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Mobileye: Fahrerassistenz für den Corsa B!

opel corsa a b und e generationen

Mobileye ist keine halbgare Nachrüst-Alternative zu Assistenzsystemen, sondern in ihm steckt jede Menge Entwicklung. Nicht umsonst nutzen OEMs wie Skoda, Volvo, Audi, VW, Nissan, BMW, Ford und viele andere die Software des 1999 in Israel gegründeten Unternehmens nahezu identisch. Hersteller, die eben nur mit einer Monokamera und ohne Radarsensor auskommen wollen. Das System bringt einschlägige Assistenzfunktionen wie einen Kollisionswarner und Spurhalteassistent mit. Mobileye hat uns das “dritte Auge” für einen Dauertest eingebaut.

Was aussieht wie ein Fahrradcomputer ist das kompakte Display von Mobileye

Was aussieht wie ein Fahrradcomputer ist das kompakte Display von Mobileye

Nahezu überall nachrüstbar
Mobileye, Nachrüsten, was mit Blogs… da dachten wir uns, wir machen etwas Besonderes und upgraden das älteste uns zur Verfügung stehende Auto, nämlich Anjas Opel Corsa B aus dem Jahr 1996. Ohne ESP. Ohne ABS. Kaum ein anderes Auto hat etwas mehr City Safety nötiger. Tatsächlich kann man Mobileye ganz flexibel in einem Baujahr 2015 genau wie in ein uraltes Auto nachrüsten. Leider wird nie kommuniziert, in wie vielen Fahrzeugen von (Premium-) Herstellern die einfache, aber geniale Technik von Mobileye steckt: Das sog. ADAS (Advanced Driver Assist System) basiert auf einer Monokamera und vor allem einer ausgeklügelten Software. Mit viel Virtual-Reality Rechnerei gelingt es dem kleinen Kästchen an der Frontscheibe, fast alle Aufgaben abzudecken, die auch einschlägige Assistenzpakete in Neuwagen können.

mobileye

Funktionsumfang
Kern des ADAS Series 5 ist ein Kollisionswarner. Er erkennt Fahrzeuge (an Ihrer Form) und kann anhand von Größen und einer exakten Kalibrierung beim Einbau die Abstände zu diesen genau berechnen. Besonders fortschrittlich ist, dass auch Motorräder, Fahrradfahrer und Fußgänger erkannt werden sollen, denn gerade letztere können Radarsensoren i.d.R. alleine nicht also solche wahrnehmen. Auch eine passive Abstandswarnung gibt es, die den Abstand zum Vordermann in Sekunden anzeigt. Kenner wissen an dieser Stelle, dass z.B. Opel in seinen aktuellen Modellen diese Funktion und auch das grüne Auto-Symbol sogar 1:1 von Mobileye übernommen hat. Zudem an Bord ist eine Spurhaltewarnung, die beim ungewollten Verlassen der Fahrspur warnt. Dazu ist das System natürlich mit der Bordelektronik und dem Blinker verbunden. Mobileye bringt auch einen Fernlichtassistent (nur bei entsprechend moderner techn. Infrastruktur) und eine Verkehrszeichenerkennung mit. Im Gegensatz zu fest verbauten Assistenzsystemen kann beim ADAS jede Menge eingestellt werden, so z.B. die Empfindlichkeit der jeweiligen Warnungen in mehreren Stufen. Auch eine Warnung beim Überschreiten der zulässigen Geschwindigkeit kann km/h genau programmiert werden.

Einpassung der Kamera an der Windschutzscheibe

Einpassung der Kamera an der Windschutzscheibe

Einbau direkt vom Mobileye-Techniker vor Ort
Im Preis von etwa 900 EUR für das ADAS ist der Einbau derzeit inbegriffen. Dafür hat sich heute David, ein Mobileye-Techniker, auf den Weg zu uns gemacht. Der Einbau dauert ca. eine Stunde plus noch ein paar Minuten für die Kalibrierung. Für Technik-Fans ist Zuschauen natürlich Pflicht. Mobileye wird absolut ansehnlich ins Fahrzeug integriert. Deshalb müssen einige Verkleidungen zunächst weg. Erstens, um an die Bordelektronik zu kommen, zweitens für das saubere Verstecken der Kabel. Zwei kleine Geräte müssen verbaut werden: Das “Mobileye” an sich, eine Kamera oben an der Frontscheibe, die auch den Prozessor und damit die ganze Softwaretechnik beinhaltet. Teil Zwei ist ein kleines, rundes Display, das flexibel am Armaturenbrett angebracht werden kann. Damit das Hightech-Teilchen mitbekommt, wann z.B. geblinkt und gebremst wird, muss es “zwischen die Bordelektronik” geschaltet werden. Bei einem so alten Auto wie dem Corsa B ist das gar kein Ding, hier wird lediglich ein kleiner Adapter als Schnittstelle zwischen analog und digital unsichtbar verbaut. Nach einer Stunde fehler- und schadenfreien Einbaus durch David sieht man vom Kabelgewirr nichts mehr und es geht ans Kalibrieren.

Integration des ADAS in die Bordelektronik aus 1996

Integration des ADAS in die Bordelektronik aus 1996

Genaue Kalibrierung für fehlerfreie Warnungen
Durch ein exaktes Kalibirieren soll die Kamera das Umfeld so genau wie möglich wahrnehmen. Einfachste Systeme wie z.B. in Navis integrierte Spurhalteassistenten werden meist nur grob kalibriert und arbeiten sehr unpräzise. Die genaue Position der Kamera an der Frontscheibe, ihre Höhe und die Distanz bis zum Kühlergrill werden vom Techniker via Notebook über eine von Mobileye entwickelte Software eingegeben. Über ein Messschema, das direkt vor dem Fahrzeug aufgebaut wird, stellt sich die Software im letzten Schritt selbst fein ein. Das Ergebnis sollen fehlerfreie Spurverlass- und Kollisionswarnugnen sein.

Kalibrierung der Kamera mittels Software

Kalibrierung der Kamera mittels Setup-Assistent von Mobileye

Anja und ich haben in den letzten Jahren von einfachen über Hightech-Systeme so ziemlich alles ausgiebig erfahren können. Umso gespannter sind wir nun auf die Leistung des Mobileye Systems als Nachrüstlösung. Mehr technische Details und Erfahrungen folgen in den nächsten Wochen.

Über Mobileye
Mobileye wurde 1999 in Israel gegründet und wuchs von einem Startup schnell zu einem wichtigen Software- und Technikzulieferer für Assistenzsysteme zur Unfallprävention. Ein Großteil der Pkw-Hersteller (derzeit 23) nutzt System-on-Chip-Lösungen und Computer-Vision-Algorithmen von Mobileye, vor allem wenn es darauf ankommt, mit nur einer Monokamera und ohne Radarsensor auszukommen. Damit ist das Unternehmen Weltmarktführer in der Entwicklung fortschrittlicher Fahrerassistenzsysteme mit Mono-Optiken.

Fotos: Motoreport, Mobileye

Über den Autor

Matthias Luft

Autor Matthias Luft faszinieren effiziente Motoren, moderne Designs und die neusten Fahrerassistenzsysteme.

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