Ausprobiert: o2 Car Connection Kit

o2 car connection

Mit dem Car Connection Kit macht sich o2 sein mittlerweile ganz ansehnliches mobiles Datennetz zu Nutze und stellt Auto-Interessierten eine nette Schnittstelle mit Informationen zum Fahrzeug und dem Fahrverhalten zur Verfügung. Ob sich die aktuell 9 Euro / Monat lohnen, kommt auf die Erwartungen an.

Extrem simples Setup
Das Car Connection Kit funktioniert mit einem OBD Stecker. OBD, eine genormte Steckerverbindung, die in so ziemlich allen Fahrzeugen der letzten 10-15 Jahre an Bord ist, ist (auch für die Werkstatt) der digitale Diagnosezugang zur Bordelektronik. Die Installation ist einfach, um nicht zu sagen idotensicher. Man lädt die App aus dem Appstore oder Playstore auf sein Smartphone. Sie führt extrem anschaulich und unmissverständlich durch das Setup. Das besteht daraus, App und Modul miteinander zu verbinden. Statt Nummern einzugeben können direkt Barcodes gescannt werden. Der OBD-Stecker muss zum Abschluss mit dem Fahrzeug verbunden werden. Je nach Modell verbirgt sich der Steckplatz an den unterschiedlichsten Stellen im Cockpit. Bei meinem A3 ist er im Fußraum auf der Fahrerseite leicht zugänglich. Stimmt alles, blinkt er in blau. Eine kurze Testfahrt aktiviert ihn endgültig und alle verfügbaren Daten sind in der App zu sehen.

Mitloggen von Fahrstrecken
Eine Stärke des Car Connection Kits ist das Mitloggen von Fahrstrecken. Das funktioniert ganz gut, allerdings setzt das Modul nicht ständig GPS-Punkte und unterschlägt somit bei einer Strecke gerne Mal eine Kurve. Es ist zwar meist eindeutig, wo man unterwegs war, allerdings können die Kilometer-Angaben in manchen Fällen nicht mehr mit denen des Tachos übereinstimmen. Auch als eine Art Überwachungswerkzeug kann das System genutzt werden, wenn z.B. mehrere Personen wie etwa Familienmitglieder ein Auto nutzen. Push-Notifications (Ihr Wagen X hat gerade eine Strecke von Y Kilometern zurückgelegt) gibts optional aufs Smartphone. Im Rahmen der Ortungsdienste kann man sich auch anzeigen lassen, wo man seinen Wagen geparkt hat – was in manchen Situationen sehr hilfreich sein kann. Die Angaben stimmen hier i.d.R. auf den Meter genau. Nach 20 Tagen Standzeit meines A3 schienen allerdings Modul und App ihre Verbindung verloren zu haben – weder meine Fahrerbewertung noch mein Fahrzeug tauchte mehr in der App auf. Zur Not half dann der Blick ins Webportal, wenn auch der Kilometerstand von 119.000 mit dem tatsächlichen Wert von knapp 70.000 nichts zu tun hat.

Darstellung über die Weboberfläche

Auslesen von technischen Daten
Bei den technischen Informationen über meinen Audi A3, die für mich am spannendsten gewesen wären, gibt es den ein oder anderen Mangel. Infos über einen erfolgreichen Check von Systemen sind z.B. zum Ladedruck, dem Abgassensor oder zur Kraftstoffversorgung verfügbar. Auch ob die Ladung der Batterie in Ordnung ist, wird angezeigt. Das ist alles ganz nett, insbesondere da an dieser Stelle natürlich auch Fehlercodes, die ausgelesen wurden, angezeigt werden. In der o2 Werbung wurde aber etwa auch der Tankstand angezeigt, was bei meinem A3 nicht zu funktionieren scheint. Das wäre der einzige Wert gewesen, der hin und wieder interessant gewesen wäre, da mein Auto oft wochenlang steht und ich nicht mehr weiß, ob ich direkt weit fahren kann oder erst noch tanken muss.

Fahrstilanalyse teils missverständlich
Eine weitere Haupt-Funktion soll die Fahrstilanalyse sein. In der App werden Bewertungen zum Abbremsen, starken Beschleunigen, der Häufigkeit des Leerlaufs und der Höchstgeschwindigkeit angezeigt. Daraus wird eine Fahrerbewertung von 1-100 berechnet, wobei 100 fantastisch ist. Laut o2 fahre ich mit 68 Punkten also vermutlich annehmbar. Mein Bordcomputer des 1.6 TDI mit 105 PS zeigt einen Durchschnittsverbrauch von 5,4 Litern / 100km, weshalb ich mir selbst schon ein bisschen mehr Punkte gegeben hätte. Offen bleiben auch Fragen, wieso ich auf einer Strecke 2 Mal eine „Vollbremsung“ durchgeführt haben soll, die nicht stattgefunden hat oder auch wie sich die Bewertung für „Nachtfahren“ zusammensetzt, obwohl ich in den Tagen meines Tests nicht mal bei Dunkelheit unterwegs war. Netterweise lässt sich mit dem Effizienz-Ranking auch gegen Freunde antreten und Ergebnisse in Social Media Kanälen teilen.

o2 Fahrtenbuch App
Mit dem dem OBD-Modul von o2 kann auch die App „o2 Fahrtenbuch“ betrieben werden. Hinter dieser App steckt die bereits vor ein paar Monaten getestete Software von Vimcar. In unserem Test führte eine der Fahrten statt in die Bamberger Garage angeblich an die Küste von Westafrika. Ein Ergebnis, das wir mit der Vimcar-eigenen App „Spots“ auch in einem mehrwöchigem Test zum Glück nicht erreicht haben. Auch wenn die o2 Fahrtenbuch App sonst recht zuverlässig funktioniert, dürfte das Vimcar Modul für ein zuverlässiges Aufzeichnen wohl besser geeignet sein.

Insgesamt bietet das o2 Car Connection Kit ein paar nette Visualisierungen zu technischen Daten des Fahrzeugs sowie zu zurückgelegten Strecken. Für exakte oder gar rechtsgültige Informationen sollte man derzeit aber nicht darauf zurückgreifen. Dafür wirkt die Technik aktuell einfach noch zu unfertig.

Fotos: Telefonica/o2, Motoreport

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: Am 8. September 2015 gefunden … | wABss

  2. Das ist auch meine Erfahrung mit dem CarConnectionKit. Außer, dass bei mir jede fünfte Fahrt unterschlagen wurde. Da habe ich mit einem händischen Fahrtenbuch deutlich weniger Ärger.

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