Golf Sportsvan mit dem 130 PS TSI gut vorankommt, gibt es doch immer wieder Steigungen, an denen man einmal mehr Kuppeln muss und man sich vielleicht ein bisschen mehr Drehmoment gewünscht hätte. Wer also 50 Nm mehr Drehmoment und 20 PS mehr haben möchte, sollte gleich zum größeren 1.5 TSI mit 150 PS greifen: Der kommt außerdem schon serienmäßig mit DSG. Auch für den 130 PS Version würden wir das optionale 7-Gang DSG empfehlen. Es holt einfach mehr aus dem relativ kompakten Motor mit “nur” 200 Nm raus und nimmt zudem das heutzutage unnötige manuelle Schalten ab.

Jetzt immer Serie: Die Heckscheinwerfer in LED-Technik mit neuer Lichtsignatur

Extrem komfortables Fahrwerk zum gemütlichen Cruisen
In Sachen Fahrwerk zeigt sich der Sportsvan extrem komfortabel. Treibt man es sehr sportlich, kann man mit dem Golf Sportsvan natürlich leicht ins Wanken geraten, da der deutlich höhere Schwerpunkt im Vergleich zum Golf sich auch mit den adaptiven Dämpfern (optional) nicht kompensieren lässt. Vor allem auf der Langstrecke und beim gemütlichen Cruisen ist der Sportsvan aber für Fahrer und Passagiere sehr komfortabel und dazu noch sehr leise. Den Verbraucht gibt VW mit 5 Litern an, wir haben im ersten Test ca. 7 Liter verbraucht.

Fahrerassistenz: Jetzt auch mit Stau-, Trailer- und Emergency Assist
Der Sportsvan ist auch einer der “letzten” in der VW Modellpalette, denen diese Assistenten noch gefehlt haben. Wer sich eine ACC in Verbindung mit DSG bestellt, kann sich nun über teilautonomes Folgefahren im Stau (bis max. 60 km/h) freuen. Schläft man bei aktiviertem Lane Assist mit ACC ein oder wird ohnmächtig, erkennt der Emergency Assist die zu lange am Lenkrad fehlenden Hände. Er löst dann nach mehreren Warnungen zunächst einen Bremsruck aus. Wacht der Fahrer dennoch nicht auf, bringt er den Sportsvan sicher zum Stehen. Mit dem Trailer Assist lassen sich auch Anhänger leichter manövrieren. Zudem gibt es den Notbremsassistenten Front Assist nun auch mit Fußgängerkennung.

Am spannendsten am Golf Sportsvan sind neben den Infotainment- und Assistenzsystemen die neuen Antriebe: Neben den 1.0 TSI Dreizylindern gibt es zwei neue, spritzige Vierzylinder 1.5 TSIs mit Zylinderabschaltung. Wir empfehlen eigentlich alle Motoren eher mit 7-Gang DSG statt Handschaltung, da man mit dem 7 Gängen mit blitzschnellen Schaltvorgängen einfach mehr aus den Motoren holt. Zwei Diesel (115 und 150 PS) folgen im nächsten Jahr.

Golf Sportsvan Comfortline 1.5 TSI ACT 130 PS / 96 kW

Leistung/Drehmoment 96 kW (130 PS) / 200 Nm
Getriebe6-Gang
AntriebFrontantrieb
0-100 km/h9,6 Sekunden
Hoechstgeschwindigkeit202 km/h
Leergewicht1.385 kg
Verbrauch angegeben5.1 Liter / 100 Km
Kofferraumvolumen / umgeklappt590 / 1.520 L
Einstiegspreis (1.5 TSI Comfortline)26.225 Euro
Testwagenpreis35.690 Euro
Unser Testwagen konfiguriertDatenblatt (PDF)

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.