Im Fahrbericht: Volvo S60 D4 Geartronic

volvo s60 2014

Volvos „Lehrer-Auto-Image“ ist weg. Alle Modelle sind längst deutlich cooler geworden. Nicht nur das Exterieur gefällt, auch technisch haben die aktuellen Modelle einiges zu bieten. So zum Beispiel der S60, der mit dem D4 der neuen „Drive-E“ Motorengeneration und einer 8-Gang-Automatik nicht nur stark motorisiert, sondern auch noch sehr effizient bewegbar ist.

volvo s60 heck

Der S60 ist in Deutschland eher selten unterwegs. Er ist sozusagen die Limousine zum bekannteren Kombi V60. Ein dezentes Tagfahrlicht, Heckleuchten mit LED-Bändern und eine Auswahl schicker Felgen im ganz eigenen Volvo-Design machen ihn zu einem echten Hingucker.
Das Interieur ist in allen Volvos ähnlich, die Bedienelemente und das Cockpit umgeben den Fahrer fast perfekt. Typisch für den Schweden-Style ist z.B. das smarte, kleine Ablagefach hinter der (dünnen) Mittelkonsole und die in der Mitte asymmetrisch angeordneten Lüftungsdüsen. Wie schon bei anderen Volvos explizit erwähnt darf auch hier der Hinweis auf die extrem bequemen Ledersitze nicht fehlen. Überhaupt wirkt das Interieur hochwertig und massiv, man fühlt sich auf Anhieb wohl. Auch hinten sitzt man bequem, hat mit gut 1,80 Metern Körpergröße genug Kopffreiheit. Besonders nett im Sommer: Die Lüftungsdüsen für den Fond sind nicht im Mitteltunnel sondern in den B-Säulen integriert und sorgen dort für Kühlung.

volvo s60 interior
Sensus Connect Pro

Die Bedienlogik des Navigations- und Entertainmentsystems lässt sich für Volvo-Neulinge nach einigen Probeläufen begreifen. Die Eingabe von Navi-Zielen erfolgt entweder über ein Wählrad (Anwählen einzelner Buchstaben, ähnlich BMW und Audi), über die Eingabe der Zahlen-Tastatur oder per Spracheingabe. Letzteres Feature funktioniert bei vielen Herstellern bekannterweise recht schlecht. Spricht man dem Volvo sein Wunsch-Ziel aber sehr deutlich vor, gelingt die Spracherkennung fast immer. So ist man tatsächlich deutlich schneller als per manueller Eingabe. Einen großen Funktionsumfang bietet auch der Rest des Sensus Connect Systems: Über die Internet-Taste gelangt man ins Menü mit jeder Menge Online-Funktionen. Besonders sinnvoll sind hier die Yelp Suche, z.B. für Restaurantbewertungen. Mit Glympse lässt sich der Standort des Fahrzeugs für einen Dritten freigeben und live tracken. Benzinpreise und Parkplätze können abgefragt werden, auch eine Google Suche und einen Webbrowser gibt es. Das System geht entweder über eine eigene SIM im Handschuhfach (2G & 3G), einen Bluetooth Verbindung oder einen WLAN Zugang (z.B. „Persönlicher Hotspot“ beim iPhone) online. Am schnellsten arbeitet Sensus mit einer eigenen SIM. Zudem gibt es die Möglichkeit, einen Hotspot für alle Passagiere zu eröffnen – viel mehr Internet-Konnektivität geht nicht.

volvo s60 senus connect

Wunderbare Diesel-Automatik Kombi
Im im letzten Jahr getesteten Volvo XC60 war der „D4“ noch ein Fünfzylinder-Diesel und die Automatik mit 6 Stufen war nicht ganz so fix, bzw. verschaltete sich auf schnellen Etappen gerne mal. Mittlerweile wurde der D4 in einigen Modellen auf vier Zylinder downgesized und eine 8-Stufen-Automatik ist dazugekommen. Im S60 ist das einer der fortschrittlichsten derzeit verfügbaren Antriebsstränge Volvos. 184 PS sind im Alltag mehr als genug Leistung für den 1,7-Tonner, der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt damit in 7,4 Sekunden und die Vmax von 230 km/h ist recht schnell erreicht. Im Alltagsgebrauch, bzw. im Stadt & Supermarktverkehr darf man, wenn man vorher einen schwachen Benziner gefahren ist, ruhig etwas vorsichtiger mit dem Gaspedal umgehen. Die neue Automatik ist ebenfalls gelungen: Bei moderater Fahrweise bleibt sie gänzlich unbemerkt, auch bei dynamischeren Ampel-Sprints erfolgen die Gangwechsel sehr fix und ohne Zugkraftunterbrechung, nah an VWs DSG, kann man sagen. Für schnelle Landstraßen-Etappen eignet sich das Getriebe ebenfalls, spätestens im S-Modus wird höher gedreht und optimiert für schnelles Beschleunigen geschaltet. Einzig beim Kickdown bei Geschwindigkeiten über 150 km/h spürt man teilweise ein leichtes „Zurückfallen“ des S60 während des Schaltens aufgrund des dann wohl recht hohen Luftwiderstands – das fällt wiederum im Alltag aber eigentlich sowieso niemandem auf und ändert nichts an den guten Elastizitäts-Eigenschaften: Auf der linken Spur sind Geschwindigkeitssprünge jenseits der 150 kein Problem.

volvo felge rims titanium

Die Lenkung ist relativ direkt, sorgt bei schnellen Autobahn-Fahrten für ein Sicherheitsgefühl und vermittelt auf kurvigen Straßen ein ziemlich gutes Feedback. Die geschwindigkeitsabhängige Regelung der Servounterstützung ist beim S60 etwas besonders: Bei langsamen Fahrten bis 50 km/h ist sie sehr leichtgängig, unter 10 km/h, z.B. beim Einparken, muss allerdings etwas mehr Lenkkraft vom Fahrer zugegeben werden. (Gewöhnungssache) Ab 100 km/h ist dann alles sehr angenehm abgestimmt.

Verbrauch: Schwer in die Höhe zu treiben
Eine Acht-Gang-Automatik stellt nicht nur immer den passenden Gang bereit, sondern hat auch die Möglichkeit, bei niedrigen Geschwindigkeiten eine möglichst hohe Fahrstufe zu wählen, was für niedrige Drehzahlen und einen geringen Verbrauch sorgt. Konkret lässt sich bei moderater Fahrweise in der Stadt und Autobahn Geschwindigkeiten bis 130 km/h ein Verbrauch von überzeugenden 5.5 Litern Diesel auf 100 Kilometern schaffen. Fährt man gerne sportlicher an und auf Schnellstraßen etwas über der Richtgeschwindigkeit, liegt man knapp unter 6 Litern. Mehrere hundert Kilometer Autobahn am Stück in der Nacht mit möglichst häufig 180 bis 200 km/h quttierte der Bordcomputer mit gerade einmal 6,5 Litern. Werksseitig angegeben sind 4,2 Liter. Noch etwas weniger Diesel läuft mit der ECO+ Taste durch die Brennräume: Sie wirkt sich auf die spürbar auf den Antriebsstrang aus und reduziert die Kimaanlagenleistung.

volvo xc60 display adaptive cruise control

Grüne Markierung: Set-Geschwindigkeit, Rot: Von der Kamera erkanntes Limit.

Fahrerassistenz
Was auf keinen Fall fehlen sollte, wenn man sich einen Volvo konfiguriert, ist das Fahrassistenzpaket Pro (2.150 EUR). Welche top funktionierenden Systeme genau enthalten sind, ist ausführlich im Test des XC60 beschrieben. Dort wird z.B. erklärt, wie die intelligente Lichtautomatik arbeitet, die Lichtkegel je nach Lenk- und Fahrsituation anpasst. Nach kurzer Zeit nicht mehr wegzudenken ist auch eine um Radarsensorik erweiterte Park Distance Control: Der sog. „Cross Traffc Alert“ registriert auch herannahende Fahrzeuge und warnt optisch und akustisch. Ungemein hilfreich ist das z.B. beim Rückwärtsausparken auf hektischen Supermarktparkplätzen. Highlight ist die adaptive Geschwindigkeitsregelung bis 200 km/h, die im Vergleich mit Mitbewerbern in Sachen Präzision und Zuverlässigkeit absolut auf Premium-Niveau funktioniert. Einen aktiven Spurhalteassistent gibt es (noch) nicht, der Spurverlasswarner lenkt aber im richtigen Moment kurz gegen, wenn Fahrbahnmarkierungen unbeabsichtigt überfahren werden.

Mehr zum Volvo S60

Einen Fahrbericht zum Volvo S60 mit dem D2 Diesel mit 115 PS gibts bei Autophorie und zum D5 AWD bei driversgroove und der-auto-blogger.de Einen ersten Eindruck zum neuen, stärksten Benziner, dem T5, findet man hier.

Volvo S60 D4 Geartronic Summum

Leistung/Drehmoment: 133 kW (181 PS) / 400 Nm
Getriebe: 8-Gang-Automatikgetriebe
Antrieb: Frontantrieb
0-100 km/h: 7,4 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 230 km/h
Leergewicht:  1701 kg
Verbrauch angegeben: 4,2 Liter / 100 Km (Kombiniert)
Verbrauch berechnet: 6 Liter / 100 Km (Kombiniert)

Gefahrene Kilometer: 2.500
Farbe: Crystal-Weiß Perleffekt
Kofferraumvolumen: 240 / 345 L
Testwagenpreis: ca. 55.810 EUR
Grundpreis (D4 AT, Summum): 40.380 EUR
Sonderausstattung (Auszug): 18 Zoll Felgen „Titania“, Business-, Xenium- und Fahrerassistenzpaket, DAB Radio, Ledersportsitze.

Text & Fotos: Matthias Luft

1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. HALLO! ICH FAHRE AKTUELL DEN NEUEN S60 R DESIGN D4 ACHT-GANG-AUTOMATIK GETRIEBE 181 PS. VORHER WAR ICH BESITZER DES D3 S60 IM R DESIGN, 5 ZYLINDER 163 PS. DEN LEISTUNGSUNTERSCHIED MERKT MAN SCHON, TROTZDEM 181 PS IM VERGLEICH MIT ANDEREN AUTO-MARKEN, IST ES ZU WENIG. DER NEUE BESITZER VON „POLESTAR“ VOLVO, BIETET ZUR ZEIT EINE LEISTUNGSSTEIGERUNG AUF 200 PS/440 NM, FÜR DEN PREIS VON 1400 EURO INKLUSIVE TECHNISCHE KONTROLLE. DIESER PREIS FINDE ICH ÜBERHÖHT. DER DIESELVERBRAUCH LIEGT ZUR ZEIT ZWISCHEN 6,3-6,5 L, OBWOHL ICH SCHON 25000 KM GEFAHREN BIN. ICH WÜNSCHE IHNEN SCHÖNE WEIHNACHTEN UND EIN GESUNDES NEUES JAHR !

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