Temperamentvoll: Bußgelder in Spanien

seat leon st cupra 280 2015

Wer viel fährt, wird zwangsläufig mal geblitzt. Bei mir passiert es bedauerlicher Weise meistens auf dieselbe Art: Monotone Limits auf (Stadt-)Autobahnen werden mir zum Verhängnis. Das Problem dabei: Im europäischen Ausland kosten Verwarn-/Bußgelder schnell mal das Doppelte wie hierzulande. Dafür gibt es recht praktische Onlinebezahlsysteme.

Bei unseren  sportlichen Testfahrten mit dem 280 PS starken Seat Leon ST Cupra im Herbst 2015 in und um Barcelona passierte zwar auf den tatsächlich zu rasant gefahrenen Landstraßen nichts, auf der C-31, einer der mehrspurigen Hauptverkehrsadern Barcelonas, scheinen fest installierte Blitzer nur so auf uns gewartet zu haben. 94 km/h statt den vorgeschriebenen 80 war das Ergebnis. Worüber wir in Deutschland fast schon lachen, sanktionieren die spanischen Ordnungshüter mit 100 Euro – von denen man letztendlich aber nur 50 zahlen muss. Klassifiziert gar als „schwerwiegend“. Im Land der unlimitierten Autobahnen wären wir mit 25-30 Euro davon gekommen.

Zustellung nach Deutschland nach drei Monaten
Unser Blitzerfoto, auf dem das frisch gewaschene Heck des Cupra nur so in der Sonne Kataloniens glänzt, wurde am 15.10.2015 geschossen und ziemlich genau ein viertel Jahr danach mit den Unterlagen als Einschreiben in Deutschland zugestellt. Wie z.B. bei den Kollegen in Österreich ist auf dem Beweisbild nur das Heck das Fahrzeugs zu sehen. Abgewickelt wird die Strafe für den ungezügelten Cupra-Spaß nicht direkt von der Policía, sondern vielmehr von einer Behörde namens „Servei Català de Trànsit“. Eine Betrugsmasche steckt hinter dem vielleicht merkwürdig aussehenden und semiprofessionell übersetzten Schreiben also ganz sicher nicht.

Bloß keine Beschwerde einlegen
Sehr sympathisch ist im Gegensatz zur Höhe die Abwicklung der Bezahlung und die deutschen Übersetzungen. Ein bisschen wie auf dem Wochenmarkt wird auf der Rückseite direkt angeboten, das Ticket mit „50% Rabatt“ zu bezahlen. Das sei auch jedem geraten: Wer schnell bezahlt, bekommt damit die niedrigste Strafe, kann allerdings auch keine Beschwerden mehr einlegen, da das Verfahren mit der Zahlung sofort abgeschlossen ist. Dass eine Beschwerde, v.a. wie hier in Spanien, höchstwahrscheinlich im Sand verläuft und nichts bringt, dürfte ohnehin klar sein. Mit Fallnummer und Passwort kann man sich den Fall online anzeigen lassen (dort gibt es auch das Beweisfoto) und direkt per Kreditkarte bezahlen. Ein Service, den wir in Deutschland vermissen – den man aber für die gesalzenen Preise auch erwarten darf.

3 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Skonto bei Bußgeldbescheiden finde ich ja mal interessant. Ansonsten sind die deutschen Strafen doch lächerlich. Zumal viel zu selten kontrolliert wird. Mehr Kontrolle (überall!!!) und Strafen nach Tagessätzen würde ich mir wünschen.

    Was das Vergehen bei einem Autotest von dir/euch angeht. C’est la vie. Wohl nicht zu vermeiden. Deine geschriebenen monotonen (?) Limits bekommt man aber herrlich mit einer GRA in den Griff ;-))

  2. Pingback: Am 17. März 2016 gefunden … | wABss

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