Audi • Fahrberichte

Audi A2 e-tron Test: Die Alternative zum ID.3 Neo

Audi A2 e-tron: Mehr als nur ein ID.3 Neo

Der Audi A2 e-tron ähnelt auf den ersten Blick dem ID.3 Neo. Vor allem die Silhouette und die Proportionen erinnern an das Volkswagen-Modell. Die Unterschiede liegen allerdings in vielen Details. In der Basis kostet der Audi rund 4.000 Euro mehr als der ID.3 Neo. Dafür bietet er unter anderem ein aufwendigeres Cockpit, mehr Kofferraumvolumen, eine elektrische Heckklappe und die Möglichkeit, einen Anhänger mit bis zu 1,6 Tonnen zu ziehen.


Aerodynamik und Design

An der Front setzt Audi auf eine deutlich andere Lichtsignatur. Mit den Matrix-LED-Scheinwerfern gibt es vier Tagfahrlicht-Signaturen, davon drei statisch und eine dynamisch. Die Scheinwerfer sind außerdem aufgeteilt und ermöglichen durch zahlreiche einzelne LEDs eine Matrix-Lichttechnik. Auch aerodynamisch wurde viel optimiert. Der Unterboden ist weitgehend verkleidet, wodurch die Luft besser am Fahrzeug entlangströmen kann. Mit einem cw-Wert von 0,24 liegt der Audi damit besser als der ID.3 Neo mit etwa 0,26 beziehungsweise 0,27. Das kann ungefähr eine Kilowattstunde Verbrauch auf 100 Kilometer ausmachen. Bei den Felgen gilt: Die 20-Zöller sehen besonders gut aus, die 19-Zöller sind dafür effizienter.

Elektrische Türgriffe und praktische Details

Eine Besonderheit sind die elektrischen Touchtürgriffe. Zum Öffnen genügt eine Berührung, allerdings braucht es beim Schließen etwas Gewöhnung. Audi hat für den Notfall vorgesorgt: In jeder Tür soll eine Art Mini-Powerbank bis zu 40 Schließvorgänge ermöglichen, selbst wenn das Fahrzeug keine reguläre Stromversorgung mehr hat. Auch am Heck gibt es Unterschiede zum ID.3 Neo. Die Heckklappe ist höher und erleichtert das Beladen. Optional gibt es eine elektrische Heckklappe. Außerdem kann der Audi mit einer halbautomatisch ausfahrenden Anhängerkupplung ausgestattet werden, mit der bis zu 1,6 Tonnen gezogen werden können.

Kofferraum und Fitlock-System

Beim Kofferraum bietet der Audi mit 396 Litern etwas mehr Volumen als der Volkswagen. Bei umgelegten Rücksitzen stehen maximal 1.336 Liter zur Verfügung. Je nach Ausstattung gibt es außerdem einen doppelten Ladeboden und einen vorderen Stauraum. Interessant ist das sogenannte Fitlock-System. Dabei handelt es sich um ein magnetisches Befestigungssystem, mit dem sich verschiedene Zubehörteile im Fahrzeug befestigen lassen. Zum Start gibt es unter anderem einen Becherhalter und eine Tasche, weitere familienfreundliche Lösungen sollen folgen. Auch hier versucht Audi, praktische „Simply Clever“-Ideen in die Fahrzeugklasse zu bringen.

Innenraum und Cockpit

Im Innenraum wird der Unterschied zum ID.3 Neo besonders deutlich. Das Cockpit erinnert an größere Audi-Modelle wie den A6 e-tron und verfügt über ein großes Curved Display mit zwei Bildschirmen. Dazu kommen hochwertige Materialien und je nach Ausstattung elektrisch verstellbare Sitze. Die beiden induktiven Ladeschalen für Smartphones gehören zur Serienausstattung und können jeweils mit bis zu 25 Watt laden. Durch die Belüftung und die Positionierung soll das Smartphone auch bei Kurvenfahrten sicher liegen bleiben. Zusätzlich gibt es USB-C-Anschlüsse. Auch die hinteren Türen sind mit hochwertigen Mikrofaser- beziehungsweise stoffähnlichen Materialien ausgekleidet. Das wirkt hochwertig und soll gleichzeitig Geräusche im Innenraum reduzieren.

Technik und Assistenzsysteme

Bei der Bedienung setzt Audi auf bekannte Lösungen. Die Gangwahl erfolgt über einen Bedienhebel, während weitere Funktionen über die Bedienelemente im Innenraum gesteuert werden. Eine adaptive Geschwindigkeitsregelung ist bereits serienmäßig an Bord. Für den adaptiven Fahrassistenten Plus mit aktivem Lenken wird dagegen das umfangreichste Technikpaket benötigt. Der Notfallassistent ist ebenfalls serienmäßig verfügbar. Erkennt das Fahrzeug beispielsweise, dass der Fahrer nicht mehr reagiert, kann es innerhalb der Spur anhalten. Für weitergehende Funktionen, etwa einen automatischen Spurwechsel nach rechts, ist wiederum der adaptive Fahrassistent Plus erforderlich.

Akku, Motoren und Reichweite

Bei den Akkus gibt es auf den ersten Blick einen Unterschied zum ID.3 Neo, tatsächlich sind die Größen jedoch vergleichbar. Audi gibt die Kapazität brutto an: Aus 84 kWh brutto ergeben sich 78 kWh netto. Die bessere Aerodynamik hilft dabei, den Verbrauch zu reduzieren. Für die effizienteste Variante werden bis zu 640 Kilometer Reichweite angegeben. Im Test wurden etwas mehr als 12 kWh auf 100 Kilometer erreicht. Audi nennt über die verschiedenen Varianten hinweg ungefähr 13 bis 13,5 kWh. Die kleineren Varianten mit 140 kW nutzen den effizienten APP350-Antrieb. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei den meisten Varianten bei 160 km/h. Die stärkste Variante mit 240 kW schafft dagegen 200 km/h.

Audi A2 e-tron oder ID.3 Neo?

Am Ende bleibt die entscheidende Frage: Lohnt sich der Aufpreis gegenüber dem ID.3 Neo? Der Audi bietet mehr Möglichkeiten, ein deutlich aufwendigeres Cockpit, eine elektrische Heckklappe und die Möglichkeit, bis zu 1,6 Tonnen zu ziehen. Gleichzeitig kostet er in der Basis rund 4.000 Euro mehr. Wie hoch der Preisunterschied bei entsprechend ausgestatteten Topvarianten tatsächlich ausfällt, hängt von den Technikpaketen ab. Gerade deshalb bleibt spannend, wie sich der Audi A2 e-tron im Alltag und im ausführlichen Fahrtest schlägt. Mit seiner guten Effizienz, dem umfangreichen Cockpit und den mittlerweile auf Volkswagen-Niveau liegenden Assistenzsystemen bringt er jedenfalls einige Argumente mit.

 

Dieser Text ist auf der Basis unseres YouTube Videos mit einer automatischen Transkription entstanden.

Über den Autor

Matthias Luft

Autor Matthias Luft faszinieren effiziente Motoren, moderne Designs und die neusten Fahrerassistenzsysteme.

Kommentieren...

Mit dem Absenden des Kommentars übermittelten Sie uns Ihren Namen, Ihre E-Mail-Adresse, Ihre IP-Adresse, Ihre URL (sofern angegeben) und Ihren Kommentartext. Gleichzeitig stimmen Sie ausdrücklich der Speicherung und der Veröffentlichung des Kommentars zu. Die Veröffentlichung erfolgt ohne E-Mail- und IP-Adresse. Diese Daten dienen dem Schutz vor Missbrauch der Kommentarfunktion (SPAM) und werden anschließend automatisch gelöscht. Wir behalten uns vor, Kommentare ohne Angabe von Gründen nicht zu veröffentlichen.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.