Im Stau nicht vergessen: Die Rettungsgasse!

rettungsgasse österreich

Wer erinnert sich noch an die Fahrschule? Was ist bei Staubildung zu tun? Ich konnte mich auf meinen ersten „größeren“ Reisen, obwohl ich erst 2007 den Führerschein gemacht habe, kaum an das wichtige Thema Rettungsgasse erinnern! Heute greifen die deutschen Autoblogger in einer Gemeinschaftsaktion dieses Thema auf.

Natürlich kenne ich das Prinzip der Rettungsgasse. Daran erinnert werde ich aber eigentlich nur bei (Durch-)Fahrten  durch Österreich, auf den dortigen Autobahnen und Schnellstraßen werden die Autofahrer mit großen Infotafeln darauf hingewiesen. In Deutschland dagegen habe ich solche Beschilderugen noch nie gesehen. Wo wir schon bei deutlichen Hinweisen sind: Auch die großen, gelben Schilder „Halt“ an Autobahnen, die verhindern sollen, dass man in der Falschen Richtung auf eine Schnellstraße auffährt, gibt es nur in Österreich.

Bei einem Stau auf mehrspurigen Straßen sind alle Autofahrer verpflichtet, die „Rettungsgasse“ frei zu machen. Rettungskräfte und Fahrzeuge mit Blaulicht sollen so schnellstmöglich an den Unfallort gelangen. Das Prinzip ist einfach: Die Rettungsgasse wird immer zwischen den beiden Spuren ganz links gebildet. Das bedeutet bei 2-spurigen Autobahnen: Die Gasse wird zwischen der rechten und der linken Spur gebildet, bei 3- und mehr spurigen Straßen eben zwischen den beiden Fahrstreifen ganz links. Dafür fahren alle Fahrzeuge auf der äußersten, linken Spur so weit wie möglich links, bzw. so weit wie möglich an die Leitplanke. Die Fahrzeuge in den rechten  Spuren daneben fahren soweit rechts wie möglich und nutzen dabei auch den Pannenstreifen.

Der Standstreifen kann entgegen der viel verbreiteten Auffassung nur selten von Rettungskräften benutzt werden: Wie der Name schon sagt, ist es eben eine Standspur, die sehr häufig z.B. von defekten LKWs belegt ist. Auch mobile Verkehrsleitsysteme z.B. für Wanderbaustellen sind hier abgestellt. Für mehrere Einsatzfahrzeuge hintereinander ist es oft so gut wie unmöglich, sich an der Standspur neben einem größeren Hindernis vorbeizuschlängeln.

Neben der Bildung der Rettungsgasse im Stillstand sollte gerade bei hoher Geschwindigkeit sollte jedem der lange Bremsweg bewusst sein, der benötigt wird, um von z.B. 180 km/h auf etwa 10 km/h zu bremsen, wenn man ein Stauende erkennt. Hier hat es sich bewährt, bei Staubildung kurz die Warnblinkanlage einzuschalten, um den nachfolgenden Verkehr deutlich zu warnen. Bremslichter werden zwar aus der Ferne ebenso wahrgenommen, man rechnet aber nicht unbedingt damit, dass die Fahrzeuge nur noch sehr langsam fahren.

Wie die Rettungsgasse funktioniert, ist auch nochmal in diesem Youtube Video des österreichischen Autobahnbetreibers Asfinag beschrieben.

Da es auch in Deutschland an der Zeit ist, die Rettungsgasse etwas zu „pushen“ und an dieses wichtige Prinzip zu erinnern, das im Ernstfall Leben retten kann, haben sich wieder einige Auto-Blogger an dieser Gemeinschaftsaktion beteiligt. Auf folgenden Blogs sind ebenfalls Artikel zum Thema erschienen: Jens (rad-ab.com), Mario (autoaid.de), Oli (der-auto-blogger.de), Thomas (autogefuehl.de), Peter (faszination-autos.com), Can (bycan.de), Matthias (fahrrueckt.de), Markus (blog.mercedes-benz-passion.com), Thomas (autokarma.de), Jan (auto-geil.de), Mikhail (newcarz.com), Drive-Blog, Kai (motoso.de), Sebastian (passiondriving.de) und Thomas (greenmotorsblog.de).