Zu Besuch in Audis Entwicklungslaboren

audi simulator

Nicht jeden Tag hat man die Gelegenheit, bei Audi hinter die Kulissen zu schauen. In Ingolstadt wurden aktuelle Entwicklungen in verschiedenen Laboren präsentiert, darunter die Themen vernetzte Mobilität, Licht, Bedienung, Sound und Haptik.

Tasten, Drehregler und andere Bedienelemente fühlen sich in Audis, wie schon mehrfach gelobt, nicht ohne Grund einfach gut und geschmeidig an. Hinter den Klick-Geräuschen des MMI steckt nämlich jede Menge Entwicklungsarbeit. So werden z.B. im Haptik-Labor mehrere Entwürfe von Bedienflächen verschiedener Größen und Materialien angefertigt, bis nach einigen Monaten das gewünschte „Touch and Feel“ erreicht ist. Häufig liegen gute Ergebnisse im Detail: Nicht nur ergonomisch sollte alles stimmen, sieht der Fahrer einen Chromring, erwartet er ein eher kühles Gefühl beim Anfassen. Von mattem Kunststoff wie am Touchpad erwartet er i.d.R. eine leicht raue Rückmeldung, was dann auch so umgesetzt wird. Außerdem darf in keinem Audi das Klick-Feedback der Tasten fehlen. Im Gegensatz zu oft „toten“ Knöpfen von Mitbewerbern erhält der Fahrer eine mechanische Rückmeldung, dass z.B. eine Funktion aktiviert wurde. Zum perfekten Audi-Feeling gehört unter anderem auch, dass sich alle Tasten mit gleich viel Kraftaufwand drücken lassen sollen. Ein paar wenige Abweichungen gibt es: Die Taste für die Handbremse benötigt für ein authentischeres Feedback minimal mehr Kraftaufwand.

audi mmi haptik

Prototypen fürs MMI (so z.B. im A3), finale Version oben links

Ein paar Türen weiter befindet sich das Lichtlabor. Besonders beeindruckend – wenn auch nicht ganz neu – sind etwa die Matrix LED Scheinwerfer des Audi A8, die durch mehrere Spiegel auf Überlandstrecken sozusagen permanent mit Fernlicht betrieben werden können, entgegenkommende Autos werden von einfach vom Lichtkegel ausgeblendet und somit nicht geblendet. Außerdem in Richtung Sicherheit zielt eine um einen Laserstrahl erweiterte Nebelschlussleuchte: Sie projiziert eine Laser-Linie durch den Nebel in Richtung Fahrbahn. Diese ist deutlich leichter zu erkennen als gewöhnliche Rückschlussleuchten und bilden für den nachfolgenden  Verkehr neben einer expliziten Warnung eine Art „psychische Barriere“ vor dem Durchfahren des roten Lichts. Auch das neue Laser-Fernlicht, das im Audi R8 LMX zum Einsatz kommt, stammt aus diesem Keller. Es erreicht die doppelte Leuchtweite des Voll-LED-Scheinwerfers und wird ab 60 km/h aktiv.

audi laser nebel

„Laser-Nebelschlussleuchte“

Zur MMI-Entwicklung gehört bei Audi auch ein Fahrsimulator, in dem Probanden auf neue Bedienkonzepte losgelassen werden. Die Halle für die Fahrsimulation besteht aus einem Audi A6, der komplett von 17 halbrunden Leinwänden umgeben ist. Ein aufwändiger Aufbau, der aus einer Halle mithilfe mehrerer Projektoren und ganzen 25 Computern ein absolut realistisches Fahrszenario erstellt. Verschiedene Straßen- und Witterungsverhältnisse sowie andere Länder können dargestellt werden. Man kann nicht nur durch die Frontscheibe nach draußen blicken, auch alle anderen Blickwinkel wie die Seitenscheiben oder die Spiegel werden von der Simulation abgedeckt. Auf dem Foto sieht man im Cockpit des A6 mehrere schwarz-weiße QR-Codes. Anhand der Codes kann mit Kameras gemessen werden, wie lange sich sein Blick an gewissen Stellen und Bedienelementen aufhält (Eyetracking) und welche Bedienkonzepte oder -Methoden optimiert werden müssen. Natürlich werden Infotainmentsysteme auch auf Sicherheit im Straßenverkehr geprüft. Fällt der Blick zu lange Weg von der Straße, muss der Grund hierfür gefunden werden.

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Die QR-Codes dienen zur digitalen Auswertung des Fahrer-Blicks.

Auch das brandneue Audi Tablet gab es zu bestaunen, dazu und zu virtuellen Cockpits gibts mehr Infos bei Autophorie und Autogefühl. Zum pilotierten Einparken gib es hier schon einen Artikel.

Fotos: Audi

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