Im Test: Online- und Serviceassistent Opel OnStar

opel onstar label

Ab 2018 wird eine automatische Notruffunktion zur Pflicht in allen Pkws. Mit OnStar setzt Opel diese EU-Vorgabe der automatischen SOS-Funktion schon jetzt um und bietet gleichzeitig viele weitere Online- und Assistancedienste. An 3 Tasten, die im Dachhimmel (Insignia) oder am Frontspiegel integriert sind, erkennt man OnStar. Der persönliche Notruf-, Online- und Serviceassistent hat es ganz schön in sich, wenn man mal alle Funktionen herausgefunden hat. Wir haben OnStar im Opel Insignia getestet.

Service-Funktion
Mit dem Drücken der blauen On-Taste baut das Fahrzeug eine Verbindung zu einem Servicemitarbeiter auf. Hierfür wird eine integrierte SIM-Karte und das Mobilfunknetz von Vodafone genutzt. Rund um die Uhr kommt man, in unserem Test immer ohne Wartezeit und in Sekundenschnelle, im Servicecenter in Luton, England heraus. Trotz mehrerer Anrufe zu den verschiedensten Uhrzeiten hatten wir immer einen Berater mit der Muttersprache Deutsch an der Leitung. Das ist zwar nicht unbedingt nötig, allerdings haben die Holtines der Telefonica oder Lufthansa gezeigt, dass die Sprache beim Beratungsgespräch schon mal zum unüberwindbaren Hindernis werden kann. Ist man verbunden, kann man dem Mitarbeiter sagen, wo man gerne hinfahren möchte. Die Adresse sucht er oder sie dann an seinem Arbeitsplatz heraus und schickt sie aufs Navigationssystem. Der Fahrer muss die Navigation nur noch starten. Grobe Infos wie „Wir möchten zu IKEA in Fürth“ genügen, da die Mitarbeiter gern auch mal für den Anrufer die exakte Adresse googlen. Hektische Zieleingaben während der Fahrt werden damit unnötig.

onstar buttons insignia

SOS-Funktion
Mit der Notruf-Funktion bzw. -Taste lässt sich schnell die Opel-Assistance oder Rettungskräfte benachrichtigen. Die permanente Ortung des Fahrzeugs spielt hierbei wieder eine große Rolle, da man bei einer möglichen Autobahnpanne nicht erst schätzen muss, wo man sich befindet. Der OnStar Mitarbeiter sieht das ganz unkompliziert auf eine Karte. Im Falle eines schweren Unfalls (Airbag-Auslösung) wird, wie es ab 2018 Plficht sein wird, automatisch der Notruf ausgelöst. Ein OnStar Mitarbeiter schaltet sich dann ins Fahrzeug und erkundigt sich nach dem Zustand der Insassen. Spätestens wenn keine Antwort erfolgt, alarmiert er die Rettungskräfte und gibt diesen den exakten Standort durch.
Nicht wegedenken könnte man sich in Deutschland übrigens die graue Taste mit dem durchgestrichenen Sendemast: Diese Angst- oder auch Datenschutzfunktion unterbindet die Ortung des Fahrzeugs, z.B. wenn man sich vom OnStar Team verfolgt fühlt.

onstar

WiFi & Smartphone App
OnStar baut im Fahrzeug auch einen Wlan-Hotspot auf. Zugang zum Internet bekommt dieser über eine integrierte Vodafone SIM-Karte, die, wie das sein muss, auch einen Zugriff aufs LTE Netz ermöglicht. Maximal 7 Geräte können sich mit dem Hotspot verbinden. Die Verbindungsqualität kann mit zumindest 2 gleichzeitig eingeloggten Smartphones absolut mit dem LTE-Hotspot des kürzlich getesteten Audi A7 / Audi MMI (hier mit o2 Verbindung) mithalten.
Neben Onlineservices und dem Wlan Hotspot haben die Rüsselsheimer auch noch eine Smartphone-Konnektivität mit der Bordelektronik geschaffen. Über eine Smartphone App lassen sich z.B. Licht und Hupe anschalten, auf einer Karte anzeigen, wo man geparkt hat, der Kraftstoffstand abrufen oder ein Navigationsziel aus der Ferne ans Fahrzeug schicken. Funktionen, die aufgrund der auf Opel zugeschnittenen App deutlich besser funktionieren als die von OBD-Lösungen wie dem o2 Car Connection Kit.

Roaming weitestgehend inklusive
Laut Opel sollen die Sprach- und Onlineservices (auch Wifi) generell grenzüberschreitend kostenlos funktionieren. Das gilt für viele Staaten West- Mittel und Osteuropas. Damit ist OnStar eines der wenigen Systeme, die vor Datenroaming keinen Halt machen – wie es eben im Jahr 2015 sein sollte. Das Senden von Navigationszielen vom OnStar Mitarbeiter hat bei uns auch an den abgelegensten Ecken funktioniert – der Hotspot sollte auch mit 7 verbundenen Geräte nicht schlapp machen, so lange eine LTE Verbindung besteht. Richtig verlockend ist aber eher das Roaming mit dem LTE Hotspot, was allerdings derzeit auf etwa 10 Länder Mittel- und Westeuropas beschränkt ist.

neuer astra 2016

Wird sich der typische Mokka-Fahrer für OnStar interessieren? Eher nicht. Im ersten Jahr nach der Zulassung eines Opels ist OnStar kostenlos, danach kostet es humane 99 Euro im Jahr, die vermutlich einerseites Geschäfts-Fahrer im Insignia oder die junge Kundschaft in den kompakteren Modellen ausgeben werden. Besonders interessant ist jedoch nicht die Zieleingabe, die man vorab telefonisch durchgibt, sondern der Wlan Hotspot. Dieser soll einen (immer) noch nicht bestimmten Aufpreis pro Jahr kosten. Technisch ist unter anderem die die Smartphone-Anbindung (Senden von Zielen aufs Navi) spannend – eine Sache, die Premiumhersteller nur teilweise gut hinbekommen und die sich bei OnStar absolut sehen lassen kann. Je nach Ausstattungsvariante und der Verfügbarkeit eines Infotainmentsystems ist OnStar in vielen Modellen bereits Serie.

Fotos: Motoreport, Opel.

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