Hyundai i30 Coupé 1.6 CRDi im Fahrbericht

hyundai i30 coupe

Vor Kurzem erst wurde der Fahrbericht zum Kia c’eed GT veröffentlicht, nun stand der „Konzernverwandte“ des pro_c’eed zum Test bereit: Im Gegensatz zur 200 PS-Benziner Version des Kia trat das i30 Coupé mit einem 128 PS starken, sparsamen 1.6er Diesel an. Wie viel Coupé steckt im Dreitürer und überzeugt der in Rüsselsheim entwickelte Downsizing-Selbstzünder?

Außen wie auch innen hebt sich der Hyundai i30 deutlich vom Kia c’eed ab. Während bei Kia eher die sportlichen, langgezogenen Kanten im Vordergrund stehen, hat man dem minimal günstigeren i30 eher abgerundete, weiche Konturen verliehen. Das Coupé, oder realistischer gesagt der Dreitürer, sieht zwar von Haus aus schon sportlicher als der „normale“ Fünftürer aus, kann aber, wie beim Testwagen, mit dem Ausstattungspaket „Design“ noch ein bisschen aufgehübscht werden. Für 1.500 EUR gibt es Alufelgen mit 205/55 R16 Bereifung, Nebelscheinwerfer mit LED Tagfahrlicht und beleuchtete Türgriffmulden sowie eine Umfeldbeleuchtung.

hyundai i30 coupe

Im Innenraum weißt nicht viel auf den relativ günstigen Preis (Basisversion: 15.690 EUR) des i30 Coupé hin. An der Materialqualität wurde nicht gespart, die Anordnung der einzelnen Instrumente lässt fast jede Funktion sofort auffinden. Eins zu eins bei Kia zu finden ist z.B. die 2-Zonen Klimaautomatik, die für diese Preisklasse wirklich beste, zugfreie Dienste leistet sowie das schon mehrfach gelobte Touchscreen-Navi, das bei Hyundai lediglich ein blaues statt orangenes Farbschema trägt. Die Sitze sind bequem, die Seitenwangen etwas knapp gehalten. Sowohl der Platz unter der Mittelarmlehne (nicht verschiebbar) und im Handschuhfach fallen recht groß aus, letzteres ist auch kühlbar. Das Vier-Speichen Multifunktionslenkrad liegt super in der Hand, der Tacho ist schlicht gehalten und gut ablesbar, der Bordcomputer kann nur einen Wert pro Menüseite anzeigen und muss mit einem recht kleinen Display auskommen. Hübsch: Nähte am Lenkrad und dem Schaltknauf sowie Pedale im Alu-Look machen sich gut im Innenraum.

hyundai i30 coupe interieur design

So ein 1.6er Diesel namens CRDi soll ja vor allem eins: Sparsam sein. 128 PS sollen den knapp 1,5 Tonnen schweren i30 in immerhin 10,9 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen, 260 Nm Drehmoment  und 197 km/h sind maximal drin. Die Relation Gewicht / Leistung stimmt, ein lockeres Mitschwimmen im Stadtverkehr ist überhaupt kein Problem. Auf Landstraßen oder Autobahnen muss aber schon mal 1-2 Gänge heruntergeschaltet werden, um ordentlich Vortrieb zu bekommen, da kommen einem die 128 PS fast ein bisschen zu hoch gegriffen vor. Lobenswert ist, dass Hyundai beiden Dieselmotoren ein Sechsgang-Getriebe spendiert hat. (Beim Audi A3 8P 1.6 TDI hat man z.B. auf den sechsten Gang verzichtet.) Während der Selbstzünder nach Kaltstarts deutlich akustisch auf sich aufmerksam macht, sind die Fahrgeräusche gerade bei hohen Geschwindigkeiten angenehm ruhig. Auch wenn ich ihn das ein oder andere Mal etwas scheuchen musste, erfreute der Blick auf den berechneten Verbrauch umso mehr: Gerade einmal 5,6 Liter genehmigte sich der 1.6 CRDi im Alltag. Beim „Osterausflug“ mit Autobahngeschwindigkeiten von etwa 120 km/h und eher Effizienz-orientierter Fahrweise waren sogar 5 Liter drin, die sich sicherlich noch ein kleines bisschen drücken lassen. Auch bei sehr zügigen Autobahnfahrten und permanentem Stadtverkehr ließ sich der Verbrauch nicht weit über 7-8 Liter treiben.

hyundai i30 cockpit

In allen Ausstattungsvarianten und Motorisierungen ist das Flex Steer System, eine variable Lenkunterstützung, ohne Aufpreis mit an Bord. Mittels einer Taste am Lenkrad kann hier zwischen den Modi Komfort, Normal und Sport gewählt werden. Der Unterschied zwischen den ersten beiden ist so gut wie nicht spürbar, der Sport-Modus ist aber ein willkommenes Extra für Fahrer, denen die Lenkung sonst bei langsamen Geschwindigkeiten einfach zu leichtgängig ist und die selbst etwas mehr Kraft aufwenden möchten. Auch auf Überland-Etappen spürt man einen Unterschied zwischen Komfort und Sport. Wichtig zu wissen ist, dass die Lenkung dadurch nicht etwa präziser oder direkter wird – es handelt sich um eine reine Regulierung der Lenkkraftunterstützung. Für die meisten Fahrsituationen bietet der Komfort Modus aber auch ohne manuelles Umschalten ein relativ gutes Lenkgefühl abhängig von der Geschwindigkeit.

Besonderer Dank geht für zwei Kleinigkeiten an die Hyundai-Entwickler: Der bei Coupés oft vermisste Gurtbringer ist serienmäßig an Bord, lässt sich in mehreren Stufen wegklappen und spart dem Fahrer das ständige Verrenken seines Arms beim Angurten. Die Rückfahrkamera, die Linien und eine sehr gute Grafik bietet, fährt, unter dem Hyundai Logo versteckt, bei Bedarf aus – so gibt es so gut wie keine Verschmutzung bei Nässe. Das Volumen des Kofferraums ist mit 378, bzw. 1.316 Litern übrigens identisch mit der der fünftürigen Version. Im Fond haben auch größere Personen relativ viel Kopf- und Beinfreiheit.

hyundai i30 rückfahrkamera

Auch wenn die Bezeichnung „Coupé“ etwas mehr Emotionen weckt als der i30 Dreitürer mitbringt, kann der Koreaner in vielen Punkten überzeugen. Insbesondere der 1.6er Diesel  ist eine angemessene Motorisierung für den Alltag und kann sehr sparsam bewegt werden. Den kleineren 1.4 CRDi sollte man vor dem Kauf aber besser Probe fahren, um nicht von zu wenig Leistung überrascht zu werden. Extras wie das Navigationssystem oder die Klimaautomatik funktionieren für die Preisklasse ausgesprochen gut.

Hyundai i30 Coupé Design 1.6 CRDi

Leistung/Drehmoment: 94 kW (128 PS) / 260 Nm
Getriebe: 6-Stufen Schaltgetriebe
0-100 km/h: 10,9 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 197 km/h
Leergewicht:  ca. 1.500 Kg
Verbrauch angegeben: 4,1 Liter / 100 Km (Kombiniert)

Verbrauch berechnet: 5,6 Liter / 100 Km (Kombiniert)
Gefahrene Kilometer: 1.500
Kofferraumvolumen: 378 L, max.: 1.316 L
Testwagenpreis: 23.800 EUR PDF: Vollständige Testwagen-Konfiguration
Sonderausstattung. (zzgl. zur Ausstattungsv. „Design“): Navigationssystem (1.300 EUR), Klima-Paket (640 EUR).

Text & Fotos: Matthias Luft

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