Assistenzsysteme Lexus

Im Test: Digitale Außenspiegel des Lexus ES300h

Wir testen zum ersten Mal digitale Außenspiegel: Die des Lexus ES300h. Es gibt sie nur in der höchsten Ausstattung “Luxury Line” und auch dann kosten sie nochmal 2.000€ extra. Lohnt sich die Sonderausstattung?


Gutes Bild am Tag und bei Regen

Am Tag und bei Regen funktionieren die digitalen Außenspiegel ausgesprochen gut. Perspektive, Bildqualität und Zoom-Funktionen sind beeindruckend gut gelöst. Wir haben die Spiegel nach dem ersten Einsteigen in den ES300h gar nicht eingestellt, schließlich befindet sie sich ja immer an der gleichen Stelle. Trotzdem kann der Bildausschnitt auf Wunsch eingestellt werden. Die Einstellung erfolgt, wie bei den “mechanischen” Spiegeln, über einen kleinen Joystick innen an der Fahrertür. Die Mini-Screens sind 5 Zoll groß und können in der Helligkeit in mehreren Stufen eingestellt werden. Auch das Symbol für den Toter-Winkel-Warner wird direkt in ihnen angezeigt. Die Auflösung ist zwar nicht ultra-hochauflösend, dafür läuft das Videobild aber sehr stabil. Lexus behauptet, den Toten Winkel mit den digitalen Spiegeln nahezu eliminiert zu haben. Wie man in unserem Video sieht, ist der Tote Winkel zwar klein, aber immer noch da. Dank der geschickten Positionierung der Spiegel sind sie sowohl im Spray-Test als auch bei echtem Regen erstaunlich gut vor Spritzwasser geschützt. Selbst unser direkt aufgesprühter Glasreiniger würde nach wenigen Sekunden vom Fahrtwind entfernt!

Digitaler Spiegel auf der Beifahrerseite des Lexus ES300h

Extras: Abstandslinien, automatischer Zoom

Lexus nutzt die Digitalisierung der Spiegel, um jenseits eines einfachen Bildes auch weitere Informationen ins Bild zu packen. Diese können optional aktiviert werden. So werden z.B. blaue Abstandsmarker dargestellt: in 5, 10 und 15 Meter Schritten. Bei höheren Geschwindigkeiten schaltet sich eine weitere Linie zu, die 30 Meter Abstand anzeigt. Fährt man bei langsamen Geschwindigkeiten eine Kurve oder öffnet man bei Stillstand die Tür, zoomt die Ansicht automatisch “heraus”. In diesem Weitwinkelmodus ist es dann so gut wie unmöglich, herannahende Autos, Fahrradfahrer oder andere Verkehrsteilnehmer zu übersehen. Beim Parken werden praktische Abstandslinien – ähnlich wie bei der PDC- angezeigt.

Nur bei Nacht haben die digitalen Seitenspiegel ihre Schwächen.

Eingeschränkte Sicht bei Nacht

Bei Nacht waren wir von der Grafik und der Kameraqualität nur wenig begeistert. Die kleine Kamera tut sich mit dem Einfangen von Licht bei Dunkelheit extrem schwer. So sieht man im Gegensatz zu einem klassischen Spiegel praktisch keine Spurmarkierungen. Das Licht, das von diesen Reflektiert wird, können die kleinen Kameras kaum einfangen. Wie wir auch an dieser Stelle in unserem Video zeigen, werden auch überholende Fahrzeuge (auf der Autobahn) nur sehr schwammig und undeutlich dargestellt. Hier gelingt dem System einfach kein Kontrast zwischen den Scheinwerfern eines Fahrzeugs und der dunklen Umgebung.

Die digitalen Außenspiegel funktionieren technisch sehr gut – Nachtfahrten ausgenommen. Auch bei Regen gibt es so gut wie gar keine Einschränkungen. Im besten Falle sieht man bei Regen sogar viel mehr als mit einem verschmutzten klassischen Spiegel. Ein Heizelement sorgt für klare Sicht auch bei Frost. Leider gibt es die Mirrorcams nur in der höchsten Ausstattungsvariante und auch dort kosten sie satte 2.000 € Aufpreis. Noch ist mit den digitalen Spiegeln selbst für uns als Technik-Fans noch kein so Großer Vorteil erkennbar, als dass wir sie uns konfigurieren würden.

Über den Autor

Matthias Luft

Autor Matthias Luft faszinieren effiziente Motoren, moderne Designs und die neusten Fahrerassistenzsysteme.
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