Erste Eindrücke: Neuer Volkswagen T6 Multivan

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Auch wenn VW was anderes behauptet, so besitzt der Erfolgstransporter in der nun sechsten Generation rein äußerlich viel DNA des alten T5, gerade wenn man ihm mit dem 1. Facelift der T5 Generation vergleicht. Geändert haben sich zwar Scheinwerfer und Rückleuchten, Frontschürze sowie Heckschürze ebenso wie Motorhaube und Heckklappe, aber eben nur in geringen Nuancen. Insgesamt wirkt das Design einen Tick moderner und straffer, es wurden aber keine Experimente gemacht, sondern das recht zeitlose und unverkennbare „Bulli“ Design wurde beibehalten.

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VW Multivan in Candy-Weiß/Kirschrot mit 18 Zoll Felgen „Disc“ und 255/45 Bereifung

Ein Gastartikel von Camillo Pfeil. Was optisch besonders auffällt ist das Sondermodell des Multivan in der Ausstattungslinie „Generation SIX“, welche es nur zum Launch des Fahrzeugs geben wird. Neben inkludierten Sonderausstattungen im In- und Exterieur ist die Retro Zweifarblackierung in vier Kombinationen ein echter Blickfang. Besonders gut gefallen hat mir die Kombination aus Kirschrot und Candyweiß. Mit Blick auf die Zukunft dürfte dieses Sondermodell auch besonders werterhaltend sein.

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Natürlich beschränkt sich die sechste Generation der T-Baureihe nicht nur auf den Multivan. Erhältlich ist der T6 in drei Grundkategorien: Nutzfahrzeug (Kastenwagen, Kombi und Pritsche), Großraumlimousine (Multivan und Caravelle) sowie Freizeitmobil (California). In unserem Fahrbericht beschränken wir uns auf den Multivan, da wir nur diesen auf der Fahrveranstaltung gefahren sind.

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Während sich äußerlich nur wenig getan hat, wurde das Cockpit allerdings grundlegend überarbeitet und bietet nun eine klare Linienführung, mehr Übersicht und bessere Ablagemöglichkeiten. Das Layout gefällt und auch die passend zur Außenfarbe lackierten Elemente wie das Handschuhfach in Rot sind stimmig und runden den positiven Gesamteindruck ab. Lieblos ist nur das oben in das Armaturenbrett eingelassene Ablagefach. Das man sich in einem Nutzfahrzeug befindet merkt man nur an der Haptik, welche durch Hartplastik dominiert wird. Hier hätte ich bei einem Preis von rund 60.000 Euro etwas mehr erwartet. Eingezogen in die Mittelkonsole ist auch das neue Discover Media (Plus) Infotainments-System, welches wir in ähnlicher Form schon aus dem Golf, Passat oder anderen Konzernfahrzeugen kennt. Der berührungsempfindliche Bildschirm mit Näherungssensor lässt sich gut und reaktionsschnell bedienen und bietet neben online Verkehrsinformationen, mobilen Apps wie Tankstellensuche, Wetter, Newsreader, etc. auch die neusten Technologien zum Verbinden mit dem Smartphone wie Android Auto, Apple CarPlay und Mirrorlink. Ebenso lässt sich das Infotainmentsystem per App fernsteuern.

Der Sitzkomfort ist wie gewohnt gut und eignet sich hervorragend für die Langstrecke. Was im T5 oft bemängelt wurde waren die lauten Innenraumgeräusche. Diese sind nun weg, wenngleich es hinten noch etwas lauter ist als vorne. Bekannt ist der Multivan auch für sein variables Innenraumkonzept. Mit Leichtigkeit lässt sich bspw. die hintere Sitzbank ohne Ausbau verschieben, um so mehr Kofferraumvolumen freizugeben. Ebenso kann man die Sitze auch leicht umklappen und eine gerade Liegefläche herstellen. Wer arbeiten möchte klappt einfach den Tisch in der Mitte aus. Somit habt ihr quasi euer mobiles Office und Hotel in einem.

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Technisch wurde der neue T6 ebenfalls aufgewertet und hat ein paar Fahrerassistenzsysteme aus dem Konzernregal bekommen. Darunter bspw. der Front Assist sowie einen Abstandstempomaten, der automatisch den Abstand zum Vordermann/frau hält, abbremst und beschleunigt und bei kurzer Standzeit auch selbstständig wieder anfährt (in Kombination mit der Automatik). Ebenso praktisch ist der Totwinkel Assistent. Ein Spurassistent und eine Verkehrszeichenerkennung finden sich im T6 wie im Caddy nicht, diese bleiben wohl der Pkw-Sparte vorbehalten. Weiterhin nützlich ist die Rückfahrkamera, die beim rangieren recht hilfreich ist, wenngleich der T6 eine sehr gute Rundumsicht bietet und sich trotz seiner großen Abmessungen leicht wie ein Pkw steuern lässt. Was bei der Kamera allerdings aufgefallen ist, dass Lenkbewegung nicht mittels Linien im Display dargestellt werden.

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Ebenso ist im neuen Multivan ein adaptives Fahrwerk, kurz DCC, erhältlich, welches neben einer normalen Stellung die Modi Komfort und Sport bietet. Volkswagen hatte hierzu eine nette Schotterpiste ausgewählt, auf der man gut die Unterschiede erfahren konnte. Merkt man auf Sport deutlich die Unebenheiten, welche ungefiltert an den Fahrer und die Karosserie weitergegeben werden, werden sie im Komfort Modus deutlich weggefiltert. Auf der Landstraße habe ich bevorzugt jedoch den Sport Modus gewählt, da sich der Bulli so einfach etwas straffer und dynamischer fahren lässt. Dennoch bleibt der Transporter ein Transporter und kein sportliches Auto. Man kommt mit ihm gemütlich und entspannt von A nach B und wenn man möchte auch schnell. Als Topmotorisierung stehen sowohl ein 150KW Benziner als auch Selbstzünder zur Auswahl. Der Diesel wahlweise mit Automatik und Allrad, der Benziner nur mit Allrad und DSG. Bevorzugen würde ich persönlich immer den Diesel. Er bietet einfach den besseren Durchzug, einen deutlich geringen Kraftstoffverbrauch und bewegt die knapp 2,5 Tonnen Gewicht leichtfüßiger.

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Insgesamt hat die sechste Generation Transporter einen guten Eindruck bei mir hinterlassen. Auch wenn das Design nicht wirklich grundlegend verändert wurde, hat sich qualitätsmäßig zum Vorgänger doch einiges getan. Ebenfalls neu sind die Fahrerassistenzsysteme, das Infotainment sowie die Motorenpalette. Ein würdiges „Facelift“ auf dem Weg zum perfekten Bulli.

Ein ausführliches Video-Review zum neuen T6 gibts wie immer bei Autogefühl, weitere Fahrberichte bei Mein-Auto-Blog, Automativ und der-auto-blogger.de.


2.0 TDI (204 PS)
4Motion
Hubraum: 1.968 cm³
Leistung: 204 PS (150 kW)
Maximales Drehmoment: 450 Nm
Getriebe: 7-Gang-DSG
Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h
Verbrauch ang. komb.: 6,6 l/100 km
Leergewicht: 2.469 Kg

2.0 TSI (204 PS)
Hubraum: 1.984 cm³
Leistung: 204 PS (150kW)
Maximales Drehmoment: 350 Nm
Getriebe: 7-Gang-DSG
Höchstgeschwindigkeit: 202 km/h
Verbrauch ang. komb.: 9 l/100 km
Leergewicht: 2.330 Kg

Text: Camillo Pfeil; Fotos: Camillo Pfeil, Volkswagen

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