Cupra Fahrberichte

Cupra Raval VZ Test: Der sportliche ID. Polo?

Mit dem neuen Cupra Raval bringt Cupra erstmals einen vollelektrischen Kleinwagen auf die MEB-Plus-Plattform des VW-Konzerns. Technisch eng verwandt mit dem kommenden ID. Polo, setzt der Raval allerdings klar auf ein sportlicheres Auftreten, ein emotionaleres Design und ein deutlich dynamischeres Fahrgefühl. Im ersten Fahrtest zeigt sich schnell: Der Spanier will nicht einfach nur ein weiteres Elektroauto für die Stadt sein.


Sportlicher Auftritt mit eigenständigem Charakter

Schon optisch hebt sich der Cupra Raval deutlich von seinen Konzernbrüdern ab. Besonders auffällig ist die aggressive Frontgestaltung mit den markanten LED-Leuchten und dem typischen Kupfer-Logo. Unser Testwagen steht in der auffälligen Lackierung „Plasma Iridescent“, die aktuell noch nicht im Konfigurator verfügbar ist.Interessant: Viele gezeigte Ausstattungsdetails befinden sich derzeit noch nicht final im Konfigurator. Das betrifft unter anderem die optionalen Matrix-LED-Scheinwerfer inklusive beleuchtetem Frontlogo. Trotz der Nähe zum ID. Polo verfolgt Cupra beim Raval einen klar sportlicheren Ansatz. Der Wagen liegt 15 Millimeter tiefer als die Plattformbasis und fährt serienmäßig mit Sportfahrwerk vor. Optional soll außerdem ein adaptives DCC-Fahrwerk verfügbar sein. Dazu kommen breitere Reifen, eine verbreiterte Spur und bis zu 19 Zoll große Felgen. Insgesamt wirkt der Raval deutlich dynamischer als die eher nüchternen Konzern-Geschwister.

Elektrische Türgriffe und Digital Key

Wie schon beim Konzeptfahrzeug setzt Cupra auch im Serienmodell auf elektrisch ausfahrbare Türgriffe. Die fahren beim Ent- und Verriegeln automatisch aus beziehungsweise ein. Im Alltag funktioniert das grundsätzlich gut, auch wenn die Lösung weiterhin etwas gewöhnungsbedürftig wirkt. Spannender ist der neue Digital Key. Der digitale Fahrzeugschlüssel lässt sich direkt per Smartphone nutzen und kann an mehrere Personen freigegeben werden. Die Funktion steckt aktuell zwar noch in der finalen Abstimmung, soll aber künftig einen klassischen Fahrzeugschlüssel weitgehend ersetzen.

Kompakter Innenraum mit modernen Displays

Im Innenraum zeigt sich der Raval deutlich moderner als bisherige Elektro-Modelle von Cupra. Besonders positiv fällt das neue Lenkrad mit echten Tasten auf. Die früheren Touchflächen aus dem Cupra Born gehören damit der Vergangenheit an. Serienmäßig verbaut Cupra ein 10,25 Zoll großes Fahrerdisplay sowie ein großes Zentraldisplay mit rund 12 bis 13 Zoll. Die Darstellung wirkt hochauflösend und modern. Das Infotainment basiert auf Android und erlaubt theoretisch die Installation zahlreicher Apps. Android Auto läuft stabil und flüssig. Zusätzlich gibt es neue Darstellungen für Verkehrszeichen, Assistenten und Navigation. Typisch Cupra bleibt dagegen die Touchleiste für Lautstärke und Klimabedienung. Volkswagen setzt beim ID. Polo inzwischen wieder stärker auf klassische Tasten. Das optionale Ambientelicht mit animiertem „Interaction Light“ zieht sich quer durchs Cockpit und sorgt besonders nachts für eine sehr moderne Atmosphäre.

Überraschend komfortabel trotz Sportfahrwerk

Auf schlechten Straßen rund um Barcelona zeigt sich der Cupra Raval überraschend komfortabel. Trotz der sportlichen Ausrichtung federt der kleine Elektro-Cupra sauber ab und bleibt angenehm ruhig. Besonders interessant wird es mit dem optionalen DCC-Fahrwerk. Hier lässt sich die Abstimmung in mehreren Stufen anpassen – von komfortabel bis deutlich straffer. Die Sitzposition fällt sportlich aus, das Platzangebot hinten bleibt allerdings klassentypisch begrenzt. Für lange Fahrten mit fünf Erwachsenen ist der Raval nicht gedacht. Positiv fällt dagegen der Kofferraum auf. Mit 440 Litern bietet der kleine Cupra sogar mehr Stauraum als der kommende ID. Polo.

226 PS und elektromechanisches Sperrdifferenzial

Im Raval VZ arbeitet der neue APP92-Elektromotor an der Vorderachse. Die Leistung liegt bei 166 kW beziehungsweise 226 PS. Dazu kommen 290 Newtonmeter Drehmoment. Den Sprint auf 100 km/h erledigt der Elektro-Kleinwagen in rund 6,8 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 175 km/h. Besonders spannend: Der Raval VZ besitzt ein elektromechanisches Sperrdifferenzial an der Vorderachse. Gerade bei sportlicher Fahrweise dürfte das für zusätzliche Traktion sorgen. Per Schaltwippen am Lenkrad lässt sich außerdem die Rekuperation anpassen – inklusive One-Pedal-Driving.

Neue MEB-Plus-Plattform sorgt für Effizienz

Technisch basiert der Raval auf der neuen MEB-Plus-Plattform. Im Vergleich zum Cupra Born setzt Cupra hier auf Frontantrieb sowie kompaktere und leichtere Akkus. Im VZ kommt serienmäßig der große 52-kWh-Nettoakku zum Einsatz. Kleinere Varianten sollen später zusätzlich folgen. Im Test lag der Verbrauch bei rund 16 kWh pro 100 Kilometer. Damit erscheinen Reichweiten von über 400 Kilometern durchaus realistisch. Außerdem wiegt der Raval mit rund 1.600 Kilogramm deutlich weniger als ein Cupra Born. Das macht sich sowohl beim Verbrauch als auch beim Fahrgefühl positiv bemerkbar.

Moderne Assistenzsysteme mit verbessertem Travel Assist

Auch bei den Assistenzsystemen legt Cupra deutlich nach. Besonders der neue Travel Assist hinterlässt im Test einen guten Eindruck. Der adaptive Spurwechsel funktioniert inzwischen deutlich harmonischer als bei früheren VW-Konzernmodellen. Das System reagiert natürlicher und akzeptiert inzwischen auch kleinere Lücken beim Spurwechsel. Zusätzlich wurden die Warnhinweise sowie die Menüstruktur modernisiert. Insgesamt wirkt das Assistenzsystem deutlich erwachsener und zuverlässiger. Viele der erweiterten Funktionen stecken allerdings im optionalen Drive Pack, das rund 1.500 Euro Aufpreis kostet.

Preis: Einstieg günstig, voll ausgestattet deutlich teurer

Cupra nennt aktuell einen Einstiegspreis von rund 26.000 Euro für den Raval. Allerdings fehlen momentan noch einige Optionen im Konfigurator. Mit umfangreicher Ausstattung, großen Felgen, Assistenzpaketen und weiteren Extras landet ein gut ausgestatteter Raval VZ schnell bei rund 40.000 bis 42.000 Euro. Damit positioniert sich der sportliche Elektro-Kleinwagen klar oberhalb klassischer Kleinwagen – bietet dafür aber auch deutlich mehr Technik und Performance.

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Dieser Text ist auf der Basis unseres YouTube Videos mit einer automatischen Transkription entstanden.

Über den Autor

Matthias Luft

Autor Matthias Luft faszinieren effiziente Motoren, moderne Designs und die neusten Fahrerassistenzsysteme.

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