Markant: Jeep Renegade Limited 1.4 MultiAir

jeep renegade omaha orange

Seit 2014 wird der Jeep Renegade gemeinsam mit dem Fiat 500X in Melfi gebaut. Ein Jeep also, der sich sehr vieles von der italienischen Dachmarke leiht, ohne die DNA seiner eigenen Marke zu verlieren. Im Gegenteil: Der Renegade weiß auf seine ganz besondere Art zu überzeugen, geht mit seinem Stil zurück zu den Jeep Wurzeln und lässt von außen nichts vom 500X erahnen. Im Test: Der mittlere Benziner 1.4 MultiAir mit 140 PS und 6-Gang Handschaltung.

Der absoluter Hingucker ist beim Renegade die Farbe Omaha Orange, besonders wenn man sie als Zweifarb-Lackierung in Kombination mit schwarzem Dach bestellt (890 EUR) . Dieses extrem knallige Orange in Verbindung mit den silber-schwarzen 18 Zoll Felgen ist sicherlich die schönste Kombination für den kleinen SUV. In der Formensprache des Renegade steckt jede Menge Symbolik: So findet sich beispielsweise der Jeep-typische sieben-wabige Kühlergrill wieder, die auffälligen Taillights vorne erinnern an das ursprüngliche Herkunftsland der Marke Jeep.

jeep renegade orange

Bei den von außen recht eckigen Formen des Renegade könnte man meinen, dass es im Inneren eher unbequem und Nutzfahrzeug-artig rau zugeht. Aber nein: Vom scheinbar kastenförmigen Chassis merkt man von innen nichts, vielmehr kommt einem der Fiat 500 in den Sinn. Die Sitzposition ist angenehm hoch, auch auf der Langstrecke kommt aber kein Mini-Jeep Feeling auf sondern es sitzt sich stets bequem. Egal ob das Touchscreen-Navi, die Klimaautomatik oder Ablageflächen: Alles ist optimal einfach zu erreichen. Das Innenraum-Design geht auch nicht zulasten der Klimatisierung: Die vier Lüftungsdüsen sind separat regelbar und verteilen die kalte Luft auch im Hochsommer zugfrei.

jeep renegade 2015 interieur

Überraschend viele Elemente darf sich der Renegade vom größten seiner Familie, dem Grand Cherokee leihen. So z.B. die Tachoeinheit, die mit ihrem gelungenen halb-digitalem Design stark an den Luxus-Jeep erinnert. Das Mittelteil der Tachoeinheit besteht aus einer digitalen Anzeige, die sehr variabel verschiedensten Fahrdaten, Navigationsanweisungen oder auch hübsche Animationen anzeigen kann. Bei Dunkelheit blendet sie nicht, bei starker Sonneneinstrahlung ist sie perfekt ablesbar. Auch die übersichtliche und praktische Bedienung des Multifunktionslekrads hat man aus dem großen Häuptling übernommen. Bei der Bedieneinheit der Klimaautomatik hat man sich ebenfalls im Konzernregal bedient: Sie findet sich genauso in der Alfa Romeo Giulietta.

jeep renegade

Im Test: Turbobenziner 1.4 MultiAir mit 140 PS
Kleine Benziner sind häufig Spaßbremsen oder Effizienz-Vernichter in SUVs. Der Jeep Renegade ist aber kein dickes Schlachtschiff, sondern mit seinen knapp 1.4 Tonnen durchaus, je nach Bedarf, mit einem kleineren Aggregat sehr gut bestückt. Unser 1.4 MultiAir Turbobenziner ist der „mittlere“ Benziner im Renegade. Er ist nur mit Frontantrieb lieferbar. Darunter positioniert ist der 1.6 Liter E-torQ mit nur 110 PS und 5 Gängen. Der Spitzenbenziner ist ebenfalls ein 1.4 Turbo mit 170 PS, in dem Fall aber in Serie mit 9-Gang Automatik und Allradantrieb.

jeep renegade light
Wie beim Fiat Pendant 500X passt der 1.4 MultiAir einfach gut zum Konzept des City SUV. Im Stadtverkehr ist man richtig spritzig unterwegs. Häufiges Schalten dürfte zwar gerne die 9-Gang Automatik übernehmen, allerdings bringt der klassische, oben kugelrunde Schaltknüppel auch irgendwie einen gewissen Spaßfaktor mit sich. Die Gänge lassen sich recht hakelfrei wechseln. Den Sprint von 0-100 km/h schafft er in 9,3 Sekunden, was, wenn man es nach der Testfahrt liest, fast ein bisschen viel klingt: Bis Tempo 100 geht es nämlich mit seinen 140 PS gefühlt sehr ordentlich voran. Natürlich muss man auf hügeligen Landstraßenetappen aber schon mal ein bisschen höher Drehen oder einmal mehr runterschalten. Das Motorgeräusch schafft es zwar recht deutlich bis nach innen, allerdings klingt der Turbobenziner bei hoher Drehzahl nicht allzu gepeinigt sondern fast ein bisschen sportlich. Was der Renegade mit seiner Form und der steilen Windschutzscheibe aber nicht lassen kann: Ab 140 km/h wird es etwas laut und die nicht gerade kleinen und wenig aerodynamischen Außenspiegel geraden etwas ins Flattern. Den kombinierten Verbrauch gibt Jeep mit 6 Litern / 100 Kilometern an, im Test waren es bei moderater bis dynamischer Fahrweise um die 8 Liter.

jeep renegade

Innovativer Allradantrieb optional
Während dem frontgetriebenen Renegade matschige Feldwege nichts anhaben können, bietet Jeep für anspruchsvollere Geländegänge sein Allradsystem „Active Drive“ an. Wo bei unserem Testwagen eine Blende mit Kühlergrill-Emblem steckte, findet sich bei den Allradversionen ein Drehregler für die Allradversion. Wenn der Renegade seinen Antrieb dann nicht schon selbst optimal wählt (100 % des Antriebsmoments können auf die Hinterräder übertragen werden) kann der Fahrer hier das Terrain auswählen (Sand, Schnee, Matsch), einen Bergabfahrassistent nutzen oder die Antriebskraft elektronisch gleichmäßig auf beide Achsen verteilen lassen (4WD Lock). Für die besten Offroad-Eigenschaften sorgt allerdings die Ausstattungsvariante Trailhawk, die eine erhöhte Bodenfreiheit, einen Unterfahrschutz und noch bessere Böschungs- und Rampenwinkel mitbringt.

jeep renegade kofferraum

In der Fahrzeugklasse großes Angebot an Fahrerassistenz
An Fahrerassistenz hat der Renegade neben einem Tempomat und Speed-Limiter einen aktiven Spurhalteassistenten namens Lane Sense zu bieten. Er warnt angenehm spät und macht den Fahrer optisch, akustisch und per kurzem Gegenlenken auf das Verlassen der Spur aufmerksam. Das Auffahrwarnsystem FCW arbeitet nicht nur mit den Daten der Frontkamera, sondern nutzt auch einen Radarsensor. Solche sind auch für den Toter-Winkel-Warner und die Rear Cross Path Detection im Heck verbaut: Damit können nicht nur Fahrzeuge im Toten Winkel z.B. bei Autobahnfahrten erkannt werden, sondern auch herannahender Verkehr wie etwa bei Ausparkmanövern. Eventuellen Konkurrenten wie dem Opel Mokka oder dem Skoda Yeti ist der Renegade außerdem mit der Option auf eine adaptive Geschwindigkeitsregelung (ACC) überlegen: Es steht nahezu die gleiche Auswahl an fortschrittlicher Fahrerassistenz wie im Grand Cherokee zur Verfügung.

jeep renegade gps infotainment

Wirklich sehen lassen kann sich auch das 7″ Touchscreen-Infotainmentsystem. Die Programmierung der Navigation sieht zwar sehr verspielt aus, gelingt aufgrund der perfekt dimensionierten Buttons aber immer. Die Navigation an sich funktioniert zuverlässig und zeigt Fahranweisungen groß und unmissverständlich auch im digitalen Tacho an. Digitaler Radioemfpang (DAB) ist in der Ausstattungsvariante Limited Serie und klingt über das Standard-Lautsprechersystem absolut in Ordnung.

Hommage an den Ur-Jeep Willys MB
Die Formen des jüngsten der Jeep Familie kommen den meisten doch irgendwie bekannt vor. Einzelne Elemente hat man schon mal gesehen, vorzüglich wohl in Filmen. Etliche Formen wurden dem Renegade nämlich vom Urahn aller Jeeps, dem Jeep Willys MB vererbt, der von 1942-1945 als Militärfahrzeug gebaut wurde. Wenn man auch nur geringfügig aufpasst, erkannt man außerdem einige der gut 30 versteckten Eastereggs. So ist z.B. die X-Form in den Scheinwerfern dem Benzintank des Willys MB nachempfunden. Fast überall versteckt sich die Form des Grills und der runden Scheinwerfer, sowohl als Prägung in den Sitzen als auch kaum sichtbar auf den Blenden der Halogen-Scheinwerfer. Sogar der Jeep Willys MB selbst wurde unten rechts am Rahmen der Frontscheibe versteckt. Carandriver.com hat alle Gimmicks zusammengestellt. Und besonders nett: Eine im Tankdeckel versteckte Spinne begrüßt den Fahrer in der Sprache des „neuen“ Herkunftslandes des Renegade mit „Ciao, Baby!“.

Jeep Renegade Limited 1.4 MultiAir

Leistung/Drehmoment: 103 kW / 140 PS) / 230 Nm
Getriebe: 6-Gang
Antrieb: Frontantrieb
0-100 km/h: 9,3 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 181 km/h
Leergewicht:  1.395 kg

Verbrauch angegeben: 6,0 Liter / 100 Km (Kombiniert)
Verbrauch berechnet: 7,8-8,4 Liter / 100 Km (Kombiniert)
Farbe: Omaha Orange/Dach Schwarz
Kofferraumvolumen: 351 / 1.297 L
Einstiegspreis (1.4 MultiAir): 22.900 EUR
Testwagenpreis: ca. 30.590 EUR

 Text & Fotos: Matthias Luft

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