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Apps im Auto – Smarte Sache oder gefährliche Ablenkung?

Nachrichten per Sprachbefehl aufrufen, Musik über Spotify spielen oder Termine erstellen und verwalten – Android Auto® und Apple CarPlay® machen das Auto smart. In jüngster Zeit werden auch immer mehr Büroanwendungen mit ordentlich PS versehen. Aber sind solche Apps nützlich oder eine Gefahr im Straßenverkehr? Das will der Lehrstuhl für Marketing & Innovation der Universität Bayreuth in einem Forschungsprojekt klären. Ein Gastartikel von Cristopher Kopplin im Rahmen einer Studie der Universität Bayreuth.


Was sind Kollaborationsapps?

Kollaborationsapps im Auto versprechen das bislang größtmögliche Maß an Flexibilität den eigenen Arbeitstag nach Vorlieben und Bedürfnissen anzupassen oder bisher ungenutzte Zeit produktiv zu investieren. Automobilhersteller bieten immer häufiger die Möglichkeit, die Autos durch eine Verbindung von Infotainment System und Smartphone smart zu machen. So sind mittlerweile über 500 Automodelle mit Apple CarPlay® und Android Auto® ausgestattet. Die Systeme der beiden Tech-Riesen machen so das Auto und dessen Bedienelemente zum Zugangspunkt für Apps.

Während es Fernsprecheinrichtungen und Navigationssysteme schon seit etlichen Jahren gibt, ermöglichen Kollaborationsapps nun auch die Interaktion mit den Geräten während der Fahrt. So können Terminpläne per Spracheingabe abgefragt, E-Mails vorgelesen oder eigene Nachrichten verschickt werden. Vor allem in Hinblick auf den Arbeitsalltag, der für viele aus Pendeln und langen Autofahrten besteht, werden neue Möglichkeiten eröffnet. Die Zeit im Auto könnte dabei ideal genutzt werden, um bereits erste Aufgabe zu erledigen. Staus werden dank Fahrassistenzsystemen zur Nebensache. Tatsächlich werden laut einer Studie aus dem Jahr 2006 bei 40% aller Fahrten Aufgaben neben dem eigentlichen Fahren erledigt. Eigens für das Auto konzipierte Kollaborationsapps könnten diesen Trend weiter stärken.

Ist das wirklich smart?

Textbasierte Kollaborationsapps wie Microsoft Teams oder Slack gewinnen zunehmend an Bedeutung und haben ihren Siegeszug über eine Reihe an Geräten von Desktop-Computern über Laptops und Tablets hin zu Smartphones und Smartwatches angetreten. Eine Unterstützung im Auto scheint dabei nur der nächste logische Schritt.  Problematisch wird es allerdings, wenn der Umgang mit den Apps zur Hauptsache wird und so vom Geschehen auf der Straße ablenkt.

Studien zeigen, dass  Fahrer in 80% aller Verkehrsunfälle kurz vor dem Unglück den Blick von der Straße abgewendet haben. So gilt das  Nachrichten schreiben auf dem Handy schon seit Jahren als häufige Unfallursache. Neben der rein visuellen Ablenkung können Kollaborationsapps auch zu manueller oder kognitiver Ablenkung führen. Beispielsweise wenn die Hände vom Lenkrad genommen werden, um die App zu bedienen oder wenn sich die Fahrerin oder der Fahrer mehr auf die App als auf den eigentlichen Verkehr konzentrieren muss.

Die Gefahr, die mit dieser möglichen Ablenkung durch das smarte Fahren einhergeht, beeinflusst die Akzeptanz für Kollaborationsapps sowohl bei Fahrern als auch beim Gesetzgeber und wird in den nächsten Jahren an Bedeutung gewinnen. Diese Auswirkung wird im Moment von der Universität Bayreuth am Lehrstuhl für Marketing und Innovation untersucht. Ihr könnt Teil dieser Untersuchung werden: In einer kurzen Umfrage könnt ihr eure Einschätzung zu Kollaborationsapps und deren Ablenkungspotenzial geben und so die Forschung zu diesem Thema vorantreiben. Dafür müsst ihr keinerlei Erfahrung mit Kollborationsapps haben.

Die Umfrage findet ihr hier. Vielen Dank für eure Teilnahme!

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Motoreport Redaktion

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